+++ Liveticker +++ Energiekonzern rationiert Strom in Tokio

Reuters

2. Teil: Behörden finden 2000 Tote


+++ Zahl der Verletzten im AKW steigt +++

[5.09 Uhr] Die Lage im Kraftwerk Fukushima hat sich nach den dramatischen Stunden offenbar beruhigt. Neben dem Reaktorkern ist nach Angaben der Agentur AFP auch der Kontrollraum unbeschädigt geblieben. Die Zahl der Verletzten jedoch steigt. Nach Mitteilung der Betreiberfirma Tepco sind bei der Wasserstoffexplosion elf Menschen verletzt worden. Zunächst war nur von drei Personen die Rede gewesen.

+++ Keine erhöhte Strahlung gemessen +++

[4.49 Uhr] Nach der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I gibt es nach Angaben der Regierung keine veränderten Strahlenwerte um den Komplex. Bei dem Vorfall am Montag seien sechs Menschen verletzt worden. Inzwischen werden keine Vermissten mehr gemeldet.

+++ Zentralbank erhöht Finanzspritze auf 133 Milliarden Euro +++

[4.45 Uhr] Die japanische Zentralbank hat ihre Geldspritze für die Finanzmärkte noch einmal drastisch erhöht. Umgerechnet rund 133 Milliarden Euro sollen die Folgen der Erdbebenkatastrophe zunächst abmildern. Zum Start des Börsenhandels hatten die Aktienkurse zuvor drastisch nachgegeben. Der Nikkei-Index verlor mehr als fünf Prozent und fiel zwischenzeitlich unter die 10.000-Punkte-Marke. Auch die Aktien der japanischen Automobilhersteller verzeichneten starke Kursnachlässe. Die Betreiberfirma mehrerer havarierter Reaktoren, Tepco, wurde wegen einer Fülle von Verkaufsaufträgen vom Handel ausgesetzt.

+++ Drei Verletzte, sieben Vermisste in AKW +++

[4.28 Uhr] Nach Angaben der Betreiberfirma Tepco werden nach der Wasserstoffexplosion noch sieben Menschen in dem Atomkraftwerk vermisst. Drei Personen wurden bei der Detonation verletzt.

+++ Keine Anzeichen für neuen Tsunami +++

[4.17 Uhr] Bei der Warnung vor einer erneuten Flutwelle könnte es sich um falschen Alarm gehandelt haben. Inzwischen bestätigt auch die meteorologische Behörde, die Gefahr eines weiteren tödlichen Tsunamis bestehe nicht.

+++ Strahlenmessung in Tokio angewiesen +++

[4.11 Uhr] Nach der neuen Explosion im Atomkraftwerk Fukushima hat der Gouverneur von Tokio am Montag auch eine Strahlenmessung in der japanischen Hauptstadt angeordnet. Das Kraftwerk befindet sich etwa 240 Kilometer nordöstlich der Millionenstadt Tokio.

+++ Widersprüchliche Berichte über Verletzte in Kraftwerk +++

[4.02 Uhr] Bei der Explosion in dem Reaktor hat es offenbar mehrere Verletzte gegeben. Das berichteten Vertreter der Betreiberfirma Tepco. Regierungssprecher Yukio Edano hatte dagegen noch Minuten zuvor erklärt, es sei niemand zu Schaden gekommen.

+++ Regierung: Vorfall ähnlich wie Explosion am Samstag +++

[3.56 Uhr] Die japanische Regierung hat die Explosion im Unglücks-Atomkraftwerk Fukushima bestätigt. Regierungssprecher Yukio Edano sagte am Montag, die Stahlhülle von Reaktor 3 sei nach Angaben der Betreiberfirma Tepco unbeschädigt. Techniker hätten am Sonntag noch versucht, den Reaktor mit Meerwasser abzukühlen. Jedoch sei der Wasserstand abgesunken, was zu weiterem Druck führte. Die Explosion sei mit der vergleichbar, die sich am Samstag in Reaktor 1 ereignet hatte.

