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Flüchtlinge in einer Kleinstadt: Lüchow schafft das

Von , Lüchow

Lüchow, eine idyllische Kleinstadt in Niedersachsen. Seit Kurzem leben hier Hunderte Flüchtlinge, plötzlich gibt es sogar einen Halal-Supermarkt. Proteste, Hass, Panik blieben aus. Was läuft hier anders als woanders?

7000 Einwohner, eine Einkaufsstraße. Fachwerkhaus reiht sich an Fachwerkhaus, Kneipen gibt es kaum eine Hand voll. Das ist Lüchow, Niedersachsen. Am Tag ist wenig, am frühen Abend weniger als wenig, nach Einbruch der Dunkelheit gar nichts mehr los.

Die Einheimischen kennen Nichtdeutsche eher aus dem Fernsehen und aus dem Urlaub denn aus der Heimat. Der Ausländeranteil in Lüchow tendiert gegen null.

Vor einiger Zeit hat sich das alles schlagartig geändert.

In der "Tagesschau" sahen die Lüchower, wie aus wenigen Flüchtlingen viele wurden, aus vielen sehr viele und aus sehr vielen unzählige. Als niemand in Deutschland mehr wusste, wohin mit den Flüchtlingen, als sie anderswo schon längst in Parkanlagen campierten und in Treppenhäusern, erreichte Historisches schließlich auch diese Kleinstadt. Über Nacht entstand in einer Polizeiunterkunft, in der während der Castor-Transporte Polizisten geschlafen hatten, eine Notunterkunft für 550 Flüchtlinge.

Manche sagen, die Lüchow-Dannenberger, wegen der Auseinandersetzung um Gorleben erfahren im Protestieren, seien gegen alles und jeden. Gegen Flüchtlinge sind sie nicht. Die Hilfsbereitschaft ist groß.

Der Bürgermeister

Manfred Liebhaber, ehrenamtlicher Bürgermeister in Lüchow
Maria Feck/ laif

Manfred Liebhaber, ehrenamtlicher Bürgermeister in Lüchow

Dächte sich ein Drehbuchautor den Charakter eines Kleinstadtbürgermeisters aus, käme am Ende jemand wie Manfred Liebhaber dabei heraus.

Ein Kümmerer Ende 60 mit Halbglatze, kleinkariertem Hemd und Anstecknadel mit Stadtlogo am Revers. Einer, der mehr nuschelt als spricht, der immer lacht und ständig winken muss, weil jeder ihn kennt. Der in seiner Stadt geboren, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, der dort seinen ersten und seinen letzten Arbeitstag verbracht und in den geschätzt 45 Jahren dazwischen kaum je die Stadt verlassen hat. Jemand, der sich dort auskennt.

Liebhaber schlendert durch Lüchow. Er winkt jemandem auf der anderen Straßenseite, er winkt jemandem, der in seinem Auto vorbeirollt, er winkt immerzu. Zwei Flüchtlinge schieben ihre Fahrräder über den Gehsteig am Bürgermeister vorbei, die Körbe voll mit Tüten vom Discounter. "Am Anfang musste ich denen sagen, dass man auf dem Gehweg nicht fahren darf", sagt Liebhaber. "Woher sollten die das auch wissen", schiebt er hinterher.

Eigentlich freut er sich über die Flüchtlinge: "Schön bunt ist es hier jetzt." Von der Ankunft der ersten 500 erfuhr er durch Zufall. Plötzlich habe es geheißen: Die kommen schon heute Nacht. "Hoffentlich geht das gut", dachte er. Inzwischen ist er sich sicher und hat Freude an seinen Lüchowern: "Da können wir stolz drauf sein, dass das alles so gut klappt."

Der Bürgermeister schlendert weiter, hält hier einen Schwatz und dort ein Gespräch, schüttelt Hände. Auf der anderen Straßenseite laufen Frauen mit Kopftüchern und Kindern an der Hand. Aber das sieht Liebhaber nicht. Er ärgert sich über einen Mann, der sein Auto in der Mitte zweier Parkbuchten abstellt. "Wie kann man nur so parken?", fragt er. Über Kleinstadtprobleme hört Liebhaber manches. Über Probleme mit Flüchtlingen nicht.

Die Bürgerversammlung

Straße in Lüchow: "Weltoffene Gegend" Zur Großansicht
Maria Feck/ laif

Straße in Lüchow: "Weltoffene Gegend"

Ein bisschen erstaunt schaut Dirk Verleger durch seine Brille in Richtung Publikum. Was fragen die da eigentlich? 150 Menschen sind in Lüchows evangelische Kirche gekommen und regen sich auf. Das ist nicht ungewöhnlich bei Bürgerversammlungen zum Thema Flüchtlinge. Landauf, landab diskutieren sich Menschen die Köpfe rot. "Sind das nicht viel zu viele Asylbewerber? Steigt die Kriminalität, wenn die kommen? Und wer baut Notunterkünfte für unsere Obdachlosen?"

