Löwitsch-Beerdigung "Sie wollten deine Ehre nehmen"

Mehr als hundert Verwandte, Freunde und Kollegen haben in München Abschied von dem verstorbenen Schauspieler Klaus Löwitsch genommen. Am offenen Grab fielen aber nicht nur Worte der Besinnung und Trauer: Witwe Helga Heinrich nutzte die Gelegenheit zu einer Abrechnung.


Löwitsch-Witwe Heinrich und Kollege Laser: Die Seele eingesetzt
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Löwitsch-Witwe Heinrich und Kollege Laser: Die Seele eingesetzt

München - Zwar sei ihr Mann an Krebs gestorben, sagte die Witwe Helga Heinrich am Montag am offenen Grab. Doch krank habe ihn die Anschuldigungen und der Gerichtsprozess im Juni 2001 gemacht. "Sie wollten dir deinen Stolz, deine Ehre und Würde nehmen", sagte sie bitter.

Löwitsch, der in der Rolle des raubeinigen TV-Ermittlers Peter Strohm bekannt wurde, war im vergangenen Sommer zu einer Geldstrafe von 27.000 Mark (13.800 Euro) verurteilt worden war. Eine Kollegin hatte dem Schauspieler vorgeworfen, er habe sie sexuell belästigt. Löwitsch konnte sich wegen eines Vollrausches nicht an die fragliche Nacht erinnern. Kurz vor seinem Tod sagte der Schauspieler in einem Interview mit SPIEGEL Online: "Diese ganze Geschichte war Rufmord". Nach wie vor fühle er sich ungerecht behandelt.

Schauspieler Löwitsch: Krebstod im Alter von 66 Jahren
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Schauspieler Löwitsch: Krebstod im Alter von 66 Jahren

Nach der Abrechnung fand die Witwe auch versöhnliche Worte. Sie dankte ihrem Mann für die vergangenen 40 Jahre und sagte vor den rund 100 Trauergästen: "Ich weiß nicht, wie ich ohne dich weiterleben soll." Gebirgsschützen führten den Trauerzug an. Schauspieler Dieter Laser hielt die Totenrede. Löwitsch habe sich bei seinem Publikum ein "riesiges Vertrauen" erspielt.

Trauergemeinde mit Löwitsch-Sarg: "Diese ganze Geschichte war Rufmord"
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Trauergemeinde mit Löwitsch-Sarg: "Diese ganze Geschichte war Rufmord"

Für ihn selbst sei er "ein Gott" gewesen, er habe ihn geliebt. Löwitsch habe die Seele, das "wichtigste Werkzeug" eines Schauspielers, für sein Publikum eingesetzt. Musikalisch begleitete Markus Stockhausen mit der Trompete die Trauerfeier.



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