US-Wahlkampf Paris for President

US-Präsidentschaftsanwärter McCain hat Paris Hilton in einem Wahlkampfspot gezeigt - jetzt kontert die Dame mit einem eigenen Video. Ihre politischen Ideen sind gewöhnungsbedürftig, aber die Botschaft ist eindeutig: Sie ist blond, sie ist heiß - und sie will das Weiße Haus verändern.


Los Angeles - Anschnallen, jetzt spricht Paris: In einem Video antwortet die 27-Jährige auf einen Clip des Republikaners John McCain. Der US-Präsidentschaftskandidat hatte seinen Widersacher Barack Obama in einem seiner Spots mit Hilton verglichen. Die Botschaft des Films: Obama sei ein Promi wie Paris Hilton oder Britney Spears - und nicht in der Lage, das Land zu führen.

Bislang hatte sich Hilton mit einer öffentlichen Kommentierung des McCain-Spots zurückgehalten, nun konterte sie auf ihre Art - drapiert auf einer Gartenliege, bekleidet mit einem raffinierten Einteiler und goldenen Pumps.

"Ich bin einfach heiß"

In dem am Dienstag auf der Internetseite funnyordie.com veröffentlichten Video haucht Hilton in die Kamera: "Hey Amerika, ich bin Paris Hilton, und auch ich bin eine Berühmtheit. Nur stamme ich weder aus alten Zeiten noch verspreche ich Wandel wie der andere Typ - ich bin einfach heiß." Aber dann habe "dieser faltige weißhaarige Typ" ihr Bild in einem seiner Wahlkampfspots gezeigt: "Ich vermute, das heißt, ich kandidiere für das Präsidentenamt."

Anschließend bedankt sich Hilton bei McCain: "Vielen Dank für die Unterstützung, Alter. Ich möchte, dass Amerika weiß, dass ich absolut bereit bin, das Kommando zu übernehmen."

Die politischen Ambitionen des High-Society-Girls nehmen dann in ihren Plänen zur Energiepolitik Form an: Sie wolle in dieser Frage die Vorschläge von McCain und Obama miteinander verbinden. Und - schwups - schon sei die Energiekrise bewältigt. Innerhalb der ersten Stunden nach der Veröffentlichung sahen bereits mehr als eine Million Menschen Paris' Gegenschlag.

McCains Sprecher Tucker Bounds wertete die Worte der Hotelerbin dann auch prompt als Zustimmung zur Energiepolitik der Republikaner. "Paris Hilton ist vielleicht nicht ganz so prominent wie Barack Obama - aber offensichtlich hat sie mehr Ahnung von Energiepolitik."

Regieren im Pinkfarbenen Haus

Hiltons Eltern hatten zu Beginn des Jahres 4600 Dollar zur Unterstützung von McCains Wahlkampf gespendet. Mutter Kathy sagte nun, der Promi-Spot McCains sei "eine Verschwendung von Zeit und Aufmerksamkeit - in einer Zeit, in der Millionen Menschen ihr Haus und ihre Arbeit verlieren".

Nun müsse sie noch nach jemandem für das Amt des Vizepräsidenten suchen, entschuldigt sich Hilton kurz vor Ende des knapp zweiminütigen Clips. "Ich denke da an Rihanna", ergänzt sie in Anspielung auf die Popsängerin. Bevor die Hotelerbin ihren Zuschauern zum Abschied eine Kusshand zuwirft, macht sie noch einmal deutlich, dass dem Präsidentenamt mit ihr ein ganz neuer Glanz verliehen würde: "Ich sehe euch dann im Weißen Haus - oh, das werde ich pink streichen. Ich hoffe, das ist okay für euch, Jungs."

han/AFP

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