US-Schönheitswettbewerb: Miss America sang eine Arie

Was diese Frauen alles können müssen: Arien singen, sexy im Bikini posieren, würdevoll im Abendkleid stolzieren - und dann auch noch politische Fragen beantworten. Laura Kaeppeler aus Wisconsin konnte all das am besten, fand das US-Fernsehpublikum und kürte die 23-Jährige zur neuen Miss America.

Miss-America-Wahl: Miss Wisconsin darf die Krone tragen
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AP

Las Vegas - Manche Sachen ändern sich nicht in der inzwischen 58-jährigen Geschichte des Miss-America-Wettbewerbs: "Thank you, thank you so much", hauchte die diesjährige Gewinnerin unter Tränen ins Publikum, nachdem sie am Samstagabend in Las Vegas ihr Krönchen entgegengenommen hatte. Dankbarkeit und Rührung, was sonst könnte sich Bahn brechen, wenn man von der eigenen Nation zur Schönsten im ganzen Land erkoren wurde.

Ein Jahr lang ist Laura Kaeppeler aus dem für seine Milchprodukte berühmten Agrarstaat Wisconsin nun amtierende Miss America. Um so weit zu kommen, musste die 23-jährige Brünette eine Reality-Show des US-Senders ABC absolvieren und in der großen, zweistündigen TV-Gala live aus Las Vegas klassische "Challenges" meistern. Kaeppeler posierte erst aufreizend und sexy im weißen Bikini, dann keusch und züchtig im schwarzen Abendkleid, das sie selbstbewusst mit der Hochzeitsrobe von Kate Middleton verglich. Außerdem musste sie eine Opernarie singen und, als Höhepunkt, auf eine Frage nach der aktuellen politischen Situation in den USA antworten. Körper und Köpfchen muss eine Miss America haben, und das Talent, mit netten Worten nicht wirklich viel zu sagen. Miss America repräsentiere das gesamte Volk, sagte sie mit Nachdruck, und ebenso hätten sich Politiker in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit den Bedürfnissen aller Amerikaner zu befassen.

Als Siegerin erhält Kaeppeler nun ein Stipendium über 50.000 Dollar. Veranstalter des Wettbewerbs ist die Miss America Organization, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, jungen Frauen bei ihrer persönlichen und beruflichen Entwicklung zu helfen. 45 Millionen US-Dollar soll die Organisation im vergangenen Jahr an ihre Schützlinge ausgeschüttet haben. Wenn das nicht lohnenswerter ist als sich in einer schnöden Pop- oder Model-Castingshow zu versuchen. Aber die modernen Zeiten halten auch beim ehrwürdigsten aller Talentwettbewerbe Einzug: Erstmals wurde die Miss-Wahl im Vorwege im Fernsehen von einer Casting-Sendung begleitet, in der 15 Finalistinnen ausgewählt wurden. In der Show am Samstagabend traten letztlich noch 12 Kandidatinnen gegeneinander an.

Zweitplatzierte wurde Betty Thompson, Miss Oklahoma, der dritte Platz ging an Kaitlin Monte aus New York. Im vergangenen Jahr gewann Miss Nebraska, Teresa Scanlan, die in Las Vegas auch noch einmal auftreten durfte. Um ihr Krönchen wieder abzugeben. An Amerikas nächstes Schönheitstalent.

bor/dapd/Reuters

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