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Totes Bikini-Model: Polizei identifizierte Leiche anhand der Brustimplantate

Immer grausigere Details über den Mord an dem Bikini-Model Jasmine Fiore sorgen in den USA für Entsetzen. Jetzt kam heraus: Die Ermittler konnten die verstümmelte Leiche nur anhand der Seriennummer ihrer Brustimplantate identifizieren.

Mord an einem Model: "Ich will ihm selbst die Zähne ausziehen" Fotos
AP

Am Morgen des 15. August fand ein Mann in Buena Park in Orange County, rund 30 Kilometer von Los Angeles entfernt, einen Koffer. Das Behältnis war blutdurchtränkt, darin lag eine nackte weibliche Leiche. Tagelang versuchten die Behörden, die Tote zu identifizieren. Ein schwieriges Unterfangen, denn die Finger der Frau waren abgetrennt, sämtliche Zähne aus dem Mund entfernt worden.

Dann fanden die Ermittler einen ungewöhnlichen Weg, die weibliche Leiche zu identifizieren: anhand der Seriennummern ihrer Brustimplantate. "Wir hatten bereits mehrere Fälle, in denen wir Opfer auf diese Weise identifizieren konnten", sagte eine Sprecherin der Bezirksstaatsanwaltschaft in Orange County dem Magazin "People".

Laut CBS News wurde Fiore geschlagen, stranguliert und dann verstümmelt. Als dringend tatverdächtig gilt der Lebenspartner von Fiore, der Reality-TV-Star und Investmentbanker Ryan Alexander Jenkins. Der in Calgary geborene 32-Jährige hat sich ersten Ermittlungen zufolge in Richtung Kanada abgesetzt.

Kanadische Medien hatten am Freitag berichtet, dass Jenkins beim Verlassen eines Flugzeugs in Toronto festgenommen worden sei. Dies wurde von den Behörden jedoch dementiert. Bei dem Mann habe es sich nicht um Jenkins gehandelt, hieß es. Jetzt läuft die Fahndung auf Hochtouren.

Laut "Los Angeles Times" sucht die kanadische Polizei mit Hubschraubern und Spürhunden nach dem Flüchtigen. In den USA wurde eine Belohnung in Höhe von 25.000 Dollar für Hinweise auf den Verbleib des Mannes ausgeschrieben. "Wir werden jeden Stein umdrehen", sagte Tom Hession, Leiter der zuständigen Sondereinsatzkommandos des U.S. Marshals Service.

Derweil behauptet die Klatsch-Seite TMZ.com, der gesuchte Jenkins habe noch einen Tag nach dem Tod von Fiore unter dem Namen Ryan Alexander auf Facebook eine Nachricht von einem Freund empfangen, der am 18. August um 15.56 Uhr schrieb: "Bruder, wir sahen gut aus letzte Nacht."

Fiore wurde zuletzt am 13. August in Begleitung ihres Mannes in einem Hotel bei San Diego lebend gesehen. Überwachungskameras zeigen, wie Jenkins das Hotel am nächsten Morgen alleine mit einem Koffer verlässt, in dem sich möglicherweise die Leiche seiner Frau befand, berichtete TMZ.com unter Berufung auf Polizeiquellen. Jenkins war danach offenbar in seine Heimat geflüchtet. Sein Auto wurde an einem Hafen nahe der Grenze nach Kanada sichergestellt.

Der dringend Tatverdächtige spielte in der Show "Megan wants a Millionaire" einen Millionär auf der Suche nach wahrer Liebe. Der Sender VH1 hat die Kuppel-Show inzwischen abgesetzt und zugegeben, dass er Jenkins' Vergangenheit offenbar nicht gründlich genug überprüft hatte. Der Banker war vorbestraft wegen häuslicher Gewalt. Außer früheren Freundinnen hatte auch Fiore Anzeige gegen Jenkins erstattet.

Das Paar hatte sich US-Medien zufolge Anfang des Jahres in einem Casino in Las Vegas kennengelernt, wo Fiore als Tänzerin arbeitete. Zwei Tage später wurde geheiratet. Einigen Medienberichten zufolge war die Ehe inzwischen annulliert.

Ein früherer Freund des Models sagte dem Sender CNN, dass sich das Paar am Abend vor Fiores Verschwinden heftig gestritten hatte. Grund dafür könnte eine SMS gewesen sein, die Fiore zuvor an ihren Ex-Freund geschickt hatte, schrieb TMZ.com. Jenkins hatte die Nachricht offenbar auf dem Handy seiner Frau entdeckt und einen Kommentar hinterhergeschickt.

Fiores Mutter Lisa Lepore war nach der Tat außer sich vor Zorn und Schmerz. Sie hegt offenbar keinen Zweifel daran, dass nur Jenkins als Mörder ihrer Tochter in Frage kommt: "Ich will ihn niederdrücken und ihm selbst die Zähne ausziehen. Wir alle wollen das", sagte sie der "New York Daily News".

ala/dpa

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