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06. August 2010, 19:49 Uhr

Love-Parade-Chef

Rainer Schaller mit Lamborghini verunglückt

Love-Parade-Veranstalter Rainer Schaller ist auf der A9 auf regennasser Fahrbahn ins Schleudern geraten. Mit seinem weißen Lamborghini krachte der 41-Jährige in die Leitplanke, konnte sich jedoch selbst aus dem Wrack befreien.

Hamburg - Tagelang hatte sich Rainer Schaller nach der Tragödie bei der Love Parade in Duisburg mit seiner Lebensgefährtin in ein Hotel nahe der Unglücksstelle zurückgezogen. Vor wenigen Tagen verließ er das Ruhrgebiet. Nun verursachte der Gründer der Fitnesskette McFit und Hauptsponsor sowie Veranstalter der Love Parade auf der A9 im Landkreis Hof einen Unfall.

Mit seinem weißen Lamborghini war der 41-Jährige am Donnerstagabend unterwegs in Richtung Berlin. Auf regennasser Fahrbahn geriet er ins Schleudern, verlor die Kontrolle über das schnelle Fahrzeug und prallte schließlich in die Mittelplanke. Schaller kam laut Polizei "mit dem Schrecken davon" und blieb "ansonsten unverletzt".

Schaller sei selbst aus dem Unfallwagen geklettert, sagte ein Polizeisprecher SPIEGEL ONLINE. "Es handelt sich in erster Linie um einen schweren Frontschaden, dabei sind 100.000 Euro Schaden entstanden." Der gebürtige Bamberger sei "bei zu schlechtem Wetter zu schnell gefahren", so der Polizeisprecher.

Gedenktafel für die Opfer der Love Parade

Der neu gegründete "Bürgerkreis Gedenken" hat am Freitag die Errichtung einer Gedenktafel für die Opfer der Love Parade beschlossen. Bei einer Sitzung im Duisburger Rathaus wurde außerdem vereinbart, den Unglückstunnel für eine Trauerzeit von insgesamt sechs Wochen gesperrt zu lassen. Ermittlungsbehörden, Stadt und Veranstalter diskutieren weiter über die Ursachen für die Katastrophe, die am 24. Juli 21 Menschen das Leben kostete.

Die vom "Bürgerkreis Gedenken" beschlossene Trauerzeit endet am 4. September. Dann soll auf einer Feier die Gedenktafel für die Todesopfer der Love Parade im Tunnel an der Karl-Lehr-Straße angebracht und die Straßensperrung aufgehoben werden. Die zahlreichen Kerzen, Briefe und Kränze sollen aufbewahrt und später in einer Glasvitrine aufgestellt werden. Zusätzlich plane der Bürgerkreis eine Gedenkstätte, die Angehörigen und Bürgern einen "angemessenen Ort der Trauer" bieten solle, teilte die Stadt mit.

Unterdessen konnte eine junge Frau, die als letzte der zahlreichen Verletzten noch stationär behandelt werden musste, das Krankenhaus verlassen. "Jetzt kann man sagen, dass alle auf dem Weg der Besserung sind", sagte ein Polizeisprecher. Infolge der Massenpanik auf der Love Parade waren über 500 Menschen zum Teil schwer verletzt worden.

jjc/ddp

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