Beschwerde einer Passagierin Arabisch sprechender Student muss Flugzeug verlassen

Weil sich eine Mitpassagierin durch ein Telefonat auf Arabisch bedroht fühlte, hat ein Student in den USA seinen Flug verpasst. Der junge Mann musste zur Befragung die Maschine verlassen - kurz darauf startete sie.


Ein Student der University of California wirft der Fluggesellschaft Southwest Airlines vor, er habe am 9. April nicht von Los Angeles nach Oakland fliegen dürfen, weil er Arabisch gesprochen habe. Eine Mitpassagierin habe ihn gemeldet, nachdem er mit einem Onkel telefoniert habe, sagte Khairuldeen Makhzoomi, 26.

Der Student saß bereits in der Maschine, als das Telefonat stattfand. Der 26-Jährige hatte eine Veranstaltung besucht, auf der Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon eine Rede gehalten hatte. Das habe er seinem Onkel erzählen wollen, sagte Makhzoomi laut "New York Times".

Der Student berichtete in dem Telefonat davon, dass er eine Frage zur Terrormiliz "Islamischer Staat" gestellt habe und dass es zum Abendessen Hühnchen gab. Er habe sich zudem am Ende des Telefonats mit "Inschallah" verabschiedet - übersetzt etwa "so Gott will". Sein Gespräch müsse den Argwohn einer Frau geweckt haben, die vor ihm saß, sagte Makhzoomi. Sie habe ihn angestarrt und er habe gedacht: "Oh, ich hoffe, sie meldet mich nicht."

Genau das geschah aber, wie die "New York Times" berichtet. Die Passagierin sagte der Crew, sie habe gehört, wie der Student "potenziell gefährliche Äußerungen" von sich gegeben habe. So schildert es Southwest Airlines.

Wenig später kam ein Flugbegleiter und bat Makhzoomi, die Maschine zu verlassen. Er sei gefragt worden, warum er Arabisch gesprochen habe. Makhzoomi antwortet nach eigener Aussage: "Hierher hat Islamophobie dieses Land gebracht." Das habe den Flugbegleiter verärgert und er habe eine Rückkehr ins Flugzeug untersagt. Die Bundespolizei FBI wurde informiert. Ermittler befanden aber, weitere Schritte seien nicht notwendig.

Makhzoomi buchte einen Flug bei einer anderen Airline und kam acht Stunden später als geplant zu Hause an. Der Student war einst als Flüchtling aus dem Irak in die USA gekommen.

Southwest Airlines teilte mit, der Passagier sei zur Befragung aus der Maschine geholt worden; das Flugzeug sei kurz darauf gestartet. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben bislang keine Beschwerde von Makhzoomi erhalten. Ohne mit ihm gesprochen zu haben, könne man sich leider nicht im Detail zu dem Fall äußern. Selbstverständlich lehne man Diskriminierung jeglicher Art ab.

ulz/AP



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