Udo Jürgens über Sterbehilfe "Ich bin Darwinist"

Schlagersänger Udo Jürgens würde im Fall einer schweren Erkrankung Sterbehilfe in Anspruch nehmen - das deutete er in einem Interview mit der "Hörzu" an. Das Leben sei ein Geschenk, das man auch zurückgeben dürfe.

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Hamburg - Udo Jürgens hat eine Patientenverfügung und würde im Fall einer schweren Erkrankung auch Sterbehilfe in Anspruch nehmen. Das bestätigte der Schlagersänger zumindest indirekt im Gespräch mit der TV-Zeitschrift "Hörzu". "Alles, was man vorsorglich tun kann, habe ich gemacht", sagte er. Freiheit sei nur dann Freiheit, "wenn wir selbst entscheiden können, was wir wollen".

In der Zeitschrift äußerte sich Jürgens ausführlich über seine Gedanken zum Lebensende. So suche er für Gespräche über den Tod Kontakt zu Philosophen, Wissenschaftlern und Buchautoren. "Leider stelle ich fest, dass bei diesem Thema alle ratlos sind." Diese Hilflosigkeit würden die Religionen ausnutzen.

"Ich selbst bin Darwinist", sagte der 79-Jährige in Bezug auf seinen Tod. "Sollte ich je so schwer erkranken, dass mein Verstand nicht mehr funktioniert, hoffe ich, es möge dann mehr Toleranz dafür geben, dass es unter der Mitwirkung von Ärzten möglich ist, den letzten Wunsch eines Einzelnen zu erfüllen."

Über den Akt der Sterbehilfe sagte Jürgens: "Ich glaube, das Leben ist ein Geschenk, das wir bekommen haben und das wir auch zurückgeben dürfen. Etwa wenn es nicht mehr würdevoll gelebt werden kann." Der Musiker und Komponist wird am 30. September 80 Jahre alt.

rls/dpa



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