London - An der Seite ihres Ehemannes Prinz Philip bestieg Queen Elizabeth II. - in einen weißen Steppmantel mit passendem Hut gekleidet - ihr prächtig geschmücktes Jubiläumsschiff "Spirit of Chartwell". Unmittelbar danach wurde an Bord die königliche Standarte gehisst. Die elf Kilometer lange Fahrt auf der Themse, sie gilt als Höhepunkt der viertägigen Feierlichkeiten zum 60. Thronjubiläum, konnte beginnen.
Mit auf dem Schiff sind auch Thronfolger Prinz Charles mit seiner Frau Camilla sowie die Enkel Harry und William samt dessen Ehefrau Kate. Die Herzogin von Cambridge trägt ein rotes Kleid mit Faltenrock.
Die Königin fährt an der Spitze eines Korsos aus 1000 Booten und Schiffen vom Westen Londons bis zur Tower Bridge am östlichen Ende der Innenstadt. Dort wird das Schiff der Queen festmachen. Der Rest des Korsos wird an der Monarchin zu deren Ehren vorbeifahren. Es ist die größte Schiffsparade auf der Themse seit 350 Jahren. Gespielt wird die Wassermusik, die Georg Friedrich Händel 1717 im Auftrag des britischen Hannoveraner-Königs Georg I. komponiert hatte. Am Abend soll der Zug zu Ende gehen.
Queen Elizabeth ist seit dem 6. Februar 1952 auf dem britischen Thron und damit nach ihrer Ururgroßmutter Königin Victoria die britische Monarchin mit der bisher zweitlängsten Amtszeit. Die Feierlichkeiten zum Diamantenen Thronjubiläum wurden dennoch auf den Juni verlegt - weil man auf besseres Wetter gehofft hatte. Umsonst.
Trotz des zwischenzeitlichen Nasses von oben und niedrigen Temperaturen säumen Hunderttausende Schaulustige die Ufer der Themse, um dem Spektakel beizuwohnen. Der Union Jack, die Nationalflagge des Vereinigten Königreichs, ist allerorten in den verschiedensten Varianten zu sehen: vom Regenschirm bis zur Hutschnur. Bereits in der Nacht prangte die Flagge als Riesenprojektion auf der Fassade des Buckingham-Palasts, und auch das Riesenrad London Eye erstrahlte in Rot, Weiß und Blau.
Hartgesottene Queen-Fans harrten bereits in der Nacht in Zelten oder wasserdichten Schlafsäcken an der Paradestrecke aus. "Noch nie habe ich so etwas gesehen", sagte Nicola Holder, eine ehemalige Verwaltungsangestellte aus dem südwestenglischen Devon. "Ich habe so große Achtung vor der Queen."
nik/dpa/reuters/dapd
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