Autopsiebericht: Whitney Houston starb mit Gesicht nach unten in der Wanne
Popstar Whitney Houston ist mit dem Gesicht nach unten und in sehr heißem Wasser in der Badewanne gestorben. Die Gerichtsmedizin hat nun den Abschlussbericht der Autopsie veröffentlicht. Demnach wurde auch ein weißes Pulver im Zimmer der Sängerin gefunden.
Los Angeles - 41 Seiten umfasst der Abschlussbericht der Gerichtsmedizin, der am Mittwoch in Los Angeles veröffentlicht wurde. Demnach ertrank Popstar Whitney Houston mit dem Gesicht nach unten in der Badewanne. Außerdem sei in dem Hotelzimmer, in dem die 48-Jährige vor zwei Monaten ums Leben kam, ein weißes Pulver gefunden worden.
Ob es sich bei den im Zimmer nachgewiesenen Substanzen um Kokain handelte, wurde in dem Bericht nicht ausdrücklich mitgeteilt. Die Droge wurde aber bereits laut dem vor zwei Wochen veröffentlichten vorläufigen Obduktionsbericht im Körper Houstons nachgewiesen.
Der endgültige Bericht bestätigt im Wesentlichen den vorläufigen Report: Die Gerichtsmediziner gehen weiter davon aus, dass Houstons Tod ein Unfall war. Sie sei ertrunken, "die Folge einer Herzerkrankung mit Arterienverkalkung und von Kokainkonsum".
Der endgültige Bericht enthält aber zahlreiche weitere Details. So soll das Wasser extrem heiß gewesen sein - an Houstons Körper seien Verbrühungen festgestellt worden. Die Sängerin sei vermutlich eine Stunde in der Wanne gewesen, bei Auffinden habe sie zwölf Zoll, also gut 30 Zentimeter, unter Wasser gelegen. Die Badewanne sei übergelaufen, das Wasser sei bis in das Hotelzimmer vorgedrungen. Der Autopsiebericht gibt für Houston eine Körpergröße von 1,68 Meter an und ein Gewicht von 68,5 Kilogramm.
Die Ermittler fanden im Badezimmer einen kleinen Löffel mit einer "weißen kristallinen Substanz", auf einem Handspiegel seien Spuren derselben Substanz gefunden worden. Neben einer offenen Sektflasche lagen auch Dutzende Fläschchen mit verschreibungspflichtigen Medikamenten in dem Zimmer. Verletzungen oder irgendwelche Hinweise auf ein Verbrechen wurden nicht gefunden.
Vor ihrem Tod habe die Sängerin über Halsschmerzen geklagt und ihre Assistentin habe ihr vorgeschlagen, ein Bad zu nehmen. Als die Assistentin später nach ihr sehen wollte, habe sie Houston tot in der Badewanne gefunden.
Weder Gerichtsmediziner noch die Polizei wollten sich zu Details des Berichts äußern - etwa, wann Houston zuletzt Kokain eingenommen habe. Polizeisprecher Mark Rosen sagte, die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen.
Houston war am 11. Februar in ihrem Hotelzimmer in Beverly Hills leblos in der Badewanne entdeckt worden. Sie hatte seit Jahren immer wieder mit Drogen- und Alkoholproblemen zu kämpfen. Der Superstar hatte von Mitte der 80er Jahre bis weit in die 90er hinein die Charts regiert. Ihr Song "I Will Always Love You" für den Soundtrack des Films "Bodyguard" wurde die Liebeshymne einer ganzen Generation und ist die weltweit meistverkaufte Single einer Sängerin. Vor wenigen Tagen wurde der Trailer zu dem Film "Sparkle" veröffentlicht, in dem Houston ihren letzten Auftritt als Schauspielerin hatte.
siu/dpa/dapd
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH
- Donnerstag, 05.04.2012 – 06:59 Uhr
- Drucken Versenden
- Nutzungsrechte Feedback
- Kommentieren | 12 Kommentare
- Whitney Houston: Ihr allerletzter Auftritt (03.04.2012)
- Bobbi Kristina Brown bei Oprah Winfrey: "Mein Ein und Alles" (12.03.2012)
- Bericht der Gerichtsmedizin: Whitney Houston starb durch Ertrinken (22.03.2012)
- Trauerfeier für Whitney Houston: "Für Gott und im Himmel singst du gut genug" (18.02.2012)
für die Inhalte externer Internetseiten.
MEHR AUS DEM RESSORT PANORAMA
-
Chai Time
Lebe lieber ungewöhnlich - Korrespondent Hasnain Kazim beschreibt die Kuriositäten des Alltags in Südasien. -
kurz & krass
Heute schon gestaunt? Die skurrilsten Kurzmeldungen der Woche -
Wetter
So wird's: Prognosen und Warnungen, Biowetter, Radar- und Satellitenbilder -
Justiz
Alles, was Recht ist: Gisela Friedrichsen berichtet aus dem Gericht -
Katastrophen
Vergessene Krisen: Reporter berichten aus aller Welt über die Folgen dramatischer Ereignisse