Urteil Atze Schröder darf echten Namen geheim halten

Komiker Atze Schröder hat ein Recht darauf, seinen echten Namen vor der Öffentlichkeit zu verschweigen. Das Landgericht Berlin untersagte einem Zeitungsverlag, die wahre Identität des Künstlers preiszugeben. Die Privatperson hinter der Kunstfigur werde sonst enttarnt.


Berlin - Die Richter seien zu dem Ergebnis gekommen, dass das Geheimhaltungsinteresse des Künstlers an seiner wirklichen Identität gewichtiger sei als das Informationsinteresse der Öffentlichkeit, teilte das Gericht heute mit. Die Veröffentlichung des echten Namens verletze dessen berechtigtes Interesse an der Wahrung seiner Anonymität außerhalb seines beruflichen Wirkens. Bei der Nennung des Namens der hinter der Kunstfigur stehenden Privatperson handele es sich um eine "Enttarnung", die der Betroffene nicht hinnehmen müsse, befanden die Richter.

Komiker Atze Schröder: Künstler muss "Enttarnung" nicht hinnehmen
DPA

Komiker Atze Schröder: Künstler muss "Enttarnung" nicht hinnehmen

Der Komiker tritt ausschließlich in Maskerade und unter dem Pseudonym Atze Schröder auf. Bekannt geworden war er mit der TV-Serie "Alles Atze" auf RTL. Einer anderen Zeitung war bereits 2005 untersagt worden, Fotos, die den Komiker in privaten Alltagssituationen zeigen, zu veröffentlichen. Gegen die neuerliche Entscheidung des Berliner Landgerichts kann Berufung eingelegt werden.

"Atze Schröder" hatte erst kürzlich angekündigt, mit seiner Kunstfigur in der Öffentlichkeit kürzer treten zu wollen. Zugleich hatte er selbst aber auch Hinweise auf den Bezug des Künstlernamens zu seiner Jugend gegeben. So hätten ihn schon früher alle zu Hause "Atze" genannt. "Schon meine Oma sagte: Atze, komm her", gab er an. (Gesch.-Nr. 27 O 1063/06 Landgericht; Landgericht 27 O 26/05; Kammergericht 9 U 71/05)

ffr/ddp



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.