Unfall beim "Veep"-Gucken Am Boden vor Lachen

Lachen ist gesund? Lachen ist gesundheitsgefährdend! Diese Erfahrung machte ein australischer Abgeordneter. Er ging K.o. - und das nur, weil ihm eine Polit-Satire so gefiel.

Szene aus "Veep" (Archiv)
AP/ HBO

Szene aus "Veep" (Archiv)


Graham Perrett sieht aus, als sei er in eine Bierzeltschlägerei verwickelt gewesen. Blaues Auge und Wunden, die genäht werden mussten. Der Parlamentarier aus Australien hat sich seinen Zustand allerdings ganz allein zuzuschreiben.

Perrett vollbrachte das Kunststück, beim Fernsehen ohne Fremdeinwirkung K.o. zu gehen. Er verschluckte sich am Sushi, schnappte nach Luft, stolperte in seiner Wohnung umher und knallte mit dem Kopf schließlich gegen eine Ecke des Küchenschranks. Seine Frau fand ihn bewusstlos auf dem Boden. Überall sei Blut gewesen, hieß es.

Der Grund für die Episode? Perrett hatte die Serie Polit-Satire "Veep" angeschaut - darin spielt Julia Louis-Dreyfus eine Politikerin, die nach dem Rücktritt des Präsidenten zur Staatschefin befördert wird.

Dem Portal BuzzFeed sagte Perrett, er habe über eine Szene aus der neuen Staffel gelacht (Achtung, Spoiler), in der ein Kongressabgeordneter sich den Kopf rasiert, um als Krebskranker durchzugehen. "Ich habe so herzhaft gelacht, dass ich ein wenig Reis in den falschen Hals bekam", sagte Perrett. Er könne aber nicht lange bewusstlos gewesen sein. Nach dem Aufwachen habe er immer noch gelacht.

Louis-Dreyfus entging der Fall nicht. Sie könne die Sache kaum glauben, schrieb sie auf Twitter. Nachdem Perrett ihr geantwortet hatte, schob sie noch ein "Passen Sie gut auf sich auf und - um Gottes willen - seien Sie vorsichtig!" hinterher.

Timothy Simons, der die Rasurszene spielte, kriegte sich angesichts von Perrets Missgeschick ebenfalls kaum mehr ein. Man werde es aus Rücksicht auf Perrett künftig etwas ruhiger anlassen, scherzte er. "Oder wir schicken ihm bearbeitete Folgen."

"Veep"-Produzent David Mandel sagte dem "Guardian", er sei sehr froh, dass jemand die Folge so lustig gefunden habe wie das Team. Ihm würden ein paar Offizielle in den USA einfallen, denen er die Folge gerne zuschicken würde, sagte Mandel. "Mit etwas Glück sind deren Frauen nicht zu Hause."

"Veep" und der reale Politikbetrieb sind sich näher, als man vermuten würde. Jüngst machte Louis-Dreyfus bekannt, dass demokratische Politiker sie zu einer Kandidatur bewegen wollten - die Schauspielerin lehnte das Angebot ab.

Und Australiens Premierminister Malcolm Turnbull musste sich Lästereien anhören, als er im vergangenen Jahr im Wahlkampf den Slogan "Kontinuität und Wandel" benutzte. Mit fast exakt diesen Worten ("Kontinuität mit Wandel") hatte die von Louis-Dreyfus gespielte Selina Mayer in "Veep" für sich geworben.

ulz



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.