Bischof unter Druck Kritiker übergeben Protestnote an Tebartz-van Elst

4400 Gläubige haben einen Protestbrief an den umstrittenen Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst unterzeichnet.  Ihre Unterschriftensammlung übergaben die Kritiker persönlich dem Kirchenmann - allerdings hinter verschlossenen Türen.

Bischof Tebartz-van Elst: "Offenes , konstruktives Gespräch"
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Bischof Tebartz-van Elst: "Offenes , konstruktives Gespräch"


Limburg - Der umstrittene Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst hat von seinen Kritikern einen Protestbrief bekommen, den rund 4400 Gläubige unterzeichnet haben. In dem sogenannten Frankfurter Appell kritisieren Gemeindemitglieder, kirchliche Mitarbeiter und Priester den Führungsstil des Kirchenmannes. "Die Bistumsleitung muss umgehend einen anderen Weg einschlagen", heißt es in dem Schreiben, das am 25. August am Ende eines Gottesdienstes im Frankfurter Dom verlesen worden war.

Vertreter der katholischen Stadtkirche Frankfurts übergaben dem Bischof die Unterschriftensammlung nun hinter verschlossenen Türen. "Ich denke, es ist ein guter Anfang", sagte hinterher Christoph Hefter, der Vorsitzende der Stadtversammlung der Frankfurter Katholiken. Wenn es zu Veränderungen im Bistum führe, sei es ein sehr wertvolles Gespräch gewesen.

Tebartz-van Elst äußerte sich nicht persönlich zu dem Treffen. Sein Sprecher sprach von einem "offenen, konstruktiven" Gespräch, bei dem auch kritische Punkte angesprochen worden seien.

Tebartz-van Elst steht seit längerem in der Kritik. So wird dem 53-Jährigen ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen, außerdem zu viel Prunk in Gottesdiensten und Verschwendung. Unter anderem geht es um explodierende Kosten für den neuen Bischofssitz sowie um einen Erste-Klasse-Flug nach Indien. Im letzteren Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft Hamburg wegen Äußerungen des Bischofs.

Im Bistum Limburg leben etwa 650.000 Katholiken.

rls/dpa

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insgesamt 11 Beiträge
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raber 06.09.2013
1. Bsichofs Vorgesetzter schweigt?
Da muss schon Einiges geschehen damit die Gläubigen zu einem Schreiben greifen müssen. Verschwendung mit Flügen, Bauten, vielleicht auch Autos und Speisen sind schon zu viel, aber auch einen autoritären Führungsstil als Gottesdiener sollte man nicht gedulden. Es ist ihm wohl nicht mehr abzugewöhnen. Wem untersteht diese Person denn direkt? Totales Schweigen von der Seite? Wird der nun als "Strafe" versetzt wie die Kirche es so oft handhabt?
jocheno.b. 06.09.2013
2. Feudalismus
Der Bischof beweist zumindest, dass in der RKK der Feudalismus noch am Leben gehalten wird. Das erschein mir einigermaßen modern in einer Organisation, die ansonsten bronzezeitliche Traditionen vertritt
zensorsliebling 06.09.2013
3. Besser untergebracht wäre die Unterschrift....
auf dem Kirchenaustrittsformular beim Standesamt. Ohne Geld wird der mächtige Drache schnell zu einem jämmerlichen Wurm. Wenn 10% austräten, bekäme der Bischof wahrscheinlich Soutanensausen.
tweet4fun 06.09.2013
4. @ Bischof Tebartz-van Elst
Zitat von günter1934Ich habe es schon mal in einem anderen Thema beschrieben. In Mainz wurde nach langem wieder ein Bischof zum Kardinal befördert: Hermann Kardinal Volk. Hermann Volk (http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Volk) Der hat kurze Zeit in der hochkonfortablen Bischofsvilla seiner Vorgänger gewohnt. Dann ist er in eine einfache Stadtwohnung gezogen und hat die Villa kurzerhand verkauft. Von seiner Wohnung in der Nähe des Doms ging er morgens mit einer schäbigen Aktentasche zu Fuss ins Ordinariat zur Arbeit und hat jeden auf der Strasse freundlich gegrüsst. Darüber hat sich damals meine Mutter sehr gefreut. Wahrscheinlich hat er mit dieser Art und Weise für wesentlich mehr Aktzeptanz für die kK gesorgt als sein Kollege TvE.
Ich möchte Ihnen, Hochwürden, hier einen Beitrag zu Herzen legen, der von einem Foristen in einem benachbarten Thread zum Thema veröffentlicht wurde: Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihre gewohnte Suchmaschine im Internet, die weitere Artikel zum Thema "Bescheidenheit und Volksnähe eines katholischen Würdenträgers" liefern kann.
p.donhauser, 06.09.2013
5. fürstbischof
ob daß rom wohl interessiert ? rom ist mit sich selbst beschäftigt.
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