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+++ Liveticker +++: Angst in Tokio nach dritter Fukushima-Explosion

Japans Regierung warnt vor steigender, gesundheitsschädlicher Radioaktivität rund um das Unglücks-AKW. Erste Spuren von Strahlung wurden in Tokio gemessen und sorgen dort für Panikeinkäufe - der Wind könnte den neuen Fallout in die Hauptstadt tragen. Die Ereignisse im Liveticker.

Beben und Tsunami: Japans Alptraum Fotos
AP/NHK TV

Die Zusammenfassung der aktuellen Lage finden Sie hier.

+++ Premierminister fordert per SMS zum Stromsparen auf +++

[06.17 Uhr] Der japanische Premierminister Naoto Kan hat an seine Landsleute eine SMS geschickt. Darin bittet er der Nachrichtenagentur Reuters zufolge die Japaner, Strom zu sparen. Durch die AKW-Schäden hat Japan etwa ein Fünftel seiner Atomstromproduktion verloren.

+++ Reaktoren im AKW Fukushima 2 heruntergefahren +++

[06.09 Uhr] Der Betreiber Tepco hat mitgeteilt, die vier Reaktoren im AKW Fukushima Daini (Fukushima 2) seien erfolgreich heruntergefahren worden. Die Kühlprobleme in der Anlage seien offenbar unter Kontrolle, berichtet der "Guardian".

+++ Flugverbot über Fukushima +++

[05.58 Uhr] Laut Kyodo wird in einem 30-Kilometer-Radius über dem Fukushima-Kraftwerk eine Flugverbotszone eingerichtet.

+++ Nikkei erholt sich leicht +++

[05.53 Uhr] Der Nikkei-Index macht einen kleinen Teil seiner Verluste wieder gut, liegt aber im Nachmittagshandel immer noch knapp zwölf Prozent im Minus.

+++ Panische Hamsterkäufe in Tokio +++

[05.47 Uhr] Angesichts der Warnungen vor der Strahlenbelastung rund um das Kraftwerk Fukushima kommt es in Tokio zu Panikkäufen. Einige Einwohner decken sich mit Lebensmitteln und anderen Vorräten ein. Viele Tokioter Bürger hatten sich aus Angst vor dem Atomunfall schon auf den Weg in den weiter entfernten Süden des Landes gemacht.

+++ THW beendet Einsatz +++

[05.33 Uhr] Die Hoffnung, rund 100 Stunden nach dem Erdbeben und dem Tsunami noch Überlebende zu finden, schwindet. Das Einsatzteam des Technischen Hilfswerks (THW) beendet deswegen jetzt seinen Einsatz in Japan.

+++ Restriktionen für Export nach Thailand +++

[05.24 Uhr] Thailand hat angekündigt, aus Japan importierte Nahrungsmittel stichprobenartig auf radioaktive Verstrahlung zu testen.

+++ Schwere Nachbeben samt Tsunamis erwartet +++

[05.19 Uhr] Experten erwarten für die nächsten Tage weitere schwere Nachbeben vor der Küste Japans und warnten, einige davon könnten auch neue Tsunami-Wellen auslösen. Im japanischen Fernsehen führte ein Seismologe aus, es habe seit Freitag bereits 200 Nachbeben gegeben, drei davon hätten eine Stärke von mehr als 7,5 auf der Richter-Skala gehabt. Hauptgrund sei, dass das Epizentrum des ersten Bebens sich über eine riesige Fläche - er sprach von 500 mal 200 Kilometer - erstrecke.

+++ Regierung versucht ahnungslose Bürger zu warnen +++

[05.00 Uhr] Rund um das Atomkraftwerk Fukushima versucht die Regierung, die Bevölkerung vor dem Strahlenrisiko mit Lautsprecherwagen zu warnen. Ein Regierungssprecher für den Katastrophenschutz sagte im japanischen Fernsehen, viele Haushalte um das Kraftwerk hätten vermutlich keinen Strom und auch keinen Mobilfunkempfang, möglicherweise hätten deshalb viele Menschen noch nicht von dem drohenden Kollaps der Atommeiler erfahren.

