"Miss Universe Canada" Überragender Auftritt einer Transsexuellen

Ein großer Schritt für die Gleichberechtigung: Als erste Transsexuelle nimmt Jenna Talackova an der Wahl zur "Miss Universe Canada" teil. Die ersten Runden in Bikini und Abendkleid hat sie überstanden - im wahrsten Sinne des Wortes überragend.

AP/ The Canadian Press

Toronto - Es war die Belohung für einen harten Kampf: Jenna Talackova hat ihren ersten Auftritt bei der Vorwahl zur "Miss Universe Canada" absolviert - als erste transsexuelle Kandidatin. Nach einem anfänglichen Ausschluss von dem Wettbewerb und wochenlangen Diskussionen wurde die 23-Jährige schließlich doch zugelassen.

In der ersten Runde mussten sich die 62 Teilnehmerinnen am Donnerstag im Bluma Appel Theatre in Toronto der 15-köpfigen Jury in Bikinis und Abendkleidern präsentieren. Und Talackova legte einen wahrlich überragenden Auftritt hin: Die 23-Jährige ist fast zwei Köpfe größer als viele andere Teilnehmerinnen. Besonders fiel das bei einem Foto im Bikini-Wettstreit auf: Geradezu winzig sahen drei brünette Konkurrentinnen neben der hochgewachsenen Blondine aus. Auch bei der Parade, für die alle Damen das gleiche rote Kleid mit weißen Namensschärpen trugen, kam ihr eine besondere Rolle zu: Sie betrat als Erste die Bühne.

Auch verbal gab sich die 23-Jährige stark. Es gehe nicht nur um äußerliche Schönheit. "In dem Wettbewerb geht es auch um Gesundheit, Fitness und Charisma - und alle diese drei Dinge habe ich", sagte Talackova.

Als Walter Talackova geboren, hatte sie sich nach eigenen Angaben stets im falschen Körper gefühlt und sich vor vier Jahren einer Geschlechtsumwandlung unterzogen. Sie war bereits im Finale der Wahl zur "Miss Vancouver", sollte dann aber vom nationalen Wettbewerb ausgeschlossen werden - weil sie bei der Bewerbung über ihr Geschlecht gelogen habe.

In den Bewerbungsunterlagen wird aber nicht nach möglichen Geschlechtsumwandlungen gefragt. Voraussetzungen für eine Teilnahme an der Wahl zur "Miss Universe Kanada" sind laut Website der Veranstalter lediglich, dass die Frauen die kanadische Staatsbürgerschaft haben und zwischen 18 und 27 Jahre alt sind.

Zehntausende Menschen unterschrieben eine Online-Petition bei Change.org und forderten, dass Talackova wieder für den Wettbewerb zugelassen werde. Schließlich änderte die für die Veranstaltung verantwortliche Trump-Organisation ihre Ansicht und ließ Talackova zu.

siu



insgesamt 56 Beiträge
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Seite 1
m.p.h 19.05.2012
1.
mit Verlaub, auch wenn die "Dame" durch Operation und exogene Hormone und Camouflage es vermochte, ihr Äußeres ihrem gewähnten Inneren anzupassen, bleibt sie genetisch ein Mann. Schon der Euphemismus der Geschlechts-"angleichung" bestätigt, dass es hierr nicht um "Gleiches" sondern um Angeglichenes geht. Mag man der Dame gönnen, sich ihr schizodes Selbst sich per Akklamationem bestätigen lassen zu wollen. Die Teilnahme eines angeglichenen Mannes bei einer MISS-wahl macht diese doch zur Farce. Sorry, nicht politisch Korrekt, aber ehrlich.
Montanabear 19.05.2012
2. Miss Universe
Kann man nicht einfach mal nur natur-belassene Frauen in den Wettbewerb lassen ? So, wie es jetzt ist, ist die Sache doch mehr ein Wettbewerb zwischen verschiedenen Schoenheitschirurgen. Das kann doch nicht der Sinn der Sache sein.
RosaHasi 19.05.2012
3. .
schön sieht er nicht gerade aus
quarry 19.05.2012
4. Wann zur Hölle
werden Schreiberlinge endlich wissen , dass es Geschlechtsangleichend heisst?
WWFDeutschland 19.05.2012
5. Zur Petition
http://www.change.org/petitions/miss-universe-canada-donald-trump-reverse-the-unfair-disqualification-of-jenna-talackova
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