Trümmerfeld in Wohngebiet Ein Toter bei Explosion in Ludwigshafen

Eine turmhohe Stichflamme, ein brennendes Haus, ausgebrannte Fahrzeuge und überall zerplatzte Scheiben: Eine heftige Detonation hat einen Straßenzug in Ludwigshafen in ein Trümmerfeld verwandelt. Mindestens ein Mensch kam ums Leben.


Ludwigshafen - Bei einer schweren Explosion in Ludwigshafen ist ein Bauarbeiter getötet worden. 25 weitere Menschen wurden verletzt, mindestens vier von ihnen schwer, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Besonders hart soll es die Mitarbeiter einer Baufirma getroffen haben. Sie wollten nach Angaben der Gastransportgesellschaft Gascade gerade eine Leitung freilegen, als es zu der Explosion kam. Während der Arbeiten soll ein Rohr beschädigt worden sein.

Die Wucht der Detonation war so gewaltig, dass noch in rund hundert Metern Entfernung Scheiben von Häusern und geparkten Autos zerbarsten. Mehrere Fahrzeuge brannten völlig aus. An einer Häuserreihe in der Nähe fegte die Druckwelle Ziegel weg, Bäume blieben als verkohlte Stümpfe zurück. Die ungeheure Hitze ließ an Autos, die auf einem rund 150 Meter von der Explosion entfernten Parkplatz abgestellt waren, die Kunststoffteile schmelzen.

Erst nach zweieinhalb Stunden hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle. Insgesamt wurden nach Angaben der Feuerwehr 50 Häuser beschädigt, einige davon sind unbewohnbar. "Das Ausmaß der Zerstörung ist wirklich schlimm", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die nach Ludwigshafen gekommen war.

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Explosion in Ludwigshafen: Meterhohe Flammen im Wohngebiet
Die Bauarbeiter waren nach Angaben des Ludwigshafener Feuerwehrchefs, Peter Friedrich, an der Gasleitung im Einsatz, weil ein Untersuchungsgerät vor einigen Tagen in dem Rohr nicht weitergekommen war. "In diesem Bereich gab es eine Unregelmäßigkeit", sagte Friedrich. Die Männer hätten die Leitung freigelegt und rund um die Baustelle Spundwände eingezogen, als es aus bislang unbekannten Gründen zu der Explosion kam.

Der Unglücksort im Stadtteil Oppau liegt in der Nähe eines Werksgeländes des Chemiekonzerns BASF. Feuerwehr, Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Die Polizei riegelte das Gebiet in einem Umkreis von 300 Metern ab.

jbe/dpa

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