Simbabwes Präsident über Jäger "Diese Vandalen kommen von überall her"

Ein amerikanischer Jäger tötete in Simbabwe den bekannten Löwen Cecil. Jetzt schimpft Präsident Robert Mugabe über unmoralische Ausländer. Doch ganz glaubwürdig ist das nicht.

Löwe Cecil: Getötet von einem amerikanischem Jäger
REUTERS

Löwe Cecil: Getötet von einem amerikanischem Jäger


Simbabwes umstrittener Langzeitpräsident Robert Mugabe hat die Tötung des bekannten Löwen Cecil durch einen amerikanischen Jäger scharf verurteilt. "Diese Vandalen kommen von überall her. Sie wollen unsere Naturschätze zerstören", sagte der 91-Jährige bei einer Rede vor Kriegsveteranen in der Hauptstadt Harare.

Ein Zahnarzt aus dem US-Bundesstaat Minnesota hatte etwa 45.000 Euro für die Löwenjagd bezahlt. Seine Jagdgruppe soll den 13-jährigen Cecil mit einem Trick aus dem Hwange-Nationalpark im Westen Simbabwes gelockt haben. Außerhalb des Schutzgebietes schoss er zunächst mit Pfeil und Bogen auf das Tier, das zunächst fliehen konnte und erst Stunden später erlegt wurde. Die Tat wurde weltweit scharf kritisiert.

Robert Mugabe: Simbabwes Präsident schimpft auf "Vandalen" "Tiere sollten nicht mit einer Waffe erschossen werden, und auch nicht mit einem Pfeil. Das ist eine Sünde", erklärte Mugabe. "Ich war sieben oder acht, als mir verboten wurde, mit Pfeil und Bogen ein Tier zu töten - denn mir wurde gesagt, es handele sich um Kreaturen Gottes, die nicht erlegt werden dürfen."

Unterdessen berichteten mehrere Medien, darunter der US-Sender NBC, das Land habe die nach Cecils Tod verschärften Jagdregeln bereits wieder gelockert. Anfang August hieß es, die Jagd auf Löwen, Leoparden und Elefanten werde landesweit verboten.

Mugabe selbst hatte im Februar für seine Geburtstagsfeier zwei Elefanten schlachten lassen, um den Gästen das Fleisch zu servieren. Umweltschützer waren entsetzt, da die Tiere mittlerweile in fast ganz Afrika durch Wilderei bedroht sind.

sms/dpa



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insgesamt 10 Beiträge
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demokroete 10.08.2015
1. Ausgerechnet Robert Mugabe, der sein Land
in Grund und Boden regiert hat, regt sich über unmoralische Ausländer auf. Der soll froh sein, dass sich überhaupt noch jemand in dieses Land wagt, um dort ein paar Devisen auszugeben.
Ureinwohner2.0 10.08.2015
2. Ja, wenn denn unsere
aber es geht den "Abendländlern" ausschließlich um die "Trophäen", wie den Pychopathen beim Schlachten ihrer menschlichen Opfer. Der Löwenkopf über dem Bettchen des Scharfschützen, der Giraffenhals über der Badewanne der Scharfschützin. Unsere "Zivilisation" ist wirklich großartig - massenhaft Psychopathen, die frei herumlaufen. Roberto Mugabe hat wenigstens das gegessen, was er erjagdt (erjagen laßen) hat. Denn wir sind nunmal Jäger, das war unser evolutionäres Erfolgsrezept. Ich als Fischer esse auch meine gefangenen Fische und Krebse, daran ist nichts Verwerfliches - Trophäenfischer verachte ich allerdings, tut mir leid Mädels und Jungs. :-))
pleromax 10.08.2015
3. Landplage
Bin bestimmt kein Freund von Mugabe, aber in Zimbabwe sind Elefanten tatsächlich eine Landplage, die massive Schäden in der Landwirtschaft anrichten. Gerade was diese Dickhäuter angeht, muss man die Lage in den unterschiedlichen afrikanischen Ländern gebührend differenziert sehen.
DMenakker 10.08.2015
4.
Na das mit den Geschöpfen Gottes die man nicht töten soll hätte man ihm mal am besten auch über Menschen ( dazu gehören auch die aus der Opposition ) beigebracht. Und gerade bei der Grosswildjagd ( nicht zu vergleichen mit der Wilderei ) ist es doch so, dass der Staat ( der ja in seinem Verständnis sowieso nur aus ihm persönlich besteht zuerst mal ordentlich die Hand aufhält und dann Abschusslizensen erteilt. Über was regt sich der senile Opi eigentlich auf? Aber das mit dem Denken wird im hohen Alter ja auch nicht unbedigt besser, oder?
egonh 10.08.2015
5. was denn nun?
Im einen Artikel sind die Elephanten am aussterben und ein ander Mal sind es 600.000 Stück mit wachsender Tendenz??
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