Tina Turner "Der Gedanke, dass ich sterbe, ist in Ordnung"

Gleich mehrere Schicksalsschläge musste Rocklegende Tina Turner in den vergangenen Jahren bewältigen. Stets an ihrer Seite war Ehemann Erwin Bach. Jetzt wurde bekannt: Er rettete ihr offenbar das Leben.

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Das Bild der ewig jugendlichen, kraftvollen Powerfrau hat Tina Turner viele Jahre bedient. Jetzt, mit fast 79 Jahren, bringt sie eine Autobiografie heraus, in der sie die Schattenseiten des Alters beleuchtet. Und die sind in ihrem Fall nicht minder drastisch als die Probleme in jungen Jahren.

Seit fünf Jahren hat die Musikerin demnach mit einer ganzen Reihe schwerster Gesundheitsprobleme zu kämpfen. Wie sie im Interview mit der "Zeit" berichtet, folgte auf einen Schlaganfall im Jahr 2013 die Darmkrebsdiagnose 2016, gefolgt von einer Nierentransplantation im Jahr 2017.

Organspender war Turners Ehemann Erwin Bach, ein deutscher Musikmanager, mit dem sie seit 1994 in der Schweiz lebt. "Als Erwin sagte, er sei bereit, mir sein Organ zu geben, habe ich erst verstanden, wie sehr er mich liebt", sagte Turner, die im Mai 2009 zum letzten Mal auf einer Konzertbühne stand.

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Tina Turner: Ein Leben voller Schicksalsschläge

"Ich hatte wahre Liebe ja bisher in keiner Beziehung erfahren", so Turner. Weder mit ihrem Exmann Ike, "aber auch nicht mit meiner Mutter, die mir seit meiner Geburt das Gefühl gegeben hatte, dass ich ihr gleichgültig bin".

Turner hatte ihre lebensbedrohlichen Krankheiten bislang vor der Öffentlichkeit geheim gehalten. Die Sängerin ist Buddhistin und scheint ein abgeklärtes Verhältnis zum Tod zu haben: "Für mich war und ist der Gedanke, dass ich sterbe, in Ordnung - ich habe lange gelebt", sagte Turner der "Zeit".

Die 78-Jährige sprach auch über den Suizid ihres Sohns Craig, der sich vor wenigen Monaten im Alter von 59 Jahren erschossen hatte. "Wir wissen nicht, warum er das getan hat", sagte Turner. "Ich habe mich im Guten von ihm verabschiedet, und ich glaube, er ist glücklich an dem Ort, an dem er jetzt ist."

"Eine anstrengende Erfahrung"

Der deutsche Journalist Dominik Wichmann hat mit der US-Bestsellerautorin Deborah Davis Turners Autobiografie verfasst, die kommende Woche erscheint. Wichmann hat die Musikerin viele Male zu langen Gesprächen in der Schweiz getroffen und häufig mit ihr telefoniert - eine "großartige, interessante, aber auch anstrengende Erfahrung", wie er der Schweizer Boulevardzeitung "Blick" sagte.

Er habe Turner auch in Momenten begleitet, in denen es ihr nicht gut gegangen sei. "Auf der andern Seite hat sie ein unglaublich optimistisches und zuversichtliches Gemüt und ist ein positiver Mensch. Das hat auch mir viel Kraft gegeben." Laut Wichmann hat Turner seit 2013 "ein wirklich tiefes Tal durchschritten". Er ist sich sicher: "Ohne die Nierenspende ihres Ehemanns Erwin Bach wäre sie heute wahrscheinlich nicht mehr unter uns."

Während Turners erste Lebenshälfte war von der dramatischen Ehe mit Ike Turner geprägt gewesen sei, stehe in der zweiten "diese wirklich beeindruckende und anrührende Liebesgeschichte mit Erwin Bach" im Zentrum. "Den beiden hat nichts Besseres passieren können, als dass sie sich gegenseitig kennengelernt haben. Er tut ihr wahnsinnig gut und sie ihm."

ala



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