Die Queen bei Merkel "I lived in East Germany"

Angela Merkel zeigt der Queen das Kanzleramt und plaudert über das historische Berlin. Das Video bietet eine seltene Kostprobe von Merkels Englischkenntnissen.

Bundesregierung

Die Queen hat schon einiges hinter sich, als sie am Mittag im Kanzleramt eintrifft, an Tag zwei ihrer Deutschlandreise. Die 89-Jährige ist bereits in einem gleichaltrigen Boot namens "Ajax" über die Spree geschippert. Und sie hat vom Bundespräsidenten ein Gemälde überreicht bekommen, das sie als Neunjährige auf einem blauen Pony zeigt.

Jetzt spricht die Kanzlerin Englisch. Angela Merkel - rosa Blazer, schwarze Hose - gibt die treusorgende Gastgeberin. Ein Dolmetscher? Ach wo. Die Szenen, die Regierungssprecher Steffen Seibert in einem Video bei Twitter hochlud, entfalten da einen ganz eigenen Charme.

Während die Queen sich in der 58 Sekunden langen Sequenz auf kurze Einlassungen beschränkt - "yes", "really" - plaudert die Kanzlerin munter drauflos. Das Zimmer, das beide rasch durchschreiten, ist der Speisesaal für die Mächtigen aus dem In- und Ausland. "This is the room, where we receive normally for dinners the prime ministers and presidents". Das "th" ist nicht zu retten, sonst alles verständlich.

"I lived in East Germany"

Die Queen, die schwarze Handtasche fest im Griff, blickt kurz zu einer schlicht gedeckten Tafel. Da hat man es im Buckingham-Palast wahrscheinlich um einiges fürstlicher. Also weiter. Man könne kurz auf die Dachterrasse, bietet die Kanzlerin an, vielleicht wolle die Queen mal gucken. Die Queen will.

Draußen angekommen, lassen Kanzlerin und Königin ihre Blicke über das Regierungsviertel schweifen. Merkel zeichnet mit der rechten Hand eine Linie in die Luft. "And where the train goes there, there was the wall." Da die Eisenbahn - da die Mauer. "I lived in East Germany", erzählt die Kanzlerin noch. Sie habe im Osten gelebt, 200 Meter hinter der Mauer.

Dann setzen sich die Damen. "Again a warm welcome", sagt Merkel. "Thank you very much", sagt die Queen. Herzlich Willkommen in Deutschland.

sms



insgesamt 137 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
bellfleurisse 24.06.2015
1. in
" "I lived in East Germany" Hat sie erklärt, was das sein soll? Ostdeutschland als Bezeichnung für die Diktatur *GDR*. Wenn Merkel 200 Meter "hinter der Mauer" gelebt hat, war sie offensichtlich Mitglied der NVA und ihr Bett stand auf dem Todesstreifen. Manmanman Mich macht die Doofheit mancher Fassungslos. Man muss kein Englisch können um diese Position inne zu haben- schlimm genug- aber so doof, dass man sein Manko nicht halbwegs richtig einschätzt und Dolmetscher nutzt, muss man erstmal sein
leserich 24.06.2015
2. Englischkenntnisse?
Merkels Englischkenntnisse sind weniger das Problem. Ein Trauerspiel ist, daß das Land, in dem die gebürtige Altonaerin (gehört heute zu Hamburg) aufwuchs nicht "East Germany" hieß, sondern DDR. Aber für Merkel macht das wohl keinen Unterschied, was auch an ihrer Politik erkennbar ist.
TangoGolf 24.06.2015
3. süß die zwei,
aber gegen die staatstragende Aura der Queen, deren Hauch von Empire den sie ausstrahlt, wirkt selbst Merkel furchtbar blass und nahbar.
trevorcolby 24.06.2015
4. liebe SPON-Redaktion...
....in der Überschrift muss es "seltsame Katastrophe" statt "seltene Kostprobe" heißen, ich denke hier ist ein Tippfehler. :-)
kajoter 24.06.2015
5.
Ich frage mich gerade, ob es ein Eignungskriterium deutscher Politiker ist, über ein hundsmiserables Englisch zu verfügen. Ob Westerwelle, Oettinger oder Merkel - da bleibt nur noch Fremdschämen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.