Lichterscheinungen über Bayern Leuchtender Stein fiel vom Himmel

In Bayern hatten Lichtblitze am nächtlichen Himmel sowie Donnergrollen für helle Aufregung gesorgt. Nun gibt es eine Erklärung für die mysteriösen Erscheinungen.


Im Februar veröffentlichte die Europäische Südsternwarte in Chile Bilder des Kometen Wirtanen
ESO

Im Februar veröffentlichte die Europäische Südsternwarte in Chile Bilder des Kometen Wirtanen

München - Das Himmelsspektakel hatte in der Nacht zum Sonntag zahlreiche Menschen in Bayern in helle Aufregung versetzt. Am Nachmittag wurde das Rätsel dann gelüftet: Eine Bäuerin aus dem oberbayerischen Landkreis Erding brachte einen faustgroßen Stein zur Polizei, der leuchtend in ihren Garten gefallen sei. Eine erste Untersuchung beim Geologischen Institut in München ergab nach Polizeiangaben, dass es sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um den Teil eines Meteoriten handelt.

Der spektakuläre Fund bestätigte die Auswertung von Himmelsfotos durch die Vereinigung für Sternfreunde in Heppenheim bei Heidelberg. Deren Vorsitzender Otto Guthier hatte am Nachmittag berichtet, nur eine ungewöhnlich große Sternschnuppe könne die Lichtphänomene ausgelöst haben. Zunächst war über einen Zusammenhang mit der Nasa-Ankündigung über den bevorstehenden Absturz von Weltraummüll spekuliert worden. Das schlossen die Raumfahrtbehörde der USA und Guthier jedoch aus.

Zunächst hatte der Wetterdienst bei den Lichterscheinungen in Bayern den Kometen Ikeya-Zhang in Verdacht
DDP

Zunächst hatte der Wetterdienst bei den Lichterscheinungen in Bayern den Kometen Ikeya-Zhang in Verdacht

Die Sternschnuppe hatte in der Nacht bei den Polizeidienststellen die Telefone heiß laufen lassen: Hunderte besorgte Bürger berichteten von grellen Lichtblitzen, die mit unglaublichem Tempo über den Himmel geschossen seien. Die mysteriösen Nachtlichter hätten Funkenschweife hinter sich hergezogen und den Himmel teilweise taghell erleuchtet. Manche Anrufer vermeldeten zudem ein längeres Donnergrollen und laute Explosionsgeräusche.

Der Schwerpunkt der rätselhaften Lichtblitze lag über Südbayern: Nach Polizeiangaben schlugen von etwa 22 Uhr bis zum Sonntagmorgen besorgte Bürger in Oberbayern, Schwaben und der Oberpfalz, aber auch in Franken Alarm. Allein in München gingen mehrere hundert Anrufe besorgter Bürger ein. Auch außerhalb des Freistaates sorgten die Lichter für Aufregung: Im Frankfurter Raum, in Oberösterreich und selbst im weit entfernten Münsterland meldeten sich besorgte Anrufer.

Nach Einschätzung des Münchner Institutsexperten dürfte das geborgene Material Teil eines Meteoritenschwarmes gewesen sein, der beim Eintritt in die Erdatmosphäre zum größten Teil verglüht sei. Weitere Untersuchungsergebnisse stünden noch aus, hieß es.



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