Über die Lautsprecherwagen fordere man die Bevölkerung auf, in den Häusern zu bleiben, sich auf keinem Fall möglichem Regen auszusetzen. Der Sprecher gestand ein, dass die Regierung in Tokio keinen detaillierten Überblick der Lage in dem Gebiet habe, man wisse nicht genau, wie viele Menschen noch in der Krisenregion seien.

+++ US-Armee löschte Reaktor-Brand +++

[04.56 Uhr] Das Feuer im Reaktor 4 wurde laut der Agentur Jiji durch Angehörige der US-Armee gelöscht. Nach Angaben von Regierungssprecher Yukio Edano war der Brand durch eine Explosion von Wasserstoff ausgelöst worden. Obwohl der Reaktor zum Zeitpunkt des Erdbebens und des Tsunamis wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet gewesen sei, habe sich in dem Block befindlicher Kernbrennstoff erwärmt. Dabei sei Wasserstoff freigesetzt worden, was zu einer Explosion geführt habe, wie es bereits in den Reaktoren 1 und 3 geschehen sei, sagte Edano.

+++ Japan droht Kälteeinbruch +++

[04.55 Uhr] In der vom Tsunami betroffenen Region im Nordosten Japans droht neben des Risikos durch die Nuklearreaktoren ein massiver Kälteeinbruch. Der japanische Fernsehsender NHK berichtete, dass es in der Küstenregion ab morgen wahrscheinlich schneien werde, dies bedeute eine weitere Verschärfung der Lage.

+++ Radioaktivität in Tokio gemessen +++

[04.51 Uhr] Eine geringe Menge radioaktiver Substanzen sei in Tokio gemessen worden, berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo. Das Atomkraftwerk Fukushima liegt etwa 250 nordöstlich der japanischen Hauptstadt. Die Radioaktivität sei aber so schwach, dass sie die menschliche Gesundheit nicht beeinträchtige, erklärte die Stadtverwaltung.

Derzeit wehen die Winde in Japan in südwestlicher Richtung, wo auch Tokio liegt - Meteorologen allerdings gehen davon aus, dass sie im Verlauf des Tages nach Westen drehen.

+++ Air China streicht Flüge nach Japan +++

[04.47 Uhr] Air China hat die Flüge von Peking und Shanghai nach Tokio am Dienstagnachmittag und -abend gecancelt. Die staatliche Fluglinie gab dafür auf ihrer Website keinen Grund an.

+++ Nikkei fällt und fällt und fällt +++

[04.42 Uhr] Der Nikkei-Index fällt weiter. Nach der Mittagspause beträgt das Minus bereits über 14 Prozent Prozent. Die japanische Regierung macht Spekulanten für starken Kursbewegungen verantwortlich.

+++ Muss das gesamte Unglücks-AKW evakuiert werden? +++

[04.35 Uhr] Laut "New York Times" befürchten Manager, dass die Situation in Fukushima außer Kontrolle geraten und der Schaden an der Reaktorhülle größer als zunächst angenommen ist. Es müssten wohl alle Arbeiter das Werk verlassen, um der Verstrahlung zu entgehen. Wenn das geschehe, sei eine Kernschmelze in den drei beschädigten Reaktoren sehr wahrscheinlich. Sie würde zum Austritt von großen Mengen an radioaktivem Material führen - der größte Unfall seit der Katastrophe in Taschenobyl vor 25 Jahren.

+++ Reaktor-Feuer gelöscht +++

[04.15 Uhr] Nach Angaben der Atomsicherheitsbehörde wurde der Brand im vierten Reaktor gelöscht.

+++ Sehr hohe Strahlenwerte in Kanagawa +++

[03.41 Uhr] - In Kanagawa bei Tokio wurden nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo zwischenzeitlich Strahlenwerte gemessen, die den Normalwert um das Neunfache übersteigen. Nahe Reaktor 3 des Kraftwerks Fukushima 1 übersteigt die Strahlung laut der Nachrichtenagentur Kyodo das erlaubte jährliche Limit um das 400-fache.

+++ Laut Regierung Brand in viertem Reaktor +++

[03.14 Uhr] In Reaktor 4 der bereits schwer beschädigten Atomanlage Fukushima 1 ist es zu einem Brand gekommen. Das teilte der Regierungssprecher Yukio Edano mit. In den Reaktorblöcken 1 bis 3 hingegen werde das Einpumpen von Wasser inzwischen planmäßig fortgesetzt. Es gelte jetzt, diese Kühlung aufrechtzuerhalten.

