Video-Skandal: Fergie stellt englisches Königshaus bloß

Ihre chronisch klammen Finanzen machten Sarah Ferguson schon oft zum Gespött ihrer Landsleute. Jetzt bot die Herzogin einem Geschäftsmann Kontakt zu ihrem Ex-Mann Prinz Andrew an - für 500.000 Pfund. Dumm nur: Ihr Verhandlungspartner war ein getarnter Reporter.

Sarah Ferguson: Führ mich zum Schotter! Fotos
Getty Images

London - Den beigefarbenen Mantel hat Sarah Ferguson abgelegt, sie sitzt auf einer grünen Couch, raucht eine Zigarette. Der Geschäftsmann sagt: "Sie wollen also 500.000 Pfund?" "Ja", antwortet Fergie, "aber das muss dann eine Überweisung sein". Die 40.000 Pfund Anzahlung nimmt sie jedoch gleich bar in Empfang und schleppt das Geld in einer - geborgten - Aktentasche davon.

Diese Aktion bringt die Ex-Schwiegertochter der Queen nun gehörig in Bedrängnis. Denn für das Geld wollte sie einen Kontakt zu ihrem Ex-Mann Prinz Andrew vermitteln. Der jüngere Bruder des Thronfolgers Charles profiliert sich seit einigen Jahren als Wirtschaftsexperte im Königshaus und hilft britischen Unternehmen bei der Vermittlung von Geschäften im Ausland.

Doch der angebliche Geschäftsmann, dem Fergie nun Kontakt zu Andrew versprach, war in Wahrheit ein Reporter der "News of the World" - und die hat das heimlich aufgenommene Video nun als "Fergie's dirty deal" veröffentlicht, Fergies schmutziges Geschäft.

Dem Bericht zufolge traf sich die Herzogin zweimal mit dem getarnten Reporter: erst in einem New Yorker Hotel, zuletzt am vergangenen Dienstag in einem Nobelrestaurant in der Nähe des Buckingham Palace.

"500.000 Pfund, wenn Sie können, an mich, öffnen Türen (...) Sie werden das Zehnfache zurückbekommen", bietet die 50-Jährige Geschäftskontakte zu Prinz Andrew an. Der Reporter gibt ihr 40.000 Pfund in bar als Anzahlung. "Kümmern Sie sich um mich und er wird sich um Sie kümmern", so Fergie.

Der Fall ist besonders pikant, weil britische Medien seit langem über eine mögliche Pleite der Herzogin von York spekulieren. Im Oktober des vergangen Jahres musste Fergie laut "Sun" aus Geldnot sogar auf ein großes Fest zu ihrem 50. Geburtstag verzichten. Doch Fergie dementierte stets, finanzielle Probleme zu haben.

Mit Prinz Andrew war sie von 1986 bis 1996 verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Kinder und sind weiterhin gut befreundet. Der Prinz habe - anders als Fergie in dem Video behauptet - nichts von dem Deal gewusst, berichtet "News of the World". Der 50-Jährige ist seit 2001 Großbritanniens Sonderbotschafter für internationalen Handel und Investitionen.

Mit vorgetäuschten Identitäten hatte die Boulevardzeitung schon einmal ein Mitglied der Royals in die Falle gelockt: 2001 plauderte Sophie Wessex, Gattin von Prinz Edwards, über Kokain und Sexpartys. Der Reporter war damals als Scheich verkleidet - genauso wie 2006, als der damalige englische Fußball-Nationaltrainer Sven-Göran Eriksson reingelegt wurde.

Der Ärger über die unlauteren Methoden der "News of the World" war jeweils groß, doch dementieren ließen sich die peinlichen Äußerungen in keinem der Fälle - sie waren auf Video dokumentiert.

hut/dpa

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