Unfalltod von Paul Walker Polizei dementiert Berichte von illegalem Autorennen

Die Polizei hat Berichten widersprochen, denen zufolge dem tödlichen Unfall des Schauspielers Paul Walker ein illegales Rennen vorausgegangen sein könnte. Es gebe keine Hinweise, dass ein zweites Auto involviert gewesen sei. Die Ermittler setzen nun auf Bilder von Überwachungskameras.

AP

Los Angeles - Was führte zu dem tödlichen Unfall des US-Schauspielers Paul Walker? Berichte, wonach ein zweites Auto an der Entstehung des Unglücks beteiligt gewesen sein könnte, hat die Polizei von Los Angeles nun dementiert. Augenzeugen hätten den Ermittlern gesagt, "dass das Auto alleine und mit einer hohen Geschwindkeit unterwegs war", teilte die Polizeibehörde mit.

Walker, der vor allem durch sein Engagement in der Filmserie "The Fast and the Furious" bekannt wurde, war am Samstag in einem Porsche Carrera GT gestorben. Der Wagen prallte im kalifornischen Santa Clarita offenbar gegen einen Laternenmast und einen Baum und ging in Flammen auf. Walker war Beifahrer, am Steuer saß sein Freund Roger Rodas, ein leidenschaftlicher Rennfahrer.

Die Straße, auf der das Unglück geschah, soll für illegale Rennen bekannt sein. Der Nachrichtensender CNN und die Promi-Webseite "TMZ" hatten berichtet, Ermittler hätten die Information erhalten, dass zum Zeitpunkt des Unfalls ein zweites Auto gesehen worden sei. Es gebe Hinweise auf ein Rennen. Die Polizei stellte nun klar: "Kein Augenzeuge hat uns von einem zweiten Wagen berichtet."

Auf dem Abschnitt der Hercules Street gilt ein Tempolimit von 45 Meilen pro Stunde, umgerechnet gut 70 Kilometer in der Stunde. Die Straße führt durch ein Industriegebiet, besonders am Wochenende herrscht hier wenig Verkehr. Nach Angaben der Polizei kommt es immer wieder zu Unfällen.

"Ich werde dich immer lieben"

Walker und Rodas waren vor dem Unglück auf einer Veranstaltung der Organisation Reach Out Worldwide, die der Schauspieler selbst gegründet hatte. Bei dem Event sollten offenbar Spenden geworben werden für die Opfer des Taifuns "Haiyan" auf den Philippinen. Ein Gast der Veranstaltung hatte gesagt, Walker habe nur schnell etwas holen wollen, als er mit Rodas davonfuhr.

Ermittler werten nun Aufnahmen von Überwachungskameras aus. Weitere Informationen erhoffen sie sich vom Bordcomputer des Porsches. Das Ergebnis der Autopsie wird für Dienstag erwartet. Die Leichen waren derart verbrannt, dass sie anhand der Zähne identifiziert werden sollten.

Am Unglücksort versammelten sich viele Menschen, manche weinten, einige legten Blumen nieder oder Fotos von Walker. Der Schauspieler Vin Diesel, an dessen Seite Walker in "The Fast and the Furious" vor der Kamera gestanden hatte, drückte auf Facebook seine Trauer aus: "Ich wünschte, du könntest jetzt die Welt sehen und den tiefgreifenden Einfluss, den dein Leben auf sie hatte, auf uns, auf mich. Ich werde dich immer lieben, als der Bruder, der du warst, auf und neben der Leinwand." Innerhalb weniger Stunden teilten über 1,2 Millionen Menschen Diesels Botschaft.

Walker spielte in fünf Filmen der bisher erschienenen sechs Teile von "The Fast and The Furious" den Ermittler Brian O'Conner. Auch für Teil sieben stand er vor der Kamera. Der Film sollte im Juli 2014 in den USA starten. Das Universal-Filmstudio sagte bislang nicht, ob das Datum eingehalten werden und ob der Film überhaupt herauskommen kann.

bim/AP



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