Los Angeles - "Schuldig, schuldig", riefen die Fans in Sprechchören und fielen sich glücklich und mit Tränen in den Augen in die Arme. Hunderte Fans von Michael Jackson brachen angesichts der Urteilsverkündung vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles in Jubel aus. "Endlich Gerechtigkeit für Michael" oder "Legt den Lügner in Handschellen" stand auf ihren Plakaten.
Auch die Angehörigen des verstorbenen Künstlers waren offenbar erleichtert: So zeigten sich die Eltern Katherine und Joe Jackson "begeistert" von der Entscheidung der Jury, den Herzspezialisten wegen fahrlässiger Tötung zu verurteilen: "Zwar kann nichts unseren Sohn zurückbringen, aber der Gerechtigkeit wurde endlich Genüge getan", sagten die beiden dem US-Klatschportal TMZ. "Wir können es gar nicht erwarten, nach Hause zu kommen und diesen Tag mit Michaels Kindern zu teilen."
Jacksons Schwester La Toya streckte gar die Hand zum Siegeszeichen in die Höhe und twitterte wenig später "Victory" auf ihrer Seite. Auch die Polizei von Los Angeles zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung. "Wir könnten nicht glücklicher sein", sagte ein Sprecher TMZ.
TMZ berichtete genüsslich von der ersten Knastmahlzeit des Arztes im Gefängnis. Diese habe aus einem Käse-Sandwich, Früchtepunsch, Karotten und selbstgemachten Keksen bestanden. "Wir wissen nicht, ob er tatsächlich davon gegessen hat, aber wir vermuten, dass ihm der Appetit vergangen war", ätzte der Verfasser der Meldung.
Murrays Anwälte scheiterten mit dem Versuch, ihren Mandanten bis zur Verkündung des Strafmaßes in drei Wochen auf Kaution aus der Haft zu holen. Richter Michael Pastor lehnte das ab: "Es ist eine Tat, an deren Ende der Tod eines Menschen stand. Eine Freilassung kann ich deshalb nicht verantworten." Die zwölf Geschworenen hatten an zwei Tagen gut acht Stunden beraten, bevor das einstimmige Urteil fiel.
Murray war für angeblich 150.000 Dollar im Monat als Leibarzt von Michael Jackson angeheuert worden. Die Schlaflosigkeit des 50-Jährigen hatte er mit Propofol behandelt - einem Narkosemittel, das ansonsten bei Operationen eingesetzt wird. Experten hatten ausgesagt, dass die Vergabe dieses starken Mittels gegen Schlaflosigkeit und dazu noch außerhalb eines Krankenhauses unverantwortlich sei.
Die Anklage warf dem Mediziner "grobe Fahrlässigkeit" vor, weil er seinen betäubten Patienten unter anderem aus den Augen gelassen haben soll. Nach Darstellung der Verteidigung griff der Pop-Star selbst zu der tödlichen Dosis, als sein Arzt nicht im Raum war.
ala/dpa/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Leute | RSS |
| alles zum Thema Michael Jackson | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH