+++ Liveticker +++: Arbeiter nehmen Rettungsaktion im Reaktor wieder auf

Mehr als eine Stunde durften die 50 verbliebenen Arbeiter den havarierten Reaktor 3 in Fukushima nicht betreten - zuvor war stark erhöhte Strahlung gemessen worden. Jetzt setzen sie ihren verzweifelten Kampf gegen das atomare Desaster fort. Verfolgen Sie die Ereignisse im Liveticker.

Suche nach Vermissten: Die Hoffnung schwindet Fotos
AP/ NHK

+++ Hongkong fürchtet radioaktive Wolke +++

[06.49 Uhr] Die japanische Atomkatastrophe hat in der Millionenmetropole Hongkong Verwirrung ausgelöst. In E-Mails und Blogs war vor einer radioaktiven Wolke vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima gewarnt worden, die auf Hongkong zukomme. Ein Vertreter der Regierung dementierte die Gerüchte am Mittwoch. Beim Messen der Strahlenintensität seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Im Radiosender RTHK betonte Leung Wing-mo, Westwind würde jegliche Radioaktivität von Japan aus nach Osten in Richtung Pazifik treiben - und damit weg von Hongkong. Die Stadt liegt etwa 3000 Kilometer oder einen vierstündigen Flug von der japanischen Hauptstadt Tokio entfernt.

+++ Australische Helfer kontaminiert +++

[06.46 Uhr] Angehörige von australischen und neuseeländischen Rettungsteams sollen einer niedrigen Strahlendosis ausgesetzt gewesen sein, als ihr Helikopter in der Nähe der AKW Fukushima landen musste. Die Regierungen beider Länder bestätigten dies am Mittwoch, erklärten aber, dass keiner der Betroffenen gesundheitliche Schäden davon getragen habe.

Das Team musste etwa 20 Kilometer von der Sperrzone entfernt notlanden, nachdem die Rotorblätter des Hubschraubers vereist waren. Bei einem Check nach Rückkehr der Helfer habe man "sehr geringe Mengen an Radioaktivität auf den Schuhen der Männer gefunden", sagte die australische Premierministerin Julia Gillard.

+++ Japanische Regierung verschiebt Wahlen +++

[06.28Uhr] Die japanische Regierung hat im April anstehende Gouverneurs-, Bürgermeister- und Kommunalwahlen in der von Erdbeben und Tsunami verwüsteten Krisenregion im Nordosten des Landes um zwei Monate verschoben. Dies meldet die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Mehr als 1,6 Millionen Haushalte ohne Wasser +++

[06.20 Uhr] Mindestens 1,6 Millionen Haushalte sind nach der Naturkatastrophe in Japan noch immer ohne fließend Wasser. Das berichtete der Sender NHK am Mittwoch (Ortszeit) und berief sich auf Angaben des Gesundheitsministeriums. Zuvor hatte NHK bereits gemeldet, dass 76.000 Gebäude beschädigt und mindestens 6300 weitere komplett zerstört seien. Mindestens 440.000 Menschen lebten in 2400 Notunterkünften. Dort mangele es teilweise an Wasser und Essen. Im Nordosten seien außerdem 850.000 Haushalte ohne Strom.

+++ AKW-Betreiber will Straße zu Reaktor 4 bauen +++

[05.54 Uhr] Der Kraftwerk-Betreiber Tepco versucht nach Angaben der japanischen Atombehörde, eine Zufahrtsstraße zum schwer beschädigten Reaktor 4 zu bauen, damit Feuerwehrfahrzeuge den Meiler erreichen können. Eine solche Baumaßnahme würde den Rettungseinsatz massiv erleichtern.

+++ Regierung in Paris fordert Franzosen zur Ausreise auf +++

[05.44 Uhr] Frankreich hat alle Landsleute in Japan aufgefordert, auszureisen oder sich in südliche Landesteile zurückzuziehen. Als Grund wurde ein erhöhtes Strahlenrisiko angegeben. Die Fluggesellschaft Air France sei gebeten worden, Flugzeuge zur Verfügung zu stellen, hieß es aus Paris weiter. Zwei Maschinen seien bereits auf dem Weg.

+++ Arbeiter können Anlage wieder betreten +++

[05.31 Uhr] Die Rettungsarbeiten im AKW Fukushima gehen weiter. Die Strahlung in und um die Anlage ist offenbar wieder soweit gesunken, dass das Risiko für die Mannschaft zumutbar scheint. Die verbliebenen 50 Arbeiter versuchen in verzweifelten Aktionen, die überhitzten Reaktoren abzukühlen. 750 ihrer Kollegen wurden bereits abgezogen.

