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Loreley: Tankschiff mit Säure kentert auf dem Rhein

Ein mit Schwefelsäure beladenes Tankschiff ist auf dem Rhein verunglückt: Der 100 Meter lange Frachter liegt seit dem frühen Morgen nahe des Loreleyfelsens auf der Seite. Bislang konnte die Polizei zwei der vier Besatzungsmitglieder retten.

Schiffsunfall: Havarie in Rheinland-Pfalz Fotos
dpa

Mainz - Auf dem Rhein hat es einen schweren Schiffsunfall gegeben: Bei St. Goarshausen nahe der Loreley ist ein Tankschiff gekentert. Der Frachter hat rund 2400 Tonnen Schwefelsäure geladen. Das 100 Meter lange Schiff treibe seit dem frühen Donnerstagmorgen auf dem Fluss, sagte ein Sprecher der rheinland-pfälzischen Wasserschutzpolizei.

Die Ursache der Havarie war zunächst unklar. "Wir können uns das nicht erklären, wie das Tankmotorschiff kentern konnte. Bei dem Wasserstand weiß ich nicht, wie es irgendwo drauflaufen konnte", sagte der Sprecher. Der Rhein führt derzeit viel Wasser. Am Unfallort habe es auch keine Gefahrenstelle gegeben, so der Polizeisprecher. "Das Schiff war zunächst ganz normal auf dem Radar zu sehen und dann plötzlich verschwunden."

Zwei von vier Besatzungsmitgliedern seien gerettet worden, nach den übrigen beiden werde "fieberhaft" gesucht, so der Sprecher. Dazu sei auch ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera im Einsatz. Sorge dürfte den Helfern die Wassertemperatur im Rhein bereiten: Bei einer Lufttemperatur von etwa zwölf Grad ist das Wasser nach Angaben des Bingener Wasser- und Schifffahrtszentrums lediglich 4,1 Grad kalt. Bei diesen Temperaturen kann ein Mensch nicht lange überleben.

"Die Suche ist bisher ergebnislos und geht intensiv weiter", sagte der Sprecher der Wasserschutzpolizei. Ihm zufolge gab es weiter keine Hinweise, dass nach dem Unglück vom frühen Morgen Säure aus dem Havaristen ausgelaufen ist. Schwefelsäure kann in Verbindung mit Wasser ein ätzendes Gemisch werden. Vermutlich ist nach der Havarie eine kleine Menge Schwefelsäure ausgelaufen. In der Nähe des Schiffes sei im Wasser eine leichte Absenkung des ph-Wertes gemessen worden, sagte eine Sprecherin des Umweltministeriums in Mainz. Dieser Wert habe nach jetzigen Erkenntnissen jedoch vermutlich nichts mit einem möglichen Auslaufen der gefährlichen Chemikalie zu tun.

Ein Sprecher der Polizei in Koblenz hatte zuvor gesagt, nach dem vorläufigen Stand der Erkenntnisse gebe es "keine offensichtlichen Schäden" an den Säuretanks der "Waldhof". Der havarierte Tanker einer deutschen Reederei sei auf dem Weg von Ludwigshafen ins belgische Antwerpen gewesen, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Bingen mit.

Der Rhein wurde an der Unglücksstelle für den Schiffsverkehr gesperrt. Um ein Abtreiben des gekenterten Schiffes zu verhindern, wurde die "Waldhof" bis zum Mittag mit anderen Schiffen auf dem Rhein vertäut. Experten beraten dem Polizeisprecher zufolge an der Unglücksstelle darüber, wie das Tankmotorschiff geborgen werden kann.

