Umstrittene Äußerung Brigitte Bardot wegen Volksverhetzung verurteilt

Die Bardot protestierte - und erntete ihrerseits Protest: In einem Schreiben prangerte sie 2006 das Schächten von Schafen zu muslimischen Festtagen an. Ihre Formulierungen brachten ihr Anzeigen verschiedener Bürgerrechtsgruppen ein. Nun wurde sie verurteilt - wegen Aufrufs zum Rassenhass.


Paris - Satte 15.000 Euro kostet das Sexsymbol der sechziger Jahre seine Äußerung: Das Strafgericht von Paris verurteilte die 73-Jährige zu einer Bußgeldzahlung - es ist nicht ihre erste. In einem Schreiben aus dem Jahr 2006 an den damaligen französischen Innenminister Nicolas Sarkozy hatte sich die Schauspielerin über das Schächten unbetäubter Schafe zu muslimischen Feiertagen beschwert.

Aktivistin Bardot: Strafe wegen Volksverhetzung
AP

Aktivistin Bardot: Strafe wegen Volksverhetzung

Darin heißt es: "Ich bin es leid, von dieser ganzen Bevölkerung an der Nase herumgeführt zu werden, die uns ihre Gebräuche aufzwingt." Bardot forderte, dass Schafe betäubt werden müssten, bevor ihnen die Kehle durchgeschnitten werde.

Ihre Äußerungen hatten Bardot Anzeigen verschiedener Bürgerrechtsgruppen eingebracht. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe verlangt, weil Bardot als Wiederholungstäterin bereits mehrfach wegen rassistischer Äußerungen belangt worden war. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. Der einstige Filmstar erschien aus Gesundheitsgründen nicht zur Verlesung des Urteils.

Schächtungen sind Bestandteil des islamischen Opferfestes und in Deutschland wegen des angenommenen qualvollen Todes der Tiere nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Anfang der siebziger Jahre hatte sich die Schauspielerin aus dem Filmgeschäft zurück gezogen. Seitdem macht sie sich vermehrt für den Tierschutz stark - auch mit einer eigenen Stiftung.

imo/afp/ap



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