+++ Nachbarländer erwarten keine erhöhte Strahlenbelastung +++

[05.24 Uhr] Nach dem Strahlungsaustritt aus dem beschädigten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi erwarten die Nachbarstaaten Japans keinen sofortigen Anstieg der Radioaktivität. Im Osten Russlands seien bislang keine erhöhten Strahlenwerte gemessen worden, teilte das russische Katastrophenschutzministerium am Dienstag mit. Auch Singapur meldete keine ungewöhnlichen Veränderungen des Strahlungsniveaus.

+++ Südkorea liefert 52 Tonnen Bor nach Japan +++

[05.13 Uhr] Nachbarschaftshilfe im Kampf gegen die Nuklearkatastrophe: Südkorea will einen Teil seiner Reserven des Halbmetalls Bor nach Japan schicken, um damit die beschädigten Atomreaktoren in Fukushima zu stabilisieren. Die Chemikalie absorbiert Neutronen, verlangsamt die Kernspaltung und soll die Reaktoren so zusätzlich abkühlen. Südkorea werde auf Bitten Japans 52 Tonnen Bor in das Nachbarland schicken, sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums in Seoul am Mittwoch. Die Chemikalie, die mit Meerwasser gemischt wird, soll in den nächsten Tagen per Schiff geliefert werden.

+++ Nachbeben lässt Tokio erzittern +++

[05.05 Uhr] Immer wieder erschüttern Nachbeben die japanische Hauptstadt. Auch am Mittwoch brachten gegen 13 Uhr (Ortszeit) mehrere Erdstöße die Gebäude der Metropole ins Wanken. Das Beben der Stärke 6,0 ereignete sich vor der Küste der Präfektur Chiba, wie die japanische Wetterbehörde am Mittwoch mitteilte. Demnach lag das Zentrum des Erdbebens in zehn Kilometern Tiefe. Eine Tsunami-Warnung gab es aber nicht.

+++ Nikkei-Index fällt wieder unter 9000 Punkte +++

[04.54 Uhr] Nach zwei schwachen Tagen hat sich die japanische Börse am Mittwoch etwas erholt. Der Nikkei mit 225 führenden Werten lag zur Handelspause am Mittag bei 8981,14 Punkte, ein Anstieg von um 4,37 Prozent. Im frühen Handel war der Index sogar um knapp sieben Prozent auf 9.168,51 Punkte geklettert.

+++ China verschärft Kontrollen bei Japan-Lieferungen +++

[04.45 Uhr] Wegen der Atomkatastrophe in Japan hat China verstärkte Radioaktivitätskontrollen bei Schiffsladungen angeordnet, die in chinesischen Häfen eintreffen. Dadurch sollen Waren verfolgt werden, die durch den Strahlungsaustritt in den beschädigten Atomanlagen verseucht wurden. Dies geht aus der am Mittwoch veröffentlichen Anordnung der chinesischen Behörde für Qualitätsüberwachung hervor. China ist Japans größter Handelspartner. Der Handel zwischen den beiden Ländern stieg im vergangenen Jahr um 30 Prozent auf 300 Milliarden Dollar (215,8 Milliarden Euro). Japanische Exporte nach China nahmen um 36 Prozent auf knapp 150 Milliarden Dollar (107,9 Milliarden Euro) zu.

+++ Börse: Nikkei-Anstieg schwächt sich ab +++

[04.21 Uhr] Die Aktienkurse an der Tokioter Börse haben sich zum Ende der Morgen-Sitzung stabilisiert. Allerdings kippte der steile Kursanstieg bei sechs Prozent - der Nikkei lag zu Mittag nur noch 4,5 höher als am Vorabend.

+++ Sprecher: "Können nicht einmal die kleinsten Arbeiten ausführen" +++

[04.12 Uhr] Die Kühlungsaktion am Reaktor 3 ist wegen der Strahlenbelastung vollständig eingestellt. "Die Männer können nicht einmal die kleinsten Arbeiten ausführen", sagte Regierungssprecher Edano. Wegen der Strahlengefahr seien sie jetzt auf "standby".

+++ Hubschrauber-Crew misst geringe Strahlung in AKW-Nähe +++

[04.09 Uhr] Zwei Besatzungsmitglieder eines australischen Rettungshubschraubers waren leicht erhöhter radiokativer Strahlung ausgesetzt, als ihre Maschine in der Präfektur Fukushima notlanden musste, meldet AFP. Demnach wurde die Strahlung an ihren Stiefeln entdeckt. Sie landeten rund 20 Kilometer außerhalb der Evakuierungszone um das Unglücks-AKW.

+++ Regierung: Mantel in Reaktor 3 möglicherweise beschädigt +++

[04.05 Uhr] Ein Teil der Schutzhülle des Reaktors 3 im AKW Fukushima 1 ist nach Regierungsangaben möglicherweise beschädigt. Anscheinend steige Rauch aus dem Reaktor, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch. Zuvor hatte die Regierung erklärt, die Strahlenwerte an dem Kraftwerk seien zeitweilig stark gestiegen, bevor sie wieder gefallen seien.

+++ Venezuela stellt Atomprogramm ein +++

[03.50 Uhr] Als Reaktion auf die drohende nukleare Katastrophe in Japan will Venezuela sein Atomprogramm stoppen. Präsident Hugo Chavez sagte am Dienstag, die mit der Atomkraft verbundenen Gefahren seien zu groß. Er habe angeordnet, die Pläne vorerst auf Eis zu legen. Die Ereignisse in Japan veränderten die Pläne für Atomkraft in der ganzen Welt, sagte Chavez. Venezuela wollte mit russischer Hilfe ein Atomkraftwerk mit einer Leistung von 4000 Megawatt bauen.

+++ Arbeiter können AKW wegen hoher Strahlung nicht betreten +++

[03.38 Uhr] Brisante Mitteilung der Regierung: Die Strahlung im Reaktor 3 sei so hoch, dass Mitarbeiter des Atomkraftwerks das Gelände derzeit nicht betreten könnten. Das sagte Regierungssprecher Edano. Nach einem Anstieg der Strahlenbelastung müsse die Bewässerung der Reaktoren zur Kühlung der Brennstäbe vorerst eingestellt werden.

+++ Erhöhte Strahlung rund um AKW gemessen +++

[03.29 Uhr] Die Strahlenbelastung am Atomkraftwerk Fukushima I stieg kurz nach 2 Uhr (MEZ) der Regierung zufolge stark an. Etwa eine Stunde später sei der Wert wieder gefallen. Es sei der Wert von 1000 Millisievert gemessen worden, berichtete Regierungssprecher Yukio Edano. Am Mittwochmorgen habe der Wert bei weiteren Messungen zwischen 600 und 800 Millisievert gelegen. 1000 Millisievert sind in Deutschland das Tausendfache dessen, was ein Mensch über ein ganzes Jahr hinweg an zusätzlicher Strahlung aufnehmen darf.

+++ Experte: Einsatz von Borsäure nicht ohne Risiken +++

[03.20 Uhr] Um einem weiteren Strahlungsaustritt vorzubeugen, will die Betreiberfirma der beschädigten AKW mit Borsäure versetztes Wasser in den Reaktorblock 4 sprühen. Das chemische Element Bor absorbiere Neutronen und verlangsame so nukleare Reaktionen, erklärte der Experte für die Sicherheit von Atomanlagen der Universität von Südkalifornien, Naj Meshkati. Die Säure könne jedoch auch gefährlich sein. So habe sie nach mehrmaliger Verwendung bei einem Zwischenfall in einem Atomkraftwerk im US-Staat Ohio Stahlteile zerfressen, sagte Meshkati.

+++ Meteorologe: Wind weht auf den Pazifik hinaus +++

[03.13 Uhr] Radioaktive Partikel in der Luft werden vom japanischen Fukushima aus auf das Meer geweht. Der Wind habe in Richtung Südost/Ost gedreht und damit vom Land weg, sagte Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Ein Tief war zuvor über Japan hinweg nach Nordosten gezogen und hatte zwischenzeitlich die Luft auf die Hauptstadt Tokio zu getrieben. Zwischen dem Tief und einem Hoch im Südwesten bleibe die Wetterlage nun vorerst stabil, sagte Beyer. Größere Regenmengen, die radioaktive Teilchen auswaschen könnten, seien bis zum Wochenende jedoch nicht in Sicht. In Japan herrschen derzeit Temperaturen um den Gefrierpunkt.

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insgesamt 352 Beiträge
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1. ...
schleppie 15.03.2011
Den neuen FALLOUT? Gehts noch? Gibts dafür auch ein deutsches Wort? Oder haben Sie einfach zuviele Praktika in den USA gemacht?
2. NWO, Phase3
eternalorakel 15.03.2011
Ein sehr perfider aber zugegebenermaßen ein brillianter Zug seitens der NWO- MAchtelite. KEiner wird ja über Natur ("Tsunami und Erdbeben") schimpfen, alles ist "logisch" erklärbar. Dafür kann man den Energiemarkt nun zentral in die Hand nehmen und unter dem Mäntelchen "Sicherheit" nach Belieben schalten und walten, keiner wird die Pläne wirklich hinterfragen. Parallel schicke man eine Panikwelle um den Globus (negatives Bewußtsein pur!) und last but not least wurde die Bevölkerung etwas "reduziert". Und alles nach außen hin "picobello"! Wer würde an der Stelle schon glauben, dass alles nur ein Teil des langfristig angelegten Planes ist...
3. ...
Alzheimer 15.03.2011
Die übliche Beschwichtigungstaktik und regierungsamtliche Lügenpropaganda wie in D: Die Rente ist sicher, deutsche Kernkraftwerke sind sicher....
4. 3. Fukush-Explosion
lucilianus 15.03.2011
Was für ein unvostellbares, nie für möglich gehaltenes Desaster. Ich sitze hier 9000 km weiter, verfolge fassungslos die Bilder und bin seit der Katastrophe einfach nur noch bedrückt. Mein Mitgefühl gilt dabei allen betroffenen Menschen dort und ich frage mich, ob wir daraus alle lernen werden. Wut entwickel ich gegen all diejenigen, auch in unserem Lande - welche aus reiner Profitgier und Lobbyismus an diese unsägliche Technologie festgehalten haben.
5. Opfer der Atom-Mafia
mitwisser 15.03.2011
Zitat von sysopJapans Regierung warnt vor steigender, gesundheitsschädlicher*Radioaktivität rund um das Unglücks-AKW. Erste Spuren von Strahlung wurden in Tokio gemessen und sorgen dort für Panikeinkäufe - der Wind könnte den neuen Fallout in die Hauptstadt tragen. Die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750954,00.html
Innerhalb von einer Woche zurück ins Mittelalter! Aber da gab es wenigstens noch klares Wasser und Nahrungsmittel. Mir tut die japanische Bevölkerung sehr leid.
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Brand im AKW Fukushima: "Eine große Explosion"

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Karte: Schäden am AKW Fukushima I


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Karte: Erdbebengebiet und AKW

Die wichtigsten Fragen zur Strahlengefahr
Was richtet Strahlung im menschlichen Körper an?
Corbis
Die Schwere der Schäden hängt davon ab, welches Gewebe wie stark von der Strahlung betroffen ist. Erste Symptome einer Strahlenkrankheit sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Sie treten wenige Stunden nach Einwirken der Strahlung auf den Körper auf. Klingen die Symptome ab, stellt sich nach einigen Tagen Appetitlosigkeit, Übermüdung und Unwohlsein ein, die einige Wochen andauern.
Wie qualvoll eine akute Strahlenkrankheit bei hoher Dosis enden kann, zeigen die Opfer der Atombombenabwürfe in Hiroshima und Nagasaki und der Tschernobyl-Katastrophe. Haarausfall, unkontrollierte Blutungen, ein zerstörtes Knochenmark, Koma, Kreislaufversagen und andere dramatische Auswirkungen können den Tod bringen.
Wie verläuft eine leichte Strahlenkrankheit?
Menschen mit einer leichten Strahlenkrankheit erholen sich zwar in der Regel wieder. Doch oft bleibt das Immunsystem ein Leben lang geschwächt, die Betroffenen haben häufiger mit Infektionserkrankungen und einem erhöhten Krebsrisiko zu kämpfen.
Wie kann man sich schützen?
DPA
Im Gebiet, in dem ein nuklearer Niederschlag zu befürchten ist, kann es helfen, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten. Gegen radioaktives Jod schützt die vorsorgliche Einnahme von Kaliumjodidtabletten. Allerdings schützt diese nur vor Schilddrüsenkrebs. Das eingenommene Jod lagert sich in den Drüsen links und rechts des Kehlkopfes an und verhindert so die Aufnahme von radioaktivem Jod. Wichtig: Jodtabletten nicht ohne behördliche Aufforderung einnehmen.
Radioaktives Jod baut sich in der Umwelt allerdings schnell ab. Gefährlicher ist radioaktives Cäsium, es hat eine längere Lebensdauer und wirkt bei Aufnahme durch die Luft oder über Nahrungsmittel im ganzen Körper. Dagegen helfen keine Pillen. Bricht ein Reaktor, wie in Tschernobyl geschehen, auseinander, gelangen großen Mengen Cäsium in die Atmosphäre und verstrahlen die Gegend, in der die Partikelwolke niedergeht, auf viele Jahre.
Was bedeutet die Maßeinheit Millisievert?
DPA/ Kyodo/ Maxppp
Sievert (Sv) ist eine Maßeinheit für radioaktive Strahlung. Ein Sievert entspricht 1000 Millisievert. Die Einheit gibt die sogenannte Äquivalentdosis an und ist somit ein Maß für die Stärke und für die biologische Wirksamkeit von Strahlung.
7000 Millisievert, also sieben Sievert, die direkt und kurzfristig auf den Körper treffen, bedeuten den sicheren Tod (siehe Grafik). Zum Vergleich: Am Montagmorgen maßen die Techniker am Kraftwerk Fukushima I eine Intensität von 400 Millisievert pro Stunde. In Tschernobyl tötete die Strahlung von 6000 Millisievert 47 Menschen, die unmittelbar am geborstenen Reaktor arbeiteten.
Wie hoch ist die Belastung im Alltag?
DPA/ NASA
Menschen sind tagtäglich der natürlichen radioaktiven Strahlung im Boden oder der Atmosphäre ausgesetzt. In Deutschland beträgt sie laut Bundesamt für Strahlenschutz 2,1 Millisievert pro Jahr (siehe Grafik). Der menschliche Organismus hat Abwehrmechanismen gegen die natürliche Strahleneinwirkung entwickelt, um sich vor diesen Belastungen zu schützen.
Erdbebenstärken
Die Richterskala
Die Stärke eines Erdbebens wird mit Hilfe der Richterskala und anderer Skalen beschrieben. Der jeweils angegebene Wert, die Magnitude , kennzeichnet dabei die freigesetzte Energie.

