Schauspielerin Libuse Safránková Aschenbrödel schaut nicht fern

Der Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" begeistert Generationen von Fernsehzuschauern - jedes Jahr zur Weihnachtszeit schalten Millionen Menschen ein. Nur die Prinzessin nicht.

DPA

Das deutsche TV-Publikum liebt seine Rituale: Zu Silvester läuft "Dinner for One", an Ostern "Die zehn Gebote". Auch in der Weihnachtszeit versammeln sich Millionen Menschen vor dem Fernseher, um einem Klassiker zu huldigen: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel".

Der tschechische Märchenfilm von 1973 gehört zum Festtagsinventar vieler Menschen in Deutschland. Mehr als ein Dutzend Mal steht er auch in diesem Jahr wieder bis Ende Dezember im Programm. In einem Interview mit der dpa hat Aschenbrödel-Darstellerin Libuse Safránková nun über das Erfolgsrezept des Films gesprochen.

"Der Schnee, er hat dem Märchen seine Reinheit gegeben", sagt die 63-jährige Schauspielerin. In jedem alten Märchen steckten die Anleitung zum mystischen Weg und der Schlüssel zur geistlichen Entwicklung: "Die Kinderseele kann es wahrscheinlich auf eine bestimmte Weise herausfühlen und bis ins Erwachsenenalter mit sich nehmen."

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Libuse Safránková: "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

Safránková, die beim Dreh des Films gerade 19 Jahre alt war, erinnert sich noch heute an die Szene, in der sie, als Jäger verkleidet, mit dem Prinz beim Armbrustschießen wetteifert. "Ich spannte, zielte, drückte das Auge zu, aber den Zapfen traf ein anderer Schütze", erzählt die Schauspielerin. Erst viel später sei ihr eine Rolle angeboten worden, in der sie tatsächlich schießen gelernt habe.

Nach "Aschenbrödel" hatte Safránková in vielen weiteren Märchenfilmen gespielt, aber auch 1996 die Hauptrolle im Oscar-prämierten Drama "Kolya" übernommen.

Obwohl sie gerne an ihre Zeit als Prinzessin im rußbeschmierten Wams zurückdenkt, gehört das "Aschenbrödel" für Safránková nicht zu ihren Feiertagsritualen. "Wir sind eine große Familie und diese christlichen Feiertage begehen wir seit Jahren traditionell", sagt Safránková. "Der Fernseher wird am Heiligen Abend nicht eingeschaltet, daran ändern auch meine Märchen nichts."

cnn/dpa



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