Nach Angaben des Betreibers des Atomkraftwerkes Fukushima wurden die Streitkräfte von Japan und der USA gebeten, den Brand im Reaktor 4 zu löschen. Edano sagte, der Austritt weiterer Strahlung aus dem brennenden Reaktorblock sei zu befürchten.

+++ Regierungschef Kan erläutert Lage am Kernkraftwerk +++

[03.07 Uhr] Die Strahlenbelastung rund um das Atomkraftwerk Fukushima ist nach den Worten von Ministerpräsident Naoto Kan hoch. Radioaktivität breite sich vom Reaktor aus. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte fälschlicherweise geschrieben, Kan habe von einer wahrscheinlicher werdenden Kernschmelze gesprochen. Tatsächlich warnte er vor weiteren Lecks.

Regierungssprecher Edano sagte, in der näheren Umgebung des AKW sei die Strahlung hoch genug, um die Gesundheit zu gefährden; zuvor hatte es geheißen, die gemessenen Werte seien nicht gesundheitsheitsschädigend. Edano bezog sich auf Strahlenwerte, die in der Nähe des Gebiets gemessen worden, wo der Strahlungsaustritt vermutet wurde. "Weit weg sollten die Strahlenwerte niedriger sein", sagte er.

Kan forderte die Bevölkerung auf, in einem Umkreis von 30 Kilometern in geschlossenen Räumen zu bleiben. Er rief die Menschen in den Evakuierungszonen, also zwanzig Kilometer um Fukushima 1 und zehn Kilometer um Fukushima 2, eindringlich dazu auf, diese Gebiete zu verlassen. Die meisten Bewohner hätten diese Aufforderung bereits befolgt.

+++ "Man kann die Anspannung spüren" +++

[03.06 Uhr] Die Angst vor dem Atomunfall in Japan breitet sich in der Bevölkerung aus. Der Englischlehrer Mark Kemp lebt rund 120 Kilometer von dem Unglücks-Atomkraftwerk Fukushima entfernt. Dem Fernsehsender BBC berichtete er: "Je mehr in dem Werk schief geht, desto weniger fühlen sich 120 Kilometer an." Als er in der Stadt unterwegs gewesen sei, habe jeder angespannt gewirkt. "Sie scheinen zwar zu versuchen, normal weiterzumachen. Aber es liegt eindeutig eine Anspannung in der Luft. Das kann man ganz deutlich spüren."

+++ Frankreichs Botschaft rät im Gebäude zu bleiben +++

[03.04 Uhr] Die französische Botschaft in Tokio erklärte, eine schwache radiokative Verseuchung aus Richtung Fukushima könne Tokio in zehn Stunden erreichen, falls der gegenwärtige Wind anhalte. Die Botschaft empfiehlt den französischen Staatsangehörigen, innerhalb von Gebäuden zu bleiben. Grund zur Paik bestehe nicht.

+++ Radioaktivität weit von gesundheitsschädigendem Wert entfernt +++

[03.02 Uhr] Die Atomsicherheitsbehörde fürchtet inzwischen ein Leck in der Reaktorhülle, durch das Radioaktivität austrete. Drei Stunden nach der Explosion seien Werte von 11.900 Mikrosievert gemessen worden, sagte ein Sprecher. Er betonte jedoch, dies bedeute kein umnittelbares Gesundheitsrisiko, Experten seien erst ab einem Wert von 100.000 Mikrosievert besorgt.

+++ Minister sieht Japan gewappnet für Kurzzeitfolgen +++

[02.49 Uhr] - Japan hat nach den Worten von Finanzminister Yoshihiko Noda genügend Geld, um kurzfristig die Folgen des Erdbebens zu bekämpfen.

+++ Atombehörde unsicher über mögliche Schäden +++

[02.25 Uhr] Jetzt gibt laut Reuters auch die japanische Atombehörde an, nicht sicher zu sein, ob bei der Reaktorbehälter beschädigt wurde oder nicht. Es ist eine wichtige Frage, denn jede Beschädigung des Stahlmantels eines Atomreaktors ist äußerst gefährlich. Sie könnte einen unkontrollierten Austritt von Radioaktivität und damit eine vollständige Kernschmelze im Innern des Reaktors ermöglichen.