+++ Reaktorkern offenbar unbeschädigt +++

[3.48 Uhr] Trotz der erneuten Explosion im Atomkraftwerk Fukushima I ist nach Angaben der Regierung die Hülle um den betroffenen Reaktor offenbar intakt. Es sei unwahrscheinlich, dass eine größere Menge Radioaktivität ausgetreten sei. Die Regierung rief die Menschen trotzdem auf, im Umkreis von 20 Kilometern um das Unglückskraftwerk in ihren Häusern zu bleiben, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

+++ Behörden entdecken 2000 Tote +++

[3.46 Uhr] Grausiger Fund: Nach Angaben der Agentur Kyodo sind am Montag 2000 Leichen an der Küste der Präfektur Miyagi gefunden worden: tausend auf der Ojika-Halbinsel und tausend bei Minamisanriku.

+++ BBC: Gebäude auf Reaktor-Gelände kollabiert +++

[3.41 Uhr] Offenbar ist auf dem Gelände des Reaktors ein Gebäude als Folge der Explosion eingestürzt. Das berichtet die BBC unter Berufung auf japanische TV-Bilder. Um welches Gebäude es sich handelt, ist noch unklar.

+++ Angst vor neuem Tsunami wächst +++

[3.38 Uhr] Die Bevölkerung an der Nordostküste wurde aufgefordert, sich an höher gelegene Orte zu begeben. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete unter Berufung auf Beamte der Präfektur Fukushima, die Wellen könnten nach dem schweren Nachbeben bis zu drei Meter hoch werden. In der Stadt Soma ertönten Sirenen, und über öffentliche Durchsagesystem wurden Einwohner aufgerufen, sich an höher gelegene Orte zu begeben.

+++ Rauch steigt aus Unglücks-AKW +++

[3.28 Uhr] Noch ist nicht klar, ob die Hülle des Kraftwerks bei der neuen Wasserstoffexplosion Schaden genommen hat. Aus der Anlage dringt nach Agenturangaben dichter Rauch. Am Samstag hatte es bereits eine Wasserstoffexplosion in Block eins gegeben, Block drei galt ebenfalls als gefährdet. Im Reaktor 3 war am Sonntag eine Kernschmelze befürchtet worden, im Reaktor 1 des Kraftwerks ereignete sich am Samstag eine Explosion, die aber den Reaktorkern nicht beschädigte.

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Zwei Tage nach dem Beben: Verwüstete Ostküste
+++ Erneute Explosion in AKW +++

[3.23 Uhr] Im Kraftwerk Fukushima I hat es offenbar erneut weitere Explosion gegeben. Noch ist unklar, welcher Teil des Komplexes betroffen - und ob radioaktives Material ausgetreten ist.

+++ Warnung vor neuer Flutwelle +++

[3.10 Uhr] Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Kyodo wird an der Küste der Präfektur Fukushima ein weiterer Tsunami erwartet. Er soll drei Meter hohe Wellen mit sich bringen. Dem Fernsehsender NHK zufolge könnte die Welle bereits in Kürze eintreffen.

+++ Erdstöße lassen Flughafen erzittern +++

[2.35 Uhr] Das Nachbeben hat auch den Flughafen von Tokio erschüttert. SPIEGEL-Reporter Thilo Thielke berichtet aus der japanischen Hauptstadt: "Zwischen 10 Uhr und 10.07 Uhr hat hier die Erde mehrmals gebebt, der Flughafen gewackelt. Es scheint aber so zu sein, als würden die meisten Flüge stattfinden. Nur Abflüge nach Peking, Shanghai, Zürich und Wien wurden offenbar gestrichen. Der Zug von Tokio nach Natita verkehrt nicht, die Strassen sind aber frei." Schäden haben die erneuten Erdstöße offenbar nicht verursacht.

