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Liebesgrüße aus Mallorca: Neckische Wasserspiele mit Minister Scharping

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Während in Deutschland die Diskussion um die Sozialhilfevorschläge von Verteidigungsminister Rudolf Scharping und die Einsatzfähigkeit seiner Armee entbrannt ist, macht der Minister auf Mallorca Urlaub mit seiner neuen Liebe. Ganz privat ist er dabei jedoch nicht - und das freiwillig.

Scharping und Freundin Pilati
DPA

Scharping und Freundin Pilati

München - Ein lauer Sommerabend auf Mallorca, der Deutschen liebste Ferieninsel. Auf der Terrasse der Oase "San Bernadinet" sitzen der Verteidigungsminister Rudolf Scharping und seine neue Partnerin Kristina Gräfin Pilati-Borggreve. Beide trinken ein Glas eiskalten Weißwein, Marke unbekannt. Dann küssen sie sich zärtlich. Stoßen auf die Liebe an. Denken an gemeinsame Kinder, und dass sie "nie auseinander" gehen wollen.

Eigentlich eine sehr private Szene. Doch seit der Liaison mit der gräflichen Juristin Pilati ist im Leben des Ministers fast nichts mehr so intim, dass es besser vertraulich bleibt. So auch beim Sommerurlaub auf Mallorca: Der Starautor der Klatschillustrierten "Bunte", Paul Sahner, durfte auf der Terrasse zusehen, mitschreiben und ein Fotograf knipste fleißig.

Die "Bunte" ist immer dabei

Ebenso bei den "ausgelassenen Wasserspielen" ("Bunte"-Text), als Scharping seine Gräfin an der "schlanke Taille" aus dem Pool stemmt oder sie "neckisch" an den Füßen anfasst. Oder wenn der "Rennradexperte" seine Freundin auf dem Drahtesel kutschiert, wo er ihr zeigt, wie "man sich sicher auf dem Rad hält". Alles in allem neun Seiten in dem Society-Magazin - so viel hat in diesem Jahr eigentlich nur der vermeintlich samenberaubte Boris Becker bekommen.

Doch Scharping hat auch etwas mitzuteilen. Erst mal über das Geschäft: Natürlich sei er immer im Dienst, wie man es vom obersten Chef aller Soldaten erwarte. Jeden Tag telefoniere er mit dem Kanzler und Joschka Fischer wegen Mazedonien, lässt er die "Bunte"-Leser wissen, sein Ministerium fordere ebenfalls täglich den telefonischen Rapport. Zwei Fragen noch zur Zukunft: Ja, Scharping will weitermachen. Ja, wir werden die nächste Wahl gewinnen.

Niemand geht so weit wie Scharping

Doch dann geht Scharping wieder in die Details, die er in letzter Zeit offenbar mindestens ebenso liebt wie die Arbeit. Über kaum einen Minister ist in den vergangenen Monaten so viel in der Klatschpresse geschrieben worden wie über den früher eher als spröde geltenden Scharping. Und kaum einer macht den Zirkus so bereitwillig mit wie der Chef des Verteidigungsressorts. Interviews und Schmusefotos für die Sonntagszeitungen, kleine private News über die anstehenden Scheidungen für die Wochenpresse.

Wo alle anderen Kabinettsminister sich mehr und mehr zurückhalten oder wie Joschka Fischer fast allergisch auf Reporter reagieren, macht Scharping mit.

Keine Zeit für die "Tagesthemen" zum Thema Mazedonien

Die Scheidungsformalitäten seien endlich abgewickelt, verrät er in "Bunte", jetzt könnten beide zum Standesamt - und alle würden zur großen Hochzeit eingeladen, auch Doris und Gerhard. "Ich brauche Tina. Ich brauche keinen Ehevertrag", fügt er freimütig dazu. Andere intime Details folgen. Ob das neue Paar Kinder wolle, ob die Eheringe schon ausgesucht seien oder ob die Gräfin schon die Kinder des Ministers kenne. Alles wird zwischendurch angestoßen und beantwortet.

Scharping nimmt sich Zeit für die "Bunte". Zum Reden, für die Bilder. Zeit die er für andere Medien und für eigentlich wichtigere Themen offenbar nicht hat. Als am Mittwoch ein Reporter der ARD um ein Interview zur Lage der Bundeswehr und den Einsatz in Mazedonien beim Minister anfragte, ließ Scharping ihn mit den Worten "schließlich bin ich ja im Urlaub" abblitzen.

Zum Schluss schwant Scharping dieser Widerspruch in seinem Verhalten offenbar doch mal ganz kurz. "Wir haben viel zu wenig über Politik geredet", sagt er zu Paul Sahner. Doch da ist das "Bunte"-Interview auch schon zu Ende.

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