wit/AFP/dpa

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1. den Schiffer im kleinem Schiffe ergreift es mit wildem Weh
GertL, 13.01.2011
Wozu ein Forum zu dem Thema? Bisher weiß man nichts über die Ursache, Untersuchungen werden zeigen ob der Kapitän besoffen oder die Ruderanlage defekt war. Bleibt nur zu hoffen, dass die Vermissten überlebt haben und das Schiff gesichert werden kann, bevor es auf den nächsten Brückenpfeiler aufläuft.
2. Dat die dat dürfe
petit_fleur 13.01.2011
Zitat von sysopEin mit Schwefelsäure beladenes*Tankschiff ist auf dem Rhein verunglückt: Der 100 Meter lange Frachter*liegt seit dem frühen Morgen nahe des Loreleyfelsens auf der Seite. Bislang konnte die Polizei*zwei der vier Besatzungsmitglieder retten. http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,739236,00.html
Es ist unglaublich das ein Gefahrentransport mit 2400 T Schefelsäure (Wahrscheinlich höchstkonzentriert 1,84) bei dieser Gefahrenlage - Hochwasser mit unkalkulierbaren Strömungsverhältnissen, besonderts an der Loreley - überhaupt fahren darf. Muss denn einsolches Produkt unbedingt in Ludwigshafen produziert werden wenn es in Holland benötigt wird? Gibt es überhaupt , wie auf der Strasse, Schutzvorschriften für Wasserstrassen? Mal sehen, ob und wie das THW das Problem lösen werden.
3. was soll denn das?
patricka1 13.01.2011
Zitat von petit_fleurEs ist unglaublich das ein Gefahrentransport mit 2400 T Schefelsäure (Wahrscheinlich höchstkonzentriert 1,84) bei dieser Gefahrenlage - Hochwasser mit unkalkulierbaren Strömungsverhältnissen, besonderts an der Loreley - überhaupt fahren darf. Muss denn einsolches Produkt unbedingt in Ludwigshafen produziert werden wenn es in Holland benötigt wird? Gibt es überhaupt , wie auf der Strasse, Schutzvorschriften für Wasserstrassen? Mal sehen, ob und wie das THW das Problem lösen werden.
1.84? mol/l, %, oder welche Einheit? konz. Schwefelsäure ist 96%, Oleum werden sie nicht transportiert haben. Also erst mal informieren. Außerdem zu ihrer Befürchtung: "Gibt es überhaupt , wie auf der Strasse, Schutzvorschriften für Wasserstrassen?" Natürlich nicht. Gut, dass Sie es anmerken, sonst wäre keiner drauf gekommen. Fehlt nur noch, dass Sie sagen, dass die Katzenberger auf dem Felsen ihre Haare oder sonstiges zur Schau gestellt hat und deswegen der Kahne (weil alle auf eine Seite gerannt sind, um zu gucken), Schlagseite bekommen hat und umgekippt ist.
4. Vielleicht war es die Nixe Loreley
luckyrings 13.01.2011
Vielleicht ist das Unglück auf den Gesang der Nixe Loreley zurückzuführen....... P.S.: es gibt sehr wohl Regeln im Schiffsverkehr, wann dieser bei Hochwasser einzustellen ist!
5. bla
Trotz.Kopf 13.01.2011
Zitat von petit_fleurEs ist unglaublich das ein Gefahrentransport mit 2400 T Schefelsäure (Wahrscheinlich höchstkonzentriert 1,84) bei dieser Gefahrenlage - Hochwasser mit unkalkulierbaren Strömungsverhältnissen, besonderts an der Loreley - überhaupt fahren darf. Muss denn einsolches Produkt unbedingt in Ludwigshafen produziert werden wenn es in Holland benötigt wird? Gibt es überhaupt , wie auf der Strasse, Schutzvorschriften für Wasserstrassen? Mal sehen, ob und wie das THW das Problem lösen werden.
Hallo? Wie soll denn sonst ein Transport in dieser Größenordnung transportiert werden? Auf der unflexiblen Bahn? Hatte der Absender überhaupt im Werk Anschluss an den Schienenverkehr? Oder lieber gleich auf die Strasse? 2.400 t auf 40t-Zugmaschinen. Da freut sich die Umwelt, der Autofahrer, ... Fragen über Fragen, die wir alle nicht wissen. Und die Frage 'ob denn ein solches Produkt in Ludwigshafen produziert werden muss' war hoffentlich nicht ihr Ernst? Ich befürchte doch...
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