Whitney Houston über Ex-Mann: "Er war meine Droge"

Bekenntniszwang vor Millionenpublikum: Im Gespräch mit Talk-Queen Oprah Winfrey verarbeitet Whitney Houston derzeit ihre rausch- und gewaltreiche Vergangenheit. Ex-Gatte Bobby Brown kommt dabei schlecht weg - Mama Cissy hingegen wird als Heldin gefeiert.

Debakel für Whitney Houston: "Nichts, nichts, nichts" Fotos
AP

Los Angeles - Im Gespräch mit Talk-Schlachtross Winfrey blickt Houston auf eine Beziehung zurück, deren Dynamik jeder emanzipierten Frau die Haare zu Berge stehen lässt. "Wenn er etwas sagte, hörte ich ihm zu", sagt Houston über ihren Ex-Mann Bobby Brown, von dem sie nach vielen Querelen im Jahr 2007 geschieden wurde. "Er war meine Droge", sagte Houston, "ich habe nichts ohne ihn getan."

"Ich fand es sehr spannend, jemanden zu haben, der diese Art Kontrolle über mich hatte", erklärt die Sängerin devot und fügt hinzu: "Es war erfrischend." Sie habe sich deshalb sehr zu Brown hingezogen gefühlt, aber auch weil er sehr zärtlich gewesen sei.

Bis zu einem bestimmten Punkt, versteht sich. Houston betont, ihr Mann habe sie zwar psychisch, aber nicht physisch misshandelt. Einmal allerdings habe er sie im Rausch angespuckt. Die gemeinsame Tochter Bobbi Kristina sei Zeugin des Vorfalls geworden, was Houston "sehr verletzt und sehr wütend" gemacht habe. Bei der Scheidung wurde der Sängerin das alleinige Sorgerecht für die 1993 geborene Tochter übertragen.

Auch über ihre Drogensucht sprach Houston in dem vielbeachteten Interview. Nach dem Dreh zu dem Film "Bodyguard" im Jahr 1992 sei diese immer schlimmer geworden. Sie habe Marihuana und Crack geraucht und monatelang unter Schlafentzug gelitten.

"Ich werde dich nicht an Satan verlieren"

Einzig das beherzte Eingreifen ihrer Mutter habe sie damals gerettet: Die Soulsängerin Cissy Houston sei mit einer gerichtlichen Verfügung in Houstons Haus aufgetaucht, die sie dazu ermächtigte, die Tochter in eine Entzugsklinik zu bringen. "Ich werde dich nicht an die Welt verlieren. Ich werde dich nicht an Satan verlieren (…) Ich will meine Tochter zurück", soll die Mutter gesagt haben.

Cissy stellte ihre Tochter vor die Wahl: "Entweder du machst, was ich will oder wir gehen ins Fernsehen und erklären, dass du dich zurückziehst." Auch Ehemann Bobby Brown, der die Szene verfolgte, wurde unter Berufung auf tatkräftige Helfer in seine Schranken verwiesen: "Wenn du dich bewegst, Bobby, werden sie dich überwältigen. Rühr dich nicht von der Stelle."

Houston erklärte im Rückblick, sie habe die ganze Zeit versucht, ihren Ruhm herunterzuspielen. "Irgendetwas passiert mit einem Mann wenn seine Frau so berühmt ist", sagte sie.

Der zweite Teil des Interviews mit Oprah Winfrey wird heute Abend gezeigt. Vor zwei Wochen hatte Houston ihr erstes Album nach sieben Jahren veröffentlicht. "I look to you" kletterte auf Platz 1 der amerikanischen Charts. Auch in Deutschland Italien, Kanada und der Schweiz lag das Album ganz vorn.

ala

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