Streit um Künstlernamen Den Wendler darf es zweimal geben

Welcher Sänger ist der wahre Wendler? Der unbekannte Hobbysänger mit den Markenrechten? Oder der bekannte Plattenstar mit dem Künstlernamen? Irgendwie beide, entschied nun das Düsseldorfer Landgericht.

DPA

Düsseldorf - Schlagerstar Michael Wendler darf sich weiter Wendler nennen. Das Düsseldorfer Landgericht wies am Mittwoch die Klage des Gashändlers und Hobbysängers Frank Wendler ab, seinem prominenten Namensvetter zu verbieten, als "der Wendler" aufzutreten.

Der unbekannte 52-Jährige hatte argumentiert, dass er schon wesentlich länger unter diesem Namen auf der Bühne stehe. Außerdem habe er seit 2008 die Markenrechte für "Der Wendler". Der Schlägersänger ("Sie liebt den DJ") wehrte sich und forderte, dass die geschützte Marke "Der Wendler" nicht gültig sei.

Das Urteil fiel eindeutig aus: Laut Gericht bestehe zwischen den beiden Sängern keine Verwechslungsgefahr. Michael Wendler, der mit Geburtsnamen Skowronek heißt, trete seit 1998 unter seinem Künstlernamen auf, habe 15 Alben und 24 Singles herausgebracht und locke jeweils mehrere zehntausend Besucher in seine Konzerte. Im Jahr 2010 wurde Michael Wendler als "Erfolgreichster Sänger 2009" mit der Krone der Volksmusik ausgezeichnet.

Sänger Frank Wendler hingegen trägt seinen Namen von Geburt. Dennoch muss er nun auf die Gegenklage von Michael Wendler die von ihm geschützte Marke "Der Wendler" sogar löschen lassen. Frank Wendler steht frei, gegen die Entscheidung des Landgerichts Berufung einzulegen. Diesen Schritt behält sich sein Anwalt Christopher Posch ausdrücklich vor.

Nach der Urteilsverkündung ging der Streit schon mal weiter: Er habe das alles ja gar nicht gewollt, betonte Frank Wendler vor Fernsehkameras. Schuld sei sein Namensvetter. "Er hat den ersten Stein geworfen, er hat angefangen." Der besagte "erste Stein" soll in Briefform eingetroffen sein - in Form eines Unterlassungsbegehrens. Darin habe Michael Wendler ihn aufgefordert, nicht mehr als Wendler aufzutreten und zu singen. "Damit ging die Sache los." Ihm seinen Geburtsnamen verbieten? So weit komme es noch, wetterte der Gashändler.

"Das stimmt nicht", hielt Michael Wendlers Manager Markus Krampe dagegen. "Wir haben überhaupt kein Problem damit, wenn es irgendwo noch einen Wendler gibt. Wir sind froh, dass das Ganze vorbei ist und glücklich über die Entscheidung."

(Az.: 2a O 317/11)

nga/AFP/dpa



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