"Diktator"-Premiere Die große Show von Sacha Baron Cohen

Das macht er am liebsten: Provozieren und Geschmacksgrenzen sprengen. Bei der Weltpremiere von "Der Diktator" ließ sich Sacha Baron Cohen in London wie ein solcher feiern - und ging das britische Königshaus an.


London - Sacha Baron Cohen zelebrierte den großen Auftritt: Mit goldenem Jeep, falscher Waffe, Lamborghini voller "Harrods"-Tüten und knapp bekleideten Models in Uniform fuhr der 40-Jährige am Donnerstagabend zur Weltpremiere seines Films "Der Diktator" in London vor. Hunderte Fans, die auf ihn warteten, durften die Rolle des jubelnden und Fähnchen schwenkenden Volkes übernehmen. In seiner jüngsten Komödie mimt Cohen den General-Admiral Aladeen - mit Vollbart und operettenhafter Uniform.

Cohen hielt in London eine Ansprache und erklärte, er sei noch zum Essen mit Premierminister David Cameron verabredet. Dafür habe er 300.000 Pfund gezahlt: "Jeder hat seinen Preis, aber Cameron ist einfach billiger als der Rest." Auf die Frage nach seiner Meinung zu Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte der Provokateur: "Sie ist eine gute Führerin, aber sie sollte eine Geschlechtsumwandlung in Erwägung ziehen."

Cohen erklärte als General auch, er habe eine "gute Beziehung" zu Prinzessin Diana gehabt: "Um eine lange Geschichte kurz zu fassen: Ich bin der Vater von Prinz Harry. Von seiner Mutter hat er die helle Haut geerbt und von mir die Freude daran, sich als Nazi zu verkleiden."

"Wir hätten ihn gerne als Sacha selbst dagehabt"

Als durchgeknallter Diktator Aladeen hatte der Brite bereits im Vorfeld für Aufruhr gesorgt. Bei der Oscar-Verleihung etwa störte er mit einer Urne in den Händen den Star-Auflauf, um die "Asche von Kim Jong-Il" über die Schauspielerin Halle Berry zu verstreuen - am Ende kippte er sie über das Haupt des Moderators Ryan Seacrest.

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Kinopremiere: "Der Dikator" in London
Der Sender BBC hatte den Comedian gar nicht erst in ihre Radio- oder Fernsehshows eingeladen. "Wir hätten ihn gerne als Sacha selbst dagehabt", erklärte ein Sprecher der britischen Rundfunkanstalt. Einen Auftritt Cohens als "General Aladeen" lehnte man aber ab. General-Admiral Aladeen ist ein Herrscher, der nicht zufällig an Potentaten und Tyrannen wie Muammar al-Gaddafi, Saddam Hussein und Osama Bin Laden erinnert, Atombomben baut, nonstop Todesurteile verhängt und Israel auslöschen will.

Ein Besuch bei den Vereinten Nationen wird ihm zum Verhängnis: Sein machtbesessener Onkel, dargestellt von Oscar-Preisträger Ben Kingsley, tauscht ihn gegen einen Doppelgänger aus, um durch den Verkauf der Ölreserven des Landes großen Reibach zu machen. In den USA ist er gezwungen, niedere Jobs zu verrichten und sich als amerikanischer Bürger zu beweisen. Deutschlandstart des Kinofilms ist am 17. Mai.

wit/dpa



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