+++ Widersprüchliche Meldungen über Reaktorschäden +++

[02.21 Uhr] Hat es nun Schäden am Schutzmantel des Reaktorblocks 2 gegeben oder nicht? Nach der Explosion kursieren widersprüchliche Angaben über das Ausmaß des Unglücks: Während die Regierung erklärte, es habe offenbar Schäden am unteren Teil der Hülle gegeben, dementierte die Behörde für Atomsicherheit wenig später etwaige Löcher. Seitens des AKW-Betreibers Tepco wurden Schäden ausgeschlossen. Die Firma stützt sich dabei auf die Tatsache, dass die Strahlenwerte zwar angestiegen sind, aber "nicht sprunghaft".

+++ Märkte bleiben offen +++

[02.15 Uhr] Der japanische Wirtschaftsminister Kaoru Yosano äußert sich zuversichtlich, dass die Unruhe an den Märkten nicht lange anhält. Es sei wichtig, die Märkte in Tokio nicht zu schließen. Andernfalls würde es international große Auswirkungen geben.

+++ Widerstand gegen Merkel in der Unions-Fraktion +++

[02.07 Uhr] In der Unions-Fraktion regt sich Unmut über das atompolitische Moratorium der Bundesregierung. "Ich bin nicht bereit, ohne Grund unser Energiekonzept aufzugeben", sagte Fraktionsvize Christian Ruck der "Rheinischen Post". "Das Energiekonzept beruht darauf, dass wir die Atomenergie als Brückentechnologie noch eine längere Zeit brauchen, um die erneuerbaren Energien hochzufahren", betonte der für Umweltpolitik und Reaktorsicherheit zuständige CSU-Politiker.

+++ Opferzahl steigt auf über 2400 +++

[02.00 Uhr] Die offiziell bestätigte Zahl der Toten nach dem Erdbeben und dem Tsunami beträgt laut Polizeiangaben jetzt mehr als 2400, meldet AFP.

+++ Japanische Indizes stürzen immer weiter +++

[01.48 Uhr] Der Nikkei-Index, der die 225 führenden Werte der japanischen Aktienmärkte listet, entfernt sich immer weiter von der psychologisch wichtigen 10.000-Zähler-Marke. Am Vormittag (Ortszeit) fiel er unter die Marke von 9000 Punkten - ein Minus von 6,6 Prozent.

+++ AKW-Betreiber schließt Kernschmelze nicht aus +++

[01.45 Uhr] Ein Tepco-Sprecher teilte nach Berichten des Rundfunksenders NHK mit, das Unternehmen habe die Regierung von der Notsituation unterrichtet. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu einer Kernschmelze komme.

+++ Atombehörde dementiert Berichte von Schäden +++

[01.42 Uhr] Die japanische Atombehörde hat Berichten über mögliche Schäden am Schutzmantel des Reaktorblocks 2 widersprochen. Die Schutzhülle habe "anscheinend keine Löcher".

+++ Notenbank stützt Bankensektor +++

[1.40 Uhr] Die japanische Notenbank stützt den Bankensektor des Landes weiter mit großen Summen. Am Dienstag beträgt die Summe zunächst fünf Billionen Yen (umgerechnet rund 44 Milliarden Euro), nach einem Rekordwert von 15 Billionen Yen am Montag.

+++ Reaktor 2 wird wieder mehr gekühlt +++

[01.10 Uhr] Das dringend benötigte Kühlwasser an den Brennstäben im Reaktor 2 ist wieder gestiegen, wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiber berichtete. 1,20 Meter und damit ein gutes Viertel der vier Meter langen Brennstäbe sei nun wieder mit Wasser bedeckt. Die Stäbe waren zuvor mehr als zwei Stunden ohne kühlende Flüssigkeit gewesen. Ohne Kühlung droht die Kernschmelze.

+++ Talfahrt an Tokioter Börse setzt sich fort +++

[01.07 Uhr] Erneut gibt es wegen der Tsunami-Katastrophe an der Tokioter Börse starke Kursverluste. Der Nikkei-Index hat innerhalb der ersten Handelsminuten mehr als vier Prozent eingebüßt auf 9227,09 Punkte. Auch für den breiter gefassten Topix ging es am Dinestag um weitere 4,05 Prozent auf 812,66 Punkte nach unten.