Mittels Seismografen werden die Maximal amplituden (also die Ausschläge der Nadel) bestimmt, die umgerechnet von Erdbeben in 100 km Entfernung erzeugt worden wären. Der dekadische Logarithmus der gemessenen Maximalamplituden ergibt die Magnitude. Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 33-fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also 33-mal so stark wie eines der Magnitude 4,0. Die Skala wurde 1935 von Charles Francis Richter und Beno Gutenberg am California Institute of Technology entwickelt.

Genau genommen werden Erdbebenstärken jedoch heute in der Moment-Magnituden-Skala angegeben. Sie berücksichtigt neben der Energie auch die Größe des gebrochenen Gesteins. Die Bruchfläche lässt sich aus der Erdbebenmessung vieler Seismografen berechnen.
Die Auswirkungen
Grob lassen sich die typischen Effekte der Erdbeben in der Nähe des Epizentrums folgendermaßen beschreiben:
  • - Stärke 1-2: nur durch Instrumente nachweisbar
  • - Stärke 3: nur selten nahe dem Epizentrum zu spüren
  • - Stärke 4-5: 30 Kilometer um das Zentrum spürbar, leichte Schäden
  • - Stärke 6: mittelschweres Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen
  • - Stärke 7: starkes Beben, das zu Katastrophen führen kann
  • - Stärke 8: Groß-Beben
Weltweit ereignen sich jährlich etwa 50.000 Beben der Stärke drei bis vier, 800 der Stärke fünf oder sechs und durchschnittlich ein Groß-Beben. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile .
Die schwersten Erdbeben
Die stärksten Beben seit 1900
1960 Chile, Valdivia , Stärke 9,5
1964 Großes Alaska-Beben , Stärke 9,2
2004 Seebeben vor Sumatra , Stärke 9,1
1952 Kamtschatka, Stärke 9,0
2010 vor Maule, Chile , Stärke 8,8
1906 vor Ecuador, Stärke 8,8
Todesopfer bei Beben
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Opfer
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , nach offizieller Schätzung 222.570 Tote
1920 China, Haiyuan , 200.000 Tote
1923 Japan, Kanto, 142.800 Tote
1948 Turkmenistan, Ashgabat, 110.000 Tote
Historische Beben
1556 China, Shaanxi , 830.000 Tote
1976 China, Tangshan , offiziell 255.000 Tote, inoffizielle Schätzung: 655.000 Tote
1138 Syrien, Aleppo, 230.000 Tote
2004 Seebeben vor Sumatra , 227.898 Tote
2010 Haiti , Stärke 7,0, 222.570 Tote
856 Iran, Damghan, 200.000 Tote

Quelle: U.S. Geological Survey