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Urlaub auf Berlusconis Anwesen: Tschechiens Ex-Premier verärgert über Nacktfotos

Barbusige Frauen, Berlusconi und ein nackter Mann: Mit diesen Bildern von einem Anwesen des italienischen Premiers erregte die spanische Zeitung "El País" Aufsehen. Jetzt gibt der tschechische Ex-Ministerpräsident Topolanek zu: Ja, er ist der Mann unten ohne. Allerdings sei das Foto "manipuliert".

Prag - Am Rande des Pools steht ein nackter Mann, sein Gesicht ist gepixelt - sein restlicher Körper klar zu erkennen. Dieses und andere Motive zeigte die spanische Tageszeitung "El País" in ihrer Ausgabe vom Freitag und sorgte damit für Aufregung.

Steht zu Nacktaufnahmen: Tschechiens Ex-Premier Mirek Topolanek
AFP

Steht zu Nacktaufnahmen: Tschechiens Ex-Premier Mirek Topolanek

Jetzt steht fest: Der Mann ohne Kleidung ist Tschechiens Ex-Regierungschef Mirek Topolanek, wie schon in den vergangenen Tagen kolportiert wurde. Er hat zugegeben, dass die Bilder ihn zeigen - spricht aber von Manipulationen an dem Bild.

Dem Online-Portal Aktualne.cz sagte Topolanek, das Foto sei "verändert" worden und "nicht authentisch". Die Aufnahmen, die auf dem Anwesen von Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi in Sardinien entstanden sind, seien ein "unverschämter Eingriff" in seine Privatsphäre.

Gleichzeitig sagte Topolanek, an dem Foto sei nichts "Falsches oder Kompromittierendes". Es habe sich um private Ferien auf einem geschlossenen Gelände gehandelt, nicht um einen Aufenthalt an einem öffentlichen Strand.

Bisher hatte Topolanek abgestritten, dass es Fotos von ihm auf Berlusconis Anwesen geben könnte. Die Veröffentlichung in der linksgerichteten Zeitung "El País" brachte der rechtsliberale Politiker mit dem Beginn der Europawahlen am Freitag in Tschechien in Verbindung: Er habe gar nicht gewusst, dass die Linke solche Methoden nötig habe. Topolaneks Regierung war im März durch ein Misstrauensvotum gestürzt worden.

"El País" nahm zu den Vorwürfen vorerst keine Stellung, veröffentlichte Topolaneks Erklärung aber auf der Internet-Seite der Zeitung - zusammen mit einem Kommentar des spanischen Journalistenverbands, denen zufolge die Zeitung ethisch korrekt vorgegangen sei, denn sie habe alle Privatpersonen auf den Fotos unkenntlich gemacht. Tatsächlich wird auch Topolanek nicht identifiziert und das Gesicht des nackten Mannes nicht gezeigt.

Der 72-jährige Berlusconi hatte die Bilder des sardischen Fotografen Antonello Zappadu beschlagnahmen lassen, weil er dadurch seine Privatsphäre verletzt sieht, und in Italien die Veröffentlichung untersagen lassen. Wie "El País" an die Bilder kam, ist ungeklärt.

Auf den auch ins Internet gestellten Bildern sind unter anderem Frauen beim Sonnen oben ohne zu sehen. Berlusconi ist auf einem Bild inmitten mehrerer junger Frauen im Garten seines Anwesens abgebildet, allerdings nicht in der Nähe nackter Frauen. Der Anwalt des italienischen Ministerpräsidenten kündigte eine Klage gegen "El País" an. Er selbst sagte, die Fotos seien "harmlos", die Veröffentlichung aber "skandalös".

Fotograf Zappadu soll auch Schnappschüsse von einer Party gemacht haben, zu der die damals 17-jährige Schülerin Noemi Letizia eingeladen gewesen war - deren Nähe zu Berlusconi in Italien einen Skandal ausgelöst und seine Ehefrau zur Scheidung provoziert hatte. Deshalb gelten die jetzt veröffentlichten Fotos in Italien als politisch brisant.

Berlusconi schwört, kein Verhältnis mit Minderjährigen gehabt zu haben. Auch er spricht von einem Komplott linker Zeitungen und der Opposition, die ihm vor der Europawahl am Wochenende schaden wollten. Laut Berlusconi hatte der Fotograf die Bilder "illegal" von einer Terrasse außerhalb seiner Luxusvilla geschossen.

can/AFP

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