Todestag Michael Jacksons Vater verklagt Leibarzt

Genau ein Jahr nach dem Tod Michael Jacksons hat sein Vater Zivilklage gegen den Leibarzt eingereicht. Der Mediziner wird bereits von der Staatsanwaltschaft der fahrlässigen Tötung beschuldigt. Am Todestag hatten sich Tausende Fans am Grab des Popstars versammelt.

AFP

Los Angeles - Joe Jackson hat den Leibarzt seines Sohnes verklagt. Der Vater von Michael Jackson wirft dem Kardiologen Conrad Murray vor, er habe seinem Sohn fahrlässig einen Cocktail aus Schlaf- und Beruhigungsmitteln verschrieben. Außerdem soll Murray Sanitätern und Rettungskräften bewusst verschwiegen haben, dass er Jackson das Narkosemittel Propofol verabreicht hatte, das dem Autopsiebericht zufolge zum Tod führte.

Joe Jackson reichte die Zivilklage am Freitag bei einem Bundesgericht in Los Angeles ein. Er fordert mehr als 75.000 Dollar Schmerzensgeld. "Er will Gerechtigkeit für seinen Sohn Michael", sagte Jacksons Anwalt Brian Oxman.

Murray war im Februar von der Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung und Verletzung seiner Sorgfaltspflicht angeklagt worden. Der Arzt hat den Vorwurf zurückgewiesen. Der 57-Jährige muss sich demnächst vor Gericht verantworten. Sein Anwalt Charles Peckham erklärte am Freitag, die von Joe Jackson eingereichte Klage sei keine Überraschung. Er sei überzeugt, dass die Unschuld seines Mandanten vor Gericht bewiesen werde.

Weltweit Gedenken zum Todestag

Michael-Jackson-Fans auf der ganzen Welt haben am Freitag an ihr vor einem Jahr gestorbenes Idol erinnert. Vor seiner letzten Ruhestätte auf dem Friedhof Forest Lawn Memorial Park bei Los Angeles versammelten sich am Vormittag rund 2000 Trauernde. Auch in Deutschland gedachten Fans des "King of Pop", der am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren an einer Medikamenten-Überdosis gestorben war.

Die Behörden hatten mit einem größeren Zustrom zum Mausoleum Jacksons auf dem Forest Lawn Memorial Park gerechnet. Es galten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, die Fans mussten hinter Sicherheitsbarrieren bleiben, das Mausoleum durften sie nicht betreten. "Wir werden Michael niemals näher sein können", sagte eine Studentin dem Fernsehsender KTLA. "Warum sollten wir ihm also nicht gedenken?" Sie war um 2 Uhr morgens aufgestanden, um vor Sonnenaufgang auf dem Friedhof zu sein.

Viele der Trauernden legten Blumen vor dem Mausoleum nieder. Fans aus Japan ließen sogar einen Blumenlieferdienst teilweise mehr als 1000 Dollar (rund 810 Euro) teure Sträuße zur Grabstätte bringen.

Auch in Encino nördlich von Los Angeles wurden zahlreiche Menschen erwartet. Auf das dortige Familienanwesen hatte sich die Jackson-Familie nach dem Tod Michael Jacksons zurückgezogen. In Gary im Bundesstaat Indiana, dem Geburtsort des Sängers, wollte Clan-Chefin Katherine Jackson im Laufe des Tages ein Marmor-Denkmal für ihren verstorbenen Sohn enthüllen. Außerdem soll es am Samstag in einem Hotel im Promi-Wohnort Beverly Hills bei Los Angeles eine Gedenkveranstaltung geben, zu der auch Mitglieder der Familie erwartet werden.

Auch in Deutschland erinnerten viele Fans an den ersten Todestag des "Thriller"-Sängers. Auf deutschen Fan-Seiten im Internet äußerten sie ihre Trauer. "Wir werden den Menschen Michael Jackson sehr vermissen und denken jeden Tag an ihn. Der Schmerz, den wir alle fühlen, ist unbeschreiblich und man kann die Tränen nur sehr schwer trocknen", hieß es unter anderem auf der Webseite des Fanclubs JAM.

In zahlreichen Städten wie Berlin, Hamburg und München erinnerten Fans zudem auf Trauerfeiern und Gedenkpartys mit Kerzen, Luftballons, Jackson-Imitatoren und Musik an den Star.

al/dpa/AFP



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