+++ Erde in Tokio bebt erneut +++

[2.13 Uhr] Ein Nachbeben der Stärke 6,2 hat am Montag um kurz nach 10 Uhr Ortszeit die japanische Hauptstadt Tokio erschüttert. Das berichtete der Sender NHK. Über Schäden in Tokio und bei den schon angeschlagenen Atomkraftwerken in Fukushima war zunächst nichts bekannt. Die US-Erdbebenwarte (USGS) gab die Stärke dagegen mit 5,8 an. Das Epizentrum lag demnach vor der Küste, rund 150 Kilometer nordöstlich von Tokio entfernt. Die Behörden gaben aber zunächst keine Tsunami-Warnung aus.

+++ Nukleare Gefahr bleibt bestehen +++

[1.56 Uhr] Die Situation in den beschädigten AKW ist weiter angespannt. Japans Atomsicherheitsbehörde bestätigte, dass die Strahlung im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi weiterhin über den gültigen Grenzwerten liege. Die von Kabinettsekretär Yukio Edano ausgegebene Warnung vor einer drohenden zweiten Explosion in einem von drei von Kühlproblemen betroffenen Reaktoren in der rund 250 Kilometer von Tokio entfernten Anlage besteht weiter.

+++ 144 US-Spezialisten helfen bei Rettungsaktion +++

[1.33 Uhr] US-Rettungskräfte sind in Japan eingetroffen und unterstützen die Suche nach Überlebenden. Dies gab das Weiße Haus in Washington bekannt. Insgesamt handelt es sich um 144 Spezialisten, die mit zwölf Spürhunden unterwegs sind. Außerdem haben sie schweres Räumgerät aus den USA mitgebracht.

+++ Nikkei-Index gibt massiv nach +++

[1.19 Uhr] Nach dem schweren Erdbeben in Japan hat die Börse in Tokio zu Beginn des Handels am Montag einen Kurssturz erlitten. Der Nikkei-Index verlor mehr als fünf Prozent und fiel zwischenzeitlich unter die 10.000-Punkte-Marke. Auch die Aktien der japanischen Automobilhersteller verzeichneten starke Kursnachlässe. Unter anderem hatten Toyota und Honda ihre Produktion zuvor auf unbestimmte Zeit eingestellt. Die japanische Zentralbank pumpte die Rekordsumme von sieben Billionen Yen (61,4 Milliarden Euro) in den Geldmarkt des Landes. Es war der erste Börsentag nach dem Erdbeben und dem anschließendem Tsunami vom Freitag.

+++ Experten hoffen auf den Zeitfaktor +++

[0.40 Uhr] Wie ist die Lage an den Sorgen-Reaktoren in Fukushima? Derzeit kann das nach Ansicht von Experten wohl niemand seriös beantworten, berichtet Reuters. Für eine Entwarnung sei es jedenfalls definitiv zu früh. Je länger der Betreiber die Notkühlung durch Meerwasser aufrecht erhalten kann, desto größer würde die Aussicht, eine nukleare Katastrophe abwenden zu können, zitiert die Nachrichtenagentur Mark Hibbs vom Carnegie Endowment for International Peace. Ähnlich äußerte sich auch Atomexperte Richard Wakeford von der Universität von Manchester.

