Wiener Opernball "Alles Walzer"

In Wien haben sich Politik und Prominenz zum Opernball versammelt. Mit dabei war wie immer Baulöwe Richard "Mörtel" Lugner - mit illustrer, wenn auch nicht immer wacher Begleitung.

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Es ist der schickste Staatsball Österreichs: Die Wiener Staatsoper bat zum 62. Opernball. Rund 5000 Gäste waren geladen. Für die meisten Schlagzeilen wird wohl wie auch in den vergangenen Jahrzehnten Bauunternehmer Richard "Mörtel" Lugner gesorgt haben. Der 84-Jährige wurde von Hollywoodstar Melanie Griffith begleitet. Die empfand den Opernball offenbar eher ermüdend - oder litt sie unter Jetlag? Beobachtern zufolge soll die Schauspielerin jedenfalls kurz eingenickt sein, wie "Der Standard" berichtet.

Lugner engagiert seit rund 25 Jahren eine Prominente, die ihn gegen Bezahlung zum Opernball begleitet. Auf diese Weise rührt der 85-Jährige die Werbetrommel für sein Einkaufszentrum. Im vergangenen Jahr hatte US-Schauspielerin Goldie Hawn das Vergnügen, vor ihr jede Menge andere illustre Persönlichkeiten wie Brooke Shields, Kim Kardashian oder Paris Hilton.

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Wiener Opernball: Politik, Prominenz - und die Debütanten

Wie immer eröffneten gegen 22 Uhr 144 Debütantenpaaren den Ball mit einer anspruchsvollen Choreografie. Mit dem traditionellen Ausruf "Alles Walzer" wurden die Besucher anschließend auf die Tanzfläche gebeten. 500 Arbeiter hatten binnen 30 Stunden das Opernhaus in einen besonders prächtigen Ballsaal verwandelt. "Es ist alles reibungslos gelaufen", sagte ein Sprecher der Oper am Abend.

Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen führte die Gästeliste an. Er hatte den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko in seine Loge eingeladen. Kanzler Sebastian Kurz zählt die Menschenrechtsaktivistin Waris Dirie zu seinen Gästen, die sich gegen die Genitalverstümmelung von Frauen einsetzt.

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Wiener Opernball: Die Damen an "Mörtels" Seite

Auf der Gästeliste standen außerdem auch US-Schauspielerin Lily James, bekannt aus "Cinderella" und "Die dunkelste Stunde", Schauspieler Heiner Lauterbach und Modedesigner Harald Glööckler.

Unter dem Motto "Eat the Rich" hatte die Kommunistische Jugend Österreichs (KJÖ) zum Protest aufgerufen - gegen das "dekadente Fest der Reichen". Die Demonstranten protestierten gegen die soziale Ungleichheit im Land. Laut Polizei kamen zum Auftakt aber nur wenige Teilnehmer. Ende der Achtziger war der Opernball von großen - teils auch gewalttätigen - Ausschreitungen überschattet worden.

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Aufreger: Der Wiener Seifenopernball

koe/dpa

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