München - Er steht unter dem Verdacht, seine gemietete Villa angezündet zu haben: Fußballstar Breno, Verteidiger in Diensten des FC Bayern München, kommt aus der U-Haft frei. Das Amtsgericht München habe am Donnerstag den Haftbefehl gegen strenge Auflagen außer Vollzug gesetzt, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Gegen Zahlung einer Kaution durfte Breno die JVA Stadelheim verlassen. Er muss nach Angaben der Staatsanwaltschaft elf Auflagen befolgen. Verstößt er gegen auch nur eine davon, könne er wieder inhaftiert werden. Zur Höhe der Kaution und zum Inhalt der Auflagen äußerten sich die Ermittler nicht.
Laut der "Süddeutschen Zeitung" beträgt die Kaution 500.000 Euro. Der FC Bayern soll geholfen haben, die Summe aufzubringen. Die Staatsanwaltschaft wollte Breno dem Bericht zufolge auferlegen, sich in stationäre Behandlung zu begeben, dies lehnte die Richterin jedoch ab. Zu den elf Auflagen gehöre unter anderem die Angabe eines festen Wohnsitzes und die Abgabe des Passes.
In einer Mitteilung des Bayern-Vorstandes heißt es, Breno habe die Kaution mit Hilfe des Anwalts und des Clubs hinterlegt. Der Vorstand machte jedoch keine Angaben dazu, wer genau das Geld bereitgestellt hat. "Wir sind sehr glücklich darüber, dass Breno heute aus der Untersuchungshaft entlassen wurde und er damit zu seiner Familie und dem FC Bayern zurückkehren kann", sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Man sei dem Gericht und Brenos Anwalt für die faire und sensible Behandlung des Falles dankbar.
Breno befand sich seit dem 24. September in Untersuchungshaft. Wenige Tage zuvor war seine angemietete Villa in Grünwald abgebrannt. Der Schaden wird auf bis zu 1,5 Millionen Euro geschätzt, die Ermittler vermuten, dass der 21-Jährige das Feuer selbst gelegt hat. Die Verhaftung begründete die Staatsanwaltschaft mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr.
Nun sei jedoch keine Verdunkelungsgefahr mehr gegeben, da alle relevanten Beweise gesichert seien. Fluchtgefahr bestehe zwar weiterhin, könne nach Auffassung des Gerichts und der Staatsanwaltschaft aber durch die Auflagen beseitigt werden.
Breno steht seit 2008 in München unter Vertrag. Bei der Verpflichtung des damals 18-Jährigen hatte der deutsche Rekordmeister ihn als einen der künftig weltbesten Verteidiger präsentiert. Bei Bayern konnte sich Breno allerdings nicht durchsetzen. Als Leihspieler beim 1.FC Nürnberg lief es zunächst besser, ehe er sich dort schwer am Knie verletzte. Nach der Rückkehr nach München konnte er sich unter dem neuen Trainer Jupp Heynckes ebenfalls keinen Stammplatz erkämpfen.
hut/dapd/AFP
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