+++ Strahlenbelastung hat sich vervierfacht +++

[01.05 Uhr] Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima steigt nach Angaben des Betreibers nach der erneuten Explosion auf 8217 Mikrosievert pro Stunde. 40 Minuten zuvor waren lediglich 1941 Mikrosieverts gemessen worden - das heißt, die Radioaktivität am AKW ist nun viermal höher. In Deutschland liegt die natürliche Strahlenbelastung nach Angaben des Bundesumweltministeriums in einem ganzen Jahr bei durchschnittlich 2400 Mikrosievert.

+++ Über Block 2 steigt Dampf auf +++

[00.55 Uhr] Die Explosion hat das Dach über dem überhitzten Reaktor beschädigt, Dampf steigt auf, meldet die Nachrichtenagentur Jiji laut Reuters. Schon zweimal zuvor hatten Explosionen Teile das Daches zerrissen.

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17  Bilder
Japans Ostküste: Rettungsarbeiten im Trümmerland
+++ Erhöhte Radioaktivität nach Explosion gemessen+++

[00.48 Uhr] Offenbar hat sich im Reaktorblock 2 Wasserstoff entzündet, und so kam es zur Explosion. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar. Eine Teilevakuierung hat begonnen, einige Arbeiter seien bereits in Sicherheit gebracht worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tepco. Die Firma sprach von einem "sehr schlimmen Szenario". Noch 50 Angestellte sollen sich in dem AKW aufhalten, meldet die BBC. Diese bemühten sich darum, die Stabilität der Anlage zu sichern.

Im Unterschied zu den ersten beiden Explosionen am Samstag und Montag sei diesmal nicht nur das äußere Reaktorgebäude, sondern offenbar auch der innere Druckbehälter beschädigt worden, berichteten Kyodo und der Sender NHK. Darauf weist einem Tepco-Sprecher zufolge der Druckabfall im Reaktorbehälter hin, der nach der Explosion festgestellt wurde. Die Schutzhülle des Atomreaktors wurde beschädigt - damit besteht die Gefahr, dass erhebliche Mengen Radioaktivität entweichen.

Nach dem erneuten Vorfall sei südlich des Kraftwerks erhöhte Radioaktivität gemessen worden. Der Grenzwert in der Präfektur Ibaraki zwischen Fukushima und der Hauptstadt Tokio sei überschritten worden, es bestehe aber keine unmittelbare Gefahr für die menschliche Gesundheit. Die Agentur Jiji berichtete, die gemessene Strahlendosis sei auch nach der Explosion verhältnismäßig niedrig gewesen.

+++ Explosion am Fukushima-Reaktor 2 +++

[00.05 Uhr] Am Reaktorblock 2 der Atomanlage Fukushima soll es eine Explosion gegeben haben. Die Detonation sei am Dienstag um 06.10 Uhr Ortszeit (22.10 Uhr MEZ) zu hören gewesen, sagte ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde im Staatsfernsehen.

+++ Regierung: Wenige Fälle radioaktiver Verstrahlung +++

[23.37 Uhr] Ein BBC-Reporter berichtet von Untersuchungen in den Städten nahe Fukushima, die Einwohner seien auf radioaktive Verseuchung getestet worden. Offiziellen Angaben zufolge wurde nur bei wenigen Menschen leicht erhöhte Radioaktivität festgestellt. Das Vertrauen in solche Bekanntgaben jedoch schwindet.

+++ Frankreich will G-20-Krisengipfel +++

[23.28 Uhr] Frankreich hat beim G-8-Treffen in Paris offenbar ein Treffen der Wirtschafts- und Energieminister der G-20-Staaten gefordert. Italiens Außenminister Franco Frattini sagte, Präsident Nicolas Sarkozy habe einen Sondergipfel angeregt, um über die Folgen der Ereignisse in Japan auf die Weltwirtschaft und das globale Energiesystem zu beraten.

