Woody Allen zu Missbrauchsvorwürfen "Unwahr und erbärmlich"

Woody Allen weist die Missbrauchsvorwürfe seiner Adoptivtochter zurück. In einem Statement heißt es, er werde bald auf die Anschuldigungen reagieren. Dylan Farrow hatte behauptet: "Solange ich denken kann, hat mein Vater Dinge getan, die ich nicht mochte."

Woody Allen 2010 bei einem Film-Event: "Gründliche Untersuchung"
AP

Woody Allen 2010 bei einem Film-Event: "Gründliche Untersuchung"


New York - Starregisseur Woody Allen hat die Missbrauchsvorwürfe seiner Adoptivtochter zurückgewiesen. "Mr. Allen hat den Artikel gelesen und fand ihn unwahr und beschämend", hieß es in einem Statement seiner Sprecherin, aus dem CNN zitiert. Der 78-Jährige werde sehr bald darauf reagieren.

Dylan Farrow, Adoptivtochter von Allen und der Schauspielerin Mia Farrow, hatte in einem offenen Brief in der "New York Times" von angeblichen sexuellen Übergriffen Allens berichtet. Ihr Adoptivvater habe sie sexuell missbraucht, als sie sieben Jahre alt gewesen sei. "Solange ich mich erinnern kann, hat mein Vater Dinge getan, die ich nicht mochte", erklärte die 28-Jährige. Sie wolle nicht länger schweigen.

Die Vorwürfe sind nicht neu, zuletzt hatte Farrow in einem Interview ihren Vater beschuldigt, sich an ihr vergriffen zu haben. Schon 1992 hatte Woody Allans frühere Partnerin Mia Farrow ihm Missbrauch an der gemeinsamen Tochter vorgeworfen. Allen hatte dies stets bestritten.

Die Presse solle sich bei ihrer Berichterstattung der Fakten bewusst sein, hieß es in der Mitteilung von Allen dazu. Demnach habe es im Zusammenhang mit den Vorwürfen in den Neunzigern eine "gründliche Untersuchung" gegeben. Es sei nie zu einer Anklage gekommen. Die Experten des Gerichts hätten keine Beweise für eine Belästigung gefunden, sondern festgestellt, dass "Dylan Farrow unfähig ist, zwischen Phantasie und Realität zu unterscheiden". Ihre Mutter Mia Farrow habe sie damals vermutlich in diese Richtung getrieben.

Eine Vermutung, die von Allens Anwalt Elkan Abramowitz nun wieder aufgegriffen wurde. "Es ist tragisch, dass nach 20 Jahren die konstruierte Geschichte einer rachsüchtigen Geliebten wieder auftaucht", kommentierte er die neuerlichen Vorwürfe.

In ihrem Brief hatte Dylan Farrow auch Schauspieler aus dem direkten Umfeld des Oscargewinners angesprochen, darunter Mitwirkende seines aktuellen Films "Blue Jasmine". "Was, wenn es dein Kind gewesen wäre, Cate Blanchett? Louis CK? Alec Baldwin?", schrieb Farrow. Baldwin äußerte sich dazu nun auf Twitter. "Sie irren sich, falls Sie denken, dass es in dieser Familienangelegenheit einen Platz für mich oder irgendeinen anderen Außenstehenden gibt."

gam/dpa/AP



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