Lübeck Bombenbasteln an der Waldorfschule

Ein Lehrer an einer Waldorfschule in Lübeck hat offenbar Fünftklässler zum Hantieren mit Sprengstoff animiert. Die Kinder füllten laut einem Zeitungsbericht Rohrbomben mit Schwarzpulver und zündeten sie anschließend gemeinsam mit dem Pädagogen.


Lübeck - Ein Lehrer an einer Waldorfschule in Lübeck soll zwischen 2009 und 2011 mit Fünftklässlern Schwarzpulver hergestellt und daraus Rohrbomben gebaut haben. Die Sprengsätze zündete er anschließend gemeinsam mit den Schülern, wie die "Lübecker Nachrichten" auf ihrer Internetseite berichten.

Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand, die Lübecker Staatsanwaltschaft nahm die Ermittlungen wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz auf. Die Schulleitung habe dies bestätigt, zum Sachverhalt aber keine Angaben gemacht. Der Geschäftsführer des Trägervereins der Schule, Hans Peter Scherer, sagte der Zeitung, die betroffene Lehrkraft genieße weiterhin das Vertrauen des Vorstandes, der Schulführungskonferenz und der Elternschaft.

Das Bildungsministerium in Kiel ist nach Angaben der "Lübecker Nachrichten" bislang nicht eingeschritten - es könnte dem Lehrer die Unterrichtserlaubnis entziehen. Man werde die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft abwarten, sagte eine Ministeriumssprecherin der Zeitung. Grundsätzlich sei allen öffentlichen und privaten Schulen im Land aber die Verwendung von Schwarzpulver im Unterricht verboten. Das schreibe eine Richtlinie der Kultusministerkonferenz verbindlich vor.

usp/dapd



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