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Satiro, 13.03.2011
1. bitte bitte
>>> Experten pumpen Meerwasser in die Kühlsysteme der Brennstäbe. Die japanische Regierung sieht inzwischen Anzeichen für eine Kernschmelze in zwei Reaktoren von Fukushima 1. Regierungsprecher Yukio Edano sagte, sowohl bei Block 1 als auch bei Block 3 der Anlage bestehe die Möglichkeit, dass dieser Fall eingetreten sei. Bei einem dritten Reaktor sei das Kühlsystem ausgefallen. Insgesamt gibt damit in drei Reaktoren des Kraftwerks Fukushima Störungen, deren Ausmaß noch ungewiss ist.
Daddeldi 13.03.2011
2. Strahlendosis
Zitat von sysopDie Erde in Japan kommt nicht zur Ruhe: Ein starkes Nachbeben hat am Morgen*den Großraum Tokio erschüttert. Millionen Haushalte sind ohne Wasser und Strom, Zehntausende harren in Notunterkünften aus.*Viele Regionen sind so zerstört, dass Helfer bislang nicht vordringen konnten. Die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750629,00.html
Liebe Spiegelredaktion, lest doch bitte mal die ersten Zeilen von http://de.wikipedia.org/wiki/Sievert_(Einheit) Dann wäre euch auch klar, dass Angaben einer Strahlendosis unabhängig von der Zeit sind. Entweder ihr gebt die Strahlendosisleistung in z.B. Mikrosievert pro Stunde an, die kann dann auch kurzzeitig auftreten, oder ihr gebt die Gesamtdosis für die Dauer der Erhöhung an, wie z.B. bei einer Röntgenaufnahme. Die Geschwindigkeit eures mobilen Untersatzes gebt ihr doch auch nicht in Kilometern an, oder?
Christiane Schneider 13.03.2011
3. Meine Anmerkungen
Zitat von sysopDie Erde in Japan kommt nicht zur Ruhe: Ein starkes Nachbeben hat am Morgen*den Großraum Tokio erschüttert. Millionen Haushalte sind ohne Wasser und Strom, Zehntausende harren in Notunterkünften aus.*Viele Regionen sind so zerstört, dass Helfer bislang nicht vordringen konnten. Die Ereignisse im Liveticker. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,750629,00.html
1. Man sollte sich aus Sicht der Atomkraftgegner mit Schadenfreude zurückhalten(die sofortigen Ausstiegsforderungen zeugen davon) 2. Man sollte trenne zw. einem Atomkraftwerk und einem Atomkraftwerk in Erdbebenregionen. 3. Man sollte sich die Alternativen durchdenken 4. Sind Kohlekraftwerke und ÖL besser? 5. Wer ist bereit auf Strom zu verzichten? 6. Man sollte die Notfallkühlungen in allen AKEs weltweit überarbeiten!
bkaas 13.03.2011
4. Richterskala
Liebe Spiegelredaktion, sie schreiben zur Richterskala: "Die Erhöhung der Magnitude um 1 bedeutet dabei eine 10fach höhere Energiefreisetzung – ein Erdbeben der Magnitude 5,0 ist also zehnmal so stark wie eines der Magnitude 4,0. " Das ist falsch. Die Amplitude ist um den Faktor 10 höher, die Energie ca. um den Faktor 32. Eine gute Erläuterung gibt es bei http://de.wikipedia.org/wiki/Richterskala
macinfo 13.03.2011
5. Zynismus?
Zitat von Christiane Schneider1. Man sollte sich aus Sicht der Atomkraftgegner mit Schadenfreude zurückhalten(die sofortigen Ausstiegsforderungen zeugen davon) 2. Man sollte trenne zw. einem Atomkraftwerk und einem Atomkraftwerk in Erdbebenregionen. 3. Man sollte sich die Alternativen durchdenken 4. Sind Kohlekraftwerke und ÖL besser? 5. Wer ist bereit auf Strom zu verzichten? 6. Man sollte die Notfallkühlungen in allen AKEs weltweit überarbeiten!
Also recht viel zynischer als in diesem Vorschlag kann man wohl nicht mehr reagieren! Ich bin weit davon entfernt mich als politisch-korrekt zu beschreiben, weder für grün/links noch für eine andere Volksvertreter-Sippschaft. Menschen Schadenfreude zu unterstellen, die sich um andere Menschen und um ihre eigene Sicherheit sorgen, finde ich schon anmaßend. Dass die Grünen das auch als "Triumph" ihrer Meinung sehen, ist möglich, aber wie man sieht auch berechtigt, aber dies sollte nicht über das Leid der Menschen hinwegtäuschen, denn soviel Anstand und Mitgefühl traue ich den meisten Grünen schon noch zu!
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