Westminster Abbey Verzweifelter Vater besprüht Porträt der Queen

Ein Mann hat in London ein Porträt der Queen mit Sprühfarbe verunstaltet. Das Gemälde war in der Westminster Abbey ausgestellt. Der mutmaßliche Täter hoffte, mit seiner Aktion die Aufmerksamkeit der Monarchin zu gewinnen - für ein sehr persönliches Anliegen.

AFP / DEAN AND CHAPTER OF WESTMINSTER

London - Es ist 2,5 mal 3,4 Meter groß und zeigt die Queen in der Westminster Abbey, wo sie 1953 gekrönt wurde: Ein Gemälde des Künstlers Ralph Heims, in Auftrag gegeben anlässlich des 60. Thronjubiläums der 87-Jährigen. Vorerst wird das Bild nicht mehr in der Öffentlichkeit zu sehen sein: Ein Mann hat es verunstaltet, in der Hoffnung, damit die Aufmerksamkeit der Monarchin für sein Anliegen zu gewinnen.

Es habe einen Vorfall gegeben, bei dem das Gemälde mit Farbe besprüht worden sei, teilte ein Sprecher der Kirche mit. "Bis der Schaden behoben ist, wird es bedauerlicherweise nicht möglich sein, das Bild auszustellen." Die Kirche hatte das Porträt erst vor kurzem für ihre Sammlung gekauft.

Der mutmaßliche Übeltäter war schnell identifiziert: Ein 41-Jähriger, der sich in der Organisation "Fathers4Justice" dafür einsetzt, dass geschiedene Männer mehr Zugang zu ihren Kindern haben. Er wurde in einer Londoner Polizeiwache befragt.

Die Gruppe teilte mit, mit der Aktion habe auf die schwierige Situation der betroffenen Väter hingewiesen werden sollen. Der Mann habe "help" (Hilfe) auf das Gemälde schreiben wollen. Er habe "jeden Kontakt zu seinen Kindern verloren und hatte das Gefühl, er habe nichts zu verlieren, wenn er seine Bitte auf das Porträt der Queen sprüht", teilte die Organisation mit. Bislang hat sich die Queen nicht zu der Aktion geäußert; aus dem Buckingham-Palast gab es keinen Kommentar.

"Fathers4Justice" hat bereits früher mit Aktionen auf das Anliegen der Gruppe aufmerksam gemacht. 2004 kletterte ein Aktivist in einem Batman-Kostüm auf den Buckingham-Palast. Ein anderer bewarf den früheren Premierminister Tony Blair mit Farbbeuteln. Die Gruppe löste sich 2006 auf, nachdem es Anschuldigungen gegeben hatte, sie plane, Blairs Sohn Leo zu entführen. Die Organisation wurde einige Jahre später neu gegründet.

ulz/AP/Reuters



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