Vorwurf der Homophobie Polizei ermittelt gegen Boxweltmeister Fury

Der britische Klitschko-Bezwinger und Boxweltmeister Tyson Fury hat sich in einem Interview für ein Verbot von Homosexualität ausgesprochen. Es gab heftige Proteste, jetzt ermittelt die Polizei wegen der homophoben Äußerung.

Boxer Fury in Bolton: "Mehr Persönlichkeit in der Spitze meines kleinen Fingers"
AFP

Boxer Fury in Bolton: "Mehr Persönlichkeit in der Spitze meines kleinen Fingers"


Die britische Polizei ermittelt wegen des Vorwurfs der Homophobie gegen den Boxweltmeister Tyson Fury. Dies bestätigte eine Sprecherin der Polizei Manchester der Nachrichtenagentur AFP.

Der 27-Jährige hatte in Interviews gesagt, dass Homosexualität im gleichen Maße verboten gehöre wie Pädophilie. Ein TV-Zuschauer zeigte Fury deswegen an. Die Polizei nehme die Angelegenheit "sehr ernst".

Nach den Äußerungen hatten Tausende Briten in einer Petition auf Furys Ausschluss von der BBC-Sportlerwahl gedrängt. Der Boxer steht auf der Shortlist, am 20. Dezember soll der Gewinner bekannt gegeben werden.

Die Petition, die mehr als 100.000 Menschen unterzeichneten, wurde von Formel-1-Champion Lewis Hamilton und Tennisstar Andy Murray angeführt - die sich daraufhin von Fury Beleidigungen anhören mussten. "Was braucht man denn an Persönlichkeit, um ein Auto hundertmal um einen Kurs zu fahren oder einen Ball hin- und herzuschlagen? Nicht wirklich viel, oder?", sagte er in einem Videointerview.

Kritik an der BBC

Der Engländer, der am 28. November in Düsseldorf sensationell Wladimir Klitschko entthront hatte, war zuletzt mehrfach wegen diskriminierenden Äußerungen aufgefallen. So behauptete er beispielsweise, Frauen gehörten "in die Küche oder auf den Rücken".

Die BBC geriet unterdessen in die Kritik, weil sie Fury nicht von der Sportlerwahl ausschloss. Die Rundfunkanstalt gab an, dass die Zuschauer bei der Wahl selbst gegen Fury stimmen könnten.

Der gab sich unterdessen übertrieben selbstbewusst: "Ich weiß zu einer Million Prozent, dass ich mehr Persönlichkeit in der Spitze meines kleinen Fingers habe als sämtliche Nominierten zusammen", sagte er. "Jeder im Land weiß das. Wenn es nach Persönlichkeit geht, gibt es nur einen Sieger. Und wenn es nach sportlichem Erfolg geht, dann gibt es auch nur einen Sieger."

sun/sid

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 55 Beiträge
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Seite 1
987leo123 09.12.2015
1.
da frag ich mich was man für ne persönlichkeit brauch um sein geld mit schlägereien zu verdienen...
udar_md 09.12.2015
2. Absurd
Eine polizeiliche Ermittlung ist genau so absurd wie seine Äußerung über Homosexualität. In einer modernen Gesellschaft sollte jeder seine Neigung erleben. Gleichzeitig müssen auch die Andersdenkende Akzeptanz finden, ohne als Diskriminierende abgestempelt zu werden.
90-grad 09.12.2015
3. Homophobie,
eine Straftat in GB? Wow, wusste ich bisher nicht. Ist das in D jetzt auch verboten?
severin123 09.12.2015
4. Toleranz
für Alle, keine Zustimmung fur die Äußerungen. Gibt es nicht so etwas wie die Meinungsfreiheit? Es gilt doch auch für so einen Hinterwaeldler wie Fury.
r.muck 09.12.2015
5. Meinungsdiktatur
Man kann diese Äußerungen des Boxers (Gehirntraumen nicht ausgeschlossen *lach*) völlig unpassend, ja verachtenswert finden. Aber daraus einen Fall für die Polizei zu machen und die "nimmt das sehr ernst" ist doch ein krasser Fall im Mutterland des freien Wortes. Wahrscheinlich stehen am Hyde Park mittlerweile Gesinnungspolizisten.
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