Til Schweiger gegen Facebook-Fans "Verpisst euch von meiner Seite"

Til Schweiger rief auf Facebook dazu auf, für Flüchtlinge zu spenden. Viele seiner Fans schrieben rassistische Kommentare - bis es dem Schauspieler reichte: "Ihr seid zum Kotzen!"

Til Schweiger (Archiv): "Empathieloses Pack"
imago

Til Schweiger (Archiv): "Empathieloses Pack"


Am Montag werden vor dem Redaktionsgebäude des "Hamburger Abendblatts" zwei Lastwagen stehen. Mit den Lkw will die Hamburger Zeitung Hilfsgüter zu den Flüchtlingen in der Hansestadt bringen. Das Blatt hat zu einer großen Spendenaktion aufgerufen: Gebraucht werden zum Beispiel Jeans, Sweatshirts und T-Shirts, Bettwäsche, Handtücher, Säuglingsnahrung, Badelatschen. Schauspieler Til Schweiger postete den Link zum Artikel der Zeitung auf seiner Facebook-Seite.

Mit seinem Aufruf fachte Schweiger eine heiße Diskussion über Flüchtlinge an. 1400 Facebook-Nutzer stritten darüber, wie oder ob es überhaupt richtig sei, Flüchtlingen zu helfen. Ein Großteil der Kommentatoren verbreitete dabei ausländerfeindliche Bemerkungen.

Screenshot von Til Schweigers Facebook-Seite: "Ich hatte es befürchtet"
screenshot/ Til Schweiger Facebook

Screenshot von Til Schweigers Facebook-Seite: "Ich hatte es befürchtet"

Irgendwann reichte es Schweiger. "Oh Mann, ich habs befuerchtet!! Ihr seid zum Kotzen! Wirklich! Verpisst Euch von meiner Seite, empathieloses Pack! Mir wird schlecht!!!", entgegnete der Schauspieler den Kommentatoren.

Die harschen Worte stachelten seine Facebook-Freunde nur noch mehr an. "Solch ein Spruch kann doch nur einer abgeben, der den Arsch voll Geld hat und selbst nichts davon den Flüchtlingen abgibt. Helfen ist ja gut und schön aber was müssen wir Deutschen denn noch alles machen?", schrieb eine Nutzerin.

Es ist nicht das erste Mal, dass Schweiger seinem Ärger öffentlich Luft macht. Im Jahr 2011 wurde er in der Talkshow von Markus Lanz laut, als es um Sexualstraftäter ging und Schweiger einen härteren Umgang mit ihnen forderte. Dieses Jahr soll Schweiger zudem den Schauspieler Elyas M'Barek nach der Verleihung des Deutschen Filmpreises geschlagen haben. Auch über SPIEGEL ONLINE hat Schweiger sich schon aufgeregt.

Der Schauspieler wurde für seinen Einsatz für Flüchtlinge aber auch gelobt. Ein Kommentator schrieb: "Bis jetzt mochte ich den Schweiger Til nicht. Jetzt mag ich ihn. Respekt."

kha



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 108 Beiträge
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TPunkt 19.07.2015
1. Bravo!
Ich halte Til Schweiger für keinen guten Schauspieler und konnte ihn auch nicht so richtig leiden. Aber für diese Aktion und die klaren Worte: Daumen hoch!
wago 19.07.2015
2. Das waren keine Fans,
das waren klassische Trolle und Rechtsradikale. Ähnlich ging es ja auch Nuhr mit seiner Griechenland-Kritik. Dort schlug allerdings die linke Fraktion zurück. Man muss sich aber deutlich machen, dass das ein Phänomen des Internets ist und beileibe nicht neu. Ich habe mal 1997 einen Vortrag über Hasstiraden und Ähnliches im Netz auf einer Veranstaltung gehalten. Schon damals brannte das Thema unter den Nägeln. Vermutlich dürfte das Ganze sogar auf die BTX-Zeit zurückgehen.
stand.40 19.07.2015
3. Ein gut aussehender
Mann.Seine Filme sind angeblich für Kinder sehenswert . Ich sehe sie nicht aber andere auch nicht.Also übe ich keine Kritik. Aber gute Manieren hat er nicht.Wenn jemand spenden will braucht er keinen Impuls von einen Hr. Schweiger.
ChrisQa 19.07.2015
4. Würdelos
Ich könnte heulen, wenn ich als mitbekomme, dass Leute solch rassistisches, menschenverachtendes Gesabber von sich geben. Die wenigsten dieser selbsternannten 'richtigen Deutschen' haben je mit Ausländern oder gar Flüchtlingen zu tun gehabt, gar wenige davon haben ein nennenswertes Einkommen, als dass es gerechtfeertigt wäre auch nur die Worte 'unsere Steuergelder' in den Mund zu nehmen. Und doch stellen sich solche Versager, die auf nichts selbt erschaffenes stolz sind und deswegen meinen stolz auf ihre Geburtsumstände sein zu müssen, hin und meinen, sie müssten auf Leute verbal oder gar physisch herumtrampeln, die alles verloren haben ausser ihrem Leben. Mein Hochachtung an Herrn Schweiger, dass er klare Worte nicht scheut und sich engagiert.
pauschaltourist 19.07.2015
5.
Millionäre, die den gemeinen Bürger um Spenden bitten. Das fand ich bei Grönemeyer und Bono bereits amüsant. Was tut man nicht alles, um in der sonst feindlich gesinnte liberale Presse PR zu erfahren...
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