Love-Parade-Tragödie Widersprüche, Ausflüchte, Lügen

Eine Analyse von , , und , Duisburg

dpa

2. Teil: Warum drängten sich die Massen?


Der Love-Parade-Chef Rainer Schaller, der auch den Hauptsponsor McFit betreibt, erhebt inzwischen schwere Vorwürfe gegen die Polizei. Der 41-Jährige sagte, zur Katastrophe von Duisburg habe eine "verhängnisvolle Anweisung" der Beamten geführt, den westlichen Tunneleingang zu öffnen. Zuvor hätten die Veranstalter dort zehn der 16 Schleusen schließen lassen, weil bereits eine Überfüllung gedroht habe.

Auch Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland machte in der "WAZ" ein Fehlverhalten der Polizei für die Katastrophe am Tunnel verantwortlich - und denkt deshalb nicht an Rücktritt. "Ich muss das durchhalten", sagte der CDU-Politiker in einem Interview mit der Zeitungsgruppe. Er werde nachweisen, keine Fehler begangen zu haben. Wenn er für die Tragödie die Verantwortung übernähme, würde er für den Rest seines Lebens für 21 Tote verantwortlich gemacht. Das wäre quasi wie ein Eingeständnis, den Tod der 21 Menschen verursacht zu haben.

Die Polizei in Köln, die inzwischen in der Sache ermittelt, bezeichnete die Kritik an den Beamten dagegen als verfrühte Spekulation. "Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht in der Lage zu sagen, was der Auslöser für das Ganze war. Das kann man jetzt noch nicht seriös feststellen", sagte eine Sprecherin. "Wir fänden es gut, wenn sich Herr Schaller nicht in Spekulationen verlieren würde."

An dem Einsatz beteiligte Beamte sagten SPIEGEL ONLINE, sie hätten eher den Eindruck, die Ordner an der Einlasskontrolle seien dermaßen überfordert gewesen, dass es zu dem massiven Rückstau auf der Rampe gekommen sei. Ein Polizist warf außerdem die Frage auf, wann die angeblich verhängnisvolle Öffnung des Tunnels geschehen sein soll. Der Zeitpunkt sei schließlich entscheidend.

"Alle warteten auf Befehle, aber es kamen keine", sagte einer der 1080 Ordner der "Bild"-Zeitung. "Irgendwann lagen dann überall Leichen. Die Notausgänge oberhalb der Rampe wurden erst durch die Polizei geöffnet, als es schon zu spät war", zitiert das Blatt den 40-Jährigen.

Forum - Love Parade in Duisburg - fataler Fehler?
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Hovac 25.07.2010
1. traurig
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Wenn auch nur ein Mensch stirbt war es ein Fehler. Sowas darf in Deutschland doch nicht mehr passieren, wozu wird man von Formularhaufen für die kleinsten Anlässe erdrückt wenn es dann doch nicht sicher ist.
lawinchen, 25.07.2010
2. Rhetorische Frage
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ein Gelände, das max. 500.000 Besucher aufnehmen kann und dessen Zugangswege derart beschränkt sind, ist fraglos für eine Veranstaltung wie die Love Parade geeignet, denn die Love Parade ist dafür bekannt, weniger als 500.000 Besucher anzuziehen. Duisburg mag pleite sein und die zusätzlichen Einnahmen begrüßen, aber auf diesem Gelände mit diesen Zugangswegen hätte eine solche Veranstaltung niemals stattfinden dürfen: Ich hoffe, der Link wird dargestellt, ansonsten hilft eine Google-Maps-Suche nach "Karl-Lehr-Straße, Duisburg". Das Gelände befindet sich nördlich der L237. http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=Love-Parade,+Duisburg&sll=51.151786,10.415039&sspn=21.231081,67.631836&ie=UTF8&hq=Love-Parade,&hnear=Duisburg,+Nordrhein-Westfalen&ll=51.422882,6.770582&spn=0.010276,0.033023&t=h&z=16 Polizeipräsidium und Staatsanwalt befinden sich gleich um die Ecke, ich hoffe, sie nutzen die Nähe.
xkultx 25.07.2010
3. Wo gesunder Menschenverstand aufhört...
Egal wo ob in Duisburg, Essen oder Berlin zu solchen tragischen Zwischenfällen kann es leider überall kommen. Es ist nur immer sehr einfach alles auf die Veranstalter abzuschieben, dabei wird allzu oft vergessen wer hier der wahre Auslöser des Dilemmas ist, war und bleiben wird - Alkohol, Drogen, Egoismus und Rücksichtlosigkeit. Wenn es nicht weiter geht - schiebt man nicht!!! Wo gesunder Menschenverstand aufhört, kommen die verschiedensten Schuldzuweisungen - Klar der Veranstalter ist Schuld - Klar die Stadt Duisburg ist schuld. Leute packt Euch mal an den Kopf und fangt an zu denken! Wenn ich mit 2 Promille in eine 30 Zone aus der Kurve fliege - ist dann auch die Stadt Duisburg Schuld oder der Hersteller meines Autos oder die Brauerei, warum bauen die denn dort eine Kurve hin, warum fährt mein Auto wenn ich getrunken habe?
waffenstillstand 25.07.2010
4.
Zitat von sysopDie Entscheidung war umstritten, es gab Zweifel am Konzept, dann kam es zur Katastrophe - war es ein Fehler, die Love Parade auf diesem Gelände in Duisburg abzuhalten?
Ja, sicher. Es war vorher schon bekannt, dass das Gelände höchstens 500.000 Menschen aufnehmen kann, man wusste, dass annähernd 1.000.000 Menschen kommen würde (tatsächlich kamen sogar 1.400.000). So gesehen war es allzu sehr leichtsinnig, die Veranstaltung überhaupt stattfinden zu lassen.
gisu 25.07.2010
5. Schuld haben
Schuld haben die Organisatoren, von deren Seite wurden ehr die Befürchtungen laut das eventuell zu wenig Menschen erscheinen würden, da hat man Zweifel am Gelände und den eingeschränkten Möglichkeiten außer acht gelassen. Wer mit solchen Menschenmassen plant, der muss auch verstärkt auf die Sicherheit achten, und beim kleinsten Zweifel entweder umplanen oder die Sache ganz abblasen. Mein Beileid an die Opfer und deren Angehörigen.
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