Listerien-Verdacht Verseuchte Wurst auch auf Ostseefähren verkauft

Auf Ostseefähren zwischen Deutschland und Dänemark sind möglicherweise mit Listerien verseuchte Wurstwaren verkauft worden. Dänischen Behörden zufolge bekam die Reederei Scandlines die sogenannte Rullepølse mit Petersilie geliefert.

Rullepølse: Die Fleischspezialität aus Dänemark
REUTERS/ Scanpix

Rullepølse: Die Fleischspezialität aus Dänemark


Kiel - Zwölf Menschen starben nach dem Verzehr von verseuchter Wurst eines dänischen Lebensmittelherstellers, mindestens 20 hatten sich mit den gefährlichen Bakterien angesteckt. Nun ist bekannt geworden, dass Produkte des Unternehmens auch auf Ostseefähren zwischen Dänemark und Deutschland verkauft worden sind. Eine entsprechende Warnung aus Dänemark habe das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit erhalten und weitergeleitet, sagte eine Sprecherin des schleswig-holsteinischen Landwirtschaftsministeriums.

Demnach habe die Reederei Scandlines sogenannte Rullepølse mit Petersilie geliefert bekommen, die mit den gefährlichen Listerien-Bakterien belastet sein könnten.

Über Menge und Zeitraum des Verkaufs der Wurstwaren bei Scandlines konnte die Ministeriumssprecherin keine Angaben machen. Hierzu lägen noch keine Informationen vor. Eine Sprecherin der Reederei sagte, es gebe keine Hinweise, dass mit Bakterien belastete Produkte verkauft worden seien.

Zuvor war bekannt geworden, dass ein Geschäft in Schleswig-Holstein 160 Kilo Wurst des Herstellers Jørn A. Rullepølser verkauft hatte. Vom Verzehr war vorsichtshalber abgeraten worden. Das Unternehmen wurde von den dänischen Behörden geschlossen.

Listerien-Bakterien können Infektionen auslösen, die anfangs einer Grippe ähneln. Gefährdet sind vor allem Schwangere, Kleinkinder, ältere Menschen und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, etwa chronisch Schwerkranke. Bei Menschen mit intaktem Immunsystem kommt es durch Listerien nur selten zu einer Erkrankung. In Deutschland gibt es im Durchschnitt 300 bis 400 Fälle pro Jahr. Listeriose wird mit Antibiotika behandelt.

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gam/dpa

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sebastian.teichert 15.08.2014
1.
Es war ja nur eine Frage der Zeit bis der dänische Mastschlachthaufen sich übernimmt und es in ner riesigen Explosion endet. Diese ekligen pölse sahen mit nie appetitlich auch. Ich lebe in Schweden und meide dänisches Fleisch seid ich hier bin.
bolzenbrecher 15.08.2014
2. Vertuschungsstrategie in Deutschland
Ich möchte nicht wissen, wieviele von der Gammelfleischopfern, in die deutsche Grippetotenstatistik eingemischt werden, damit ja keiner auf die Idee kommt, es könnte sich um einen Unternehmensfehler handeln. Dafür müsste das Unternehmen am Ende gar haften. Nein, in Deutschland geht man mit solchen Themen "zurückhaltender" um. Kratzt auf Dauer sowieso niemanden...und die Toten am wenigsten!
Wolffpack 15.08.2014
3.
Zitat von bolzenbrecherIch möchte nicht wissen, wieviele von der Gammelfleischopfern, in die deutsche Grippetotenstatistik eingemischt werden, damit ja keiner auf die Idee kommt, es könnte sich um einen Unternehmensfehler handeln. Dafür müsste das Unternehmen am Ende gar haften. Nein, in Deutschland geht man mit solchen Themen "zurückhaltender" um. Kratzt auf Dauer sowieso niemanden...und die Toten am wenigsten!
Das impliziert das das aus böser Absicht geschehen würde. Eigentlich ist es ja eher so, das die Kontrollen (und die Gesetze) so lasch sind, das das nie auffliegt und nie verfolgt wird. Das ist mehr grobe Fahrlässigkeit. Aber ich schätze wir sind uns einig darin, das der status quo geändert werden sollte.
hermannheester 15.08.2014
4. Schluckimpfung ist süss.....
Zitat von sysopREUTERS/ ScanpixAuf Ostseefähren zwischen Deutschland und Dänemark sind möglicherweise mit Listerien verseuchte Wurstwaren verkauft worden. Dänischen Behörden zufolge bekam die Reederei Scandlines die sogenannte Rullepølse mit Petersilie geliefert. http://www.spiegel.de/panorama/listerien-verdacht-gefaehrdete-wurst-wurde-auch-auf-ostseefaehren-verkauft-a-986327.html
So lautete schon vor ca. 50 Jahren ein Werbeslogan, der für die Teilnahme an Kinderlähmungs-Schluckimpfungen werben sollte. Nun also dreht sich dieser Slogan um und mit ihm so mancher Magen. Vor allem wohl von den Leuten, die als potentielle Kunden und "Genießer" dieser erneuten Bakterien-Invasion in europäischen Geschäften und Lokalen teilfhaftig gewesen sein könnten. Geiz ist vielleicht geil - aber längst nicht in jedem Falle auch bekömmlich oder gar gesund. Deswegen sollten Kontrollen von Lebensmitteln deutlich verschärft werden. Selbst war ich Augen- und Ohrenzeuge, als vor ca. 30 Jahren ein Ladnemetzger einer Filiale vom dort ansässigen MARKTKAUF sich damit BRÜSTETE, dass er Überbestände an Hackfleisch am Folgetag erneut untermische und neu verpacken und kennzeichnen lasse. Ostseefähren sind also nicht allein das Ziel der Begierden von Spezialisten, die sich und ihre Kalkulation auch schon mal auf Kosten der Gesundheit ihrer Mitmenschen aufbessern wollen.
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