Urteil gegen Jacksons Arzt: Fans und Familie jubeln über Schuldspruch

Freude, Tränen, Siegestaumel: Die Reaktionen auf den Schuldspruch von Conrad Murray, Leibarzt des verstorbenen Michael Jackson, sind einhellig positiv. Die Angehörigen des King of Pop jubelten, seine Fans auch - und sogar die Polizei von Los Angeles.

Los Angeles - "Schuldig, schuldig", riefen die Fans in Sprechchören und fielen sich glücklich und mit Tränen in den Augen in die Arme. Hunderte Fans von Michael Jackson brachen angesichts der Urteilsverkündung vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles in Jubel aus. "Endlich Gerechtigkeit für Michael" oder "Legt den Lügner in Handschellen" stand auf ihren Plakaten.

Auch die Angehörigen des verstorbenen Künstlers waren offenbar erleichtert: So zeigten sich die Eltern Katherine und Joe Jackson "begeistert" von der Entscheidung der Jury, den Herzspezialisten wegen fahrlässiger Tötung zu verurteilen: "Zwar kann nichts unseren Sohn zurückbringen, aber der Gerechtigkeit wurde endlich Genüge getan", sagten die beiden dem US-Klatschportal TMZ. "Wir können es gar nicht erwarten, nach Hause zu kommen und diesen Tag mit Michaels Kindern zu teilen."

Jacksons Schwester La Toya streckte gar die Hand zum Siegeszeichen in die Höhe und twitterte wenig später "Victory" auf ihrer Seite. Auch die Polizei von Los Angeles zeigte sich zufrieden mit der Entscheidung. "Wir könnten nicht glücklicher sein", sagte ein Sprecher TMZ.

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Jubel über Murray-Urteil: "Schuldig, schuldig!"
Der Herzspezialist Murray habe sich der fahrlässigen Tötung schuldig gemacht, lautete am Montag das Urteil der Jury in Los Angeles. Das Strafmaß soll am 29. November bekanntgegeben werden, möglich sind vier Jahre Haft. Solange bleibt der Arzt hinter Gittern. Der 58-Jährige, der die Entscheidung mit stoischer Miene zur Kenntnis nahm, wurde in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt.

TMZ berichtete genüsslich von der ersten Knastmahlzeit des Arztes im Gefängnis. Diese habe aus einem Käse-Sandwich, Früchtepunsch, Karotten und selbstgemachten Keksen bestanden. "Wir wissen nicht, ob er tatsächlich davon gegessen hat, aber wir vermuten, dass ihm der Appetit vergangen war", ätzte der Verfasser der Meldung.

Murrays Anwälte scheiterten mit dem Versuch, ihren Mandanten bis zur Verkündung des Strafmaßes in drei Wochen auf Kaution aus der Haft zu holen. Richter Michael Pastor lehnte das ab: "Es ist eine Tat, an deren Ende der Tod eines Menschen stand. Eine Freilassung kann ich deshalb nicht verantworten." Die zwölf Geschworenen hatten an zwei Tagen gut acht Stunden beraten, bevor das einstimmige Urteil fiel.

Murray war für angeblich 150.000 Dollar im Monat als Leibarzt von Michael Jackson angeheuert worden. Die Schlaflosigkeit des 50-Jährigen hatte er mit Propofol behandelt - einem Narkosemittel, das ansonsten bei Operationen eingesetzt wird. Experten hatten ausgesagt, dass die Vergabe dieses starken Mittels gegen Schlaflosigkeit und dazu noch außerhalb eines Krankenhauses unverantwortlich sei.

Die Anklage warf dem Mediziner "grobe Fahrlässigkeit" vor, weil er seinen betäubten Patienten unter anderem aus den Augen gelassen haben soll. Nach Darstellung der Verteidigung griff der Pop-Star selbst zu der tödlichen Dosis, als sein Arzt nicht im Raum war.

ala/dpa/dapd

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insgesamt 33 Beiträge
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1. Überglücklich?
maco 08.11.2011
Zitat von sysop"Wir könnten nicht glücklicher sein"
Ach - auch nicht wenn MJ noch leben würde? Seltsame Auffassung von Glück...
2. Amerikaner
doclancaster 08.11.2011
Zitat von sysopFreude, Tränen, Siegestaumel: Die Reaktionen auf den Schuldspruch von Conrad Murray, Leibarzt des verstorbenen Michael Jackson, sind einhellig positiv. Die Angehörigen des King of Pop jubelten, seine Fans auch - und sogar die Polizei von Los Angeles. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,796472,00.html
Das sind schon widerwärtige Menschen diese Art von US-Amerikanern, die sich als von Christus auserwähltes Volk fühlen und bei jedem Verdacht einer Schuld sofort nach Rache, Vergeltung und Todesstrafe rufen.
3. ...
Tr1umph 08.11.2011
Da hat man also wieder einen Gefunden dem man die Schuld für alles geben kann. Mir tut der Arzt leid!
4. ...
hawaiian_snow 08.11.2011
Zitat von Tr1umphDa hat man also wieder einen Gefunden dem man die Schuld für alles geben kann. Mir tut der Arzt leid!
Allerdings. Was diese "FANS" vergessen wohl aufgrund eines sehr begenzten Horizont das Jackson ein sehr kranker Mensch war. ICh meine es war seine Entscheidung sich ein NARKOSEMITTEL täglich von seinem ARTZT verabreichen zu lassen um schlafen zu können! Er muß sehr starke pysische Probleme gehabt haben. Manche denken wohl er sei einfach ein ausnahme MUsiker gewesen der letzendlich von seinem Leibartz umgebracht wurde. Blödsinn Ihm wurde seine Kindheit genommen, vom Vater ausgenutzt von Show zu Show getingelt und persönlich unterentwickelt, auser in der MUsik das wars.
5. ...
Frank Zappa 08.11.2011
Er war ja nur der "King of Pop" und Popmusik ist meistens Mist. Mit gutem Rock hatte er nichts am Hut.
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