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insgesamt 172 Beiträge
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1. Neon
sir.viver 14.03.2011
Zitat von sysopDie Folgen der Tsunami- und Atomkatastrophe sind auch in Japans Hauptstadt Tokio immer stärker zu spüren: Die Regierung lässt die Radioaktivität kontrollieren; Versorgungsengpässe drohen. In Teilen der Region wird die Elektrizität abgeknipst. Die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750817,00.html
Tokyo ohne Neon- Reklame, das ist der echte Skandal!
2. Walfang
kaeptn_blau 14.03.2011
Ich warte sehnsüchtig auf die Nachricht, dass die japanische Walfangflotte bzw. Verarbeitungsindustrie auch zerstört wurde. Das wäre die einzig positive Nachricht.
3. -
Mulharste, 14.03.2011
Zitat von sysopDie Folgen der Tsunami- und Atomkatastrophe sind auch in Japans Hauptstadt Tokio immer stärker zu spüren: Die Regierung lässt die Radioaktivität kontrollieren; Versorgungsengpässe drohen. In Teilen der Region wird die Elektrizität abgeknipst. Die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750817,00.html
Geigerzähler in DTL werden knapp? Entschuldigung, wir haben doch echt ne Macke! Das ist soo weit weg...
4. stimmt
sir.viver 14.03.2011
Zitat von MulharsteGeigerzähler in DTL werden knapp? Entschuldigung, wir haben doch echt ne Macke! Das ist soo weit weg...
und selbst wenn er ausschlagen würde,was würde das uns bringen??? Man wäre der Strahlung ausgesetzt wie dem älter werden. Dageben gibts nichts im Alltag
5. Die spinnen
EmmetBrown 14.03.2011
Zitat von MulharsteGeigerzähler in DTL werden knapp? Entschuldigung, wir haben doch echt ne Macke! Das ist soo weit weg...
Da muss sogar ich als AKW-Gegner zustimmen. Das ist jetzt wirklich Paranoia. Das sind genau die Leute, die sich erst überhaupt nicht dafür interessieren und dann durch die BILD aufgeschreckt ins Extrem verfallen.
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Erdbeben- und Tsunamigebiet in Japan


Kernkraftwerke in Fukushima
Fukushima I (Daiichi)
Das Atomkraftwerk Fukushima I (Fukushima Daiichi) besteht aus sechs Blöcken mit jeweils einem Reaktor. Probleme gibt es vor allem in Block 1 und Block 3. Bei beiden Reaktoren wird zumindest eine teilweise Kernschmelze befürchtet. Die Kühlsysteme sind ausgefallen, die Betreiber haben Meerwasser in die Reaktoren gepumpt. Das Gebäude um Block 1 explodierte am Samstag - Grund soll eine Verpuffung der Gase zwischen Reaktor und Reaktorhülle gewesen sein. Der atomare Notstand wurde ausgerufen, im Umkreis von 20 Kilometern wurde evakuiert. Am Montag ereignete sich eine weitere Explosion. Nach Angaben der Regierung hat die Stahlhülle des Blocks 3 aber standgehalten. Die schlechten Nachrichten reißen allerdings nicht ab: Auch in Reaktor 2 ist die Kühlung inzwischen ausgefallen.
Fukushima II
Das Atomkraftwerk Fukushima II (Fukushima Daini) besteht aus vier Blöcken. Betreiber ist ebenfalls die Tokyo Electric Power Company (Tepco). Die Kühlsysteme der Reaktoren 1, 2 und 4 sind nach Angaben der japanischen Regierung ausgefallen. Der atomare Notstand wurde ausgerufen, im Umkreis von zehn Kilometern wird evakuiert.
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Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .
Die schwersten Erdbeben
Die stärksten Beben seit 1900
1960 Chile, Valdivia , Stärke 9,5
1964 Großes Alaska-Beben , Stärke 9,2
2004 Seebeben vor Sumatra , Stärke 9,1
1952 Kamtschatka, Stärke 9,0
2010 vor Maule, Chile , Stärke 8,8
1906 vor Ecuador, Stärke 8,8
Todesopfer bei Beben
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Opfer
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , nach offizieller Schätzung 222.570 Tote
1920 China, Haiyuan , 200.000 Tote
1923 Japan, Kanto, 142.800 Tote
1948 Turkmenistan, Ashgabat, 110.000 Tote
Historische Beben
1556 China, Shaanxi , 830.000 Tote
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Tote
1138 Syrien, Aleppo, 230.000 Tote
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , Stärke 7,0, 222.570 Tote
856 Iran, Damghan, 200.000 Tote

Quelle: U.S. Geological Survey
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