Trauerfeier Jett Travolta nach Scientology-Ritual beigesetzt

Sie sind bekennende Scientologen: John Travolta und Kelly Preston sollen ihren verstorbenen Sohn Jett in der Tradition ihrer Religion bestattet haben. Tom Cruise wies derweil Vorwürfe an die beiden zurück, sie hätten mit dem kranken Jett keinen Arzt aufgesucht.


Los Angeles - Die Trauerfeier für ihren verstorbenen Sohn hielten sie im kleinsten Kreis ab: Hollywoodstar John Travolta, 54, und seine Frau Kelly Preston, 46, verabschiedeten sich von dem nur 16 Jahre alt gewordenen Jett in engster Familienrunde.

Wie der Internet-Dienst "E!Online" berichtete, fand die Feier sechs Tage nach dessen Tod in Ocala in Florida statt. Dort besitzt die Familie ein Haus in einer Anlage für Hobbyflieger mit eigener Landebahn. Dutzende Reporter und Kamerateams umlagerten den eingezäunten Komplex. Zunächst wurde nicht bekannt, welche Freunde des Paares zu der Trauerzeremonie angereist waren.

Die Eltern, beide überzeugte Scientologen, wollten ihren Sohn in der Tradition ihrer Religion bestatten lassen, hieß es. Jetts Leiche sei eingeäschert worden.

Schützenhilfe von Tom Cruise

Tom Cruise, ein enger Freund der Familie, sprach der Familie Travolta offiziell sein Mitgefühl aus. "Es ist einfach schrecklich", sagte Cruise über den plötzlichen Tod des Jungen bei einer Interviewaufzeichnung mit der Moderatorin Barbara Walters. Cruise wies im Rahmen des Gesprächs auch Kritik zurück, dass Scientology-Anhänger den Gang zum Arzt scheuen würden - und die Familie Travolta daher eine Mitschuld am Tod des Jungen trage.

"Im Gegenteil, Scientology sagt dir, lass dich untersuchen, nimm deine Medizin und bekomme deine körperlichen Krankheiten in den Griff", sagte Cruise im Interview mit dem Fernsehsender ABC. Vorsorge, Medizin und regelmäßige Untersuchungen seien sehr wichtig. Berichten zufolge soll das Ehepaar Travolta eine Behandlung ihres an epileptischen Anfällen leidenden Sohns Jett aufgrund ihrer Scientology-Mitgliedschaft abgelehnt haben.

Cruise zeigte sich zugleich schockiert über den Tod des Teenagers, der in der vergangenen Woche auf den Bahamas nach einem Anfall starb. Sichtlich bewegt sagte er ABC: "Ich erinnere mich noch an Jetts Geburt, John hat ihn so geliebt." Travolta und seine Frau Kelly Preston seien leidenschaftlich Eltern gewesen.

"Es ist beliebt, Scientology lächerlich zu machen"

Lisa Marie Presley verteidigte Travoltas Zugehörigkeit zu der umstrittenen Organisation im Zusammenhang mit dem Tod des Teenagers ebenfalls. In ihrem Internet-Tagebuch bekundet die Musikerin ihr Beileid für die Eltern John und Kelly. "So beliebt es ist, Scientology und Scientologen lächerlich zu machen, das hier ist der falsche Zeitpunkt", so die Tochter von Elvis Presley.

Es kursierten sehr viele falsche Informationen zu dem Thema, darunter auch, dass Scientologen nicht an die herkömmliche Medizin glaubten. Das sei total falsch. Die Travoltas hätten alles menschenmögliche getan, um ihrem Sohn zu helfen. "Ich schreibe das nicht, um meinen Glauben zu predigen, sondern um meine Freunde zu verteidigen". Die Öffentlichkeit solle die Familie in Ruhe trauern lassen, so die vierfache Mutter.

Jett war am vorigen Freitag während eines Familienurlaubs auf den Bahamas bewusstlos im Badezimmer gefunden worden und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Das Ergebnis der Obduktion wurde nicht mitgeteilt. Auf dem Totenschein steht Medienberichten zufolge als Todesursache "Anfall". Der einzige Sohn des Paares soll seit langem an Krampfanfällen gelitten haben.

Nach Angaben der Eltern hatte er mit etwa zwei Jahren eine entzündliche Gefäßerkrankung, die Herzprobleme auslösen kann. Travolta und seine Frau erklärten auf ihrer Homepage: "Unsere Herzen sind gebrochen, weil unsere Zeit mit ihm so kurz war." Und weiter: "Jett war der wunderbarste Sohn, den Eltern sich je wünschen können." Das Scientologen-Paar hat noch die gemeinsame achtjährige Tochter Ella.

jjc/dpa



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