In Lüchow fragt so niemand.

Dirk Verleger vom niedersächsischen Innenministerium schaut erstaunt durch seine Brillengläser. Wann kommen diese Fragen, die bissigen, die hetzenden? Die Lüchower regen sich darüber auf, dass sie nicht genug helfen dürfen, dass der Betreiber der Kaserne nicht genug auf ihre Hilfsangebote eingeht, dass man nicht einfach aufs Gelände darf, um seine Hilfe anzubieten. Anderswo kann man sich manchmal vor Hass, in Lüchow vor Hilfe kaum retten. Das war schon am ersten Tag so.

80 Menschen kamen, um die Flüchtlinge zu begrüßen, sangen Lieder, hefteten Sonnenblumen an den Zaun. Die Polizei wusste mit so viel Willkommen kaum umzugehen, schickte die Helfer nach Hause, verschloss das Eingangstor.

Nun will man wieder ins Gespräch kommen, die Helfer fordern es, die Betreiber versprechen es. Schon bald werden pensionierte Lehrer Deutsch unterrichten, Freiwillige wollen mit Flüchtlingskindern Laternen basteln, weil Martinszüge anstehen, Nähkurse sollen starten. Dirk Verleger schaut erstaunt durch die Gläser seiner Brille. "Danke für das kreative Engagement dieser weltoffenen Gegend", sagt er. Applaus schallt durch die Kirche.

Die Skater

Anton Richter, Initiator der Skater-Initiative, mit Flüchtlingen im Skatepark an der Grundschule Zur Großansicht
Maria Feck/ laif

Anton Richter, Initiator der Skater-Initiative, mit Flüchtlingen im Skatepark an der Grundschule

Abdulrahman grinst breit, während er mit seinen Inlinern über den Betonboden der Skateanlage rollt. 17 Jahre ist er alt, stammt aus dem syrischen Aleppo, ist vor ein paar Tagen in Lüchow angekommen. Inliner kannte er nicht. "Abdulrahman lernt schnell", sagt Fabian Bosselmann.

Er und sein Freund Anton Richter, der eine noch in der Schule, der andere gerade mit dem Abi fertig, hatten die Idee, mit Flüchtlingen zu skaten. "Alle reden, aber keiner macht was - wir wollten was machen", sagt Richter. Also besorgten sie ein paar Boards und gingen zum Skatepark neben der Notunterkunft. Lange warten mussten sie nicht. Auf einmal standen da 30 Flüchtlinge. Seitdem kommen jeden Tag 10 bis 20. Ein Handy liegt auf dem Boden und beschallt die Anlage mit Hip-Hop, ein Junge rollt eine Rampe hinunter.

"Die bekommen was zu essen und eine Unterkunft - aber sie müssen irgendwie auch ihren Tag füllen", findet Bosselmann. Nach einem Aufruf auf Facebook bekamen die beiden Boards und Inliner gespendet. Abdulrahman lacht. "Skateboard", sagt er und zeigt mit dem Daumen nach oben. "Die danken uns immer extrem", sagt Richter. Abends grillen die Jungen manchmal zusammen, an den Wochenenden fahren sie zu Skate-Contests. Mit der Verständigung klappt es nicht immer, aber Zeichensprache hilft. Abdulrahman ist längst schon wieder losgerollt.

Die Grundschule

Notunterkunft nahe der Lüchower Grundschule: "Es klappt prima" Zur Großansicht
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Notunterkunft nahe der Lüchower Grundschule: "Es klappt prima"

Vor der Grundschule gibt es Ärger. Flüchtlinge nehmen eine Abkürzung Richtung Stadt über den Schulhof. "Das geht gar nicht", zischt eine Mutter, die ihr Kind abholt, "das sind alles junge Männer aus Kriegsgebieten. Wer weiß, was da für Kerle drunter sind." Eine andere Mutter regt das auf: "Das ist doch rassistisches Gequatsche. So ein Blödsinn aber auch." - "Man wird ja wohl noch seine Meinung sagen dürfen." - "Nicht, wenn die eigene Meinung rassistisch und dumm ist."

Drinnen sitzt Schulleiter Bernd Kreutzkamp zwischen gelben Wänden in seinem kleinen Büro hinter dem Schreibtisch und schaut aus dem Fenster in Richtung Schulhof. Anfangs hat er geschluckt, als er hörte, dass gegenüber eine Notunterkunft entstanden war. Zuerst dachte er daran, eine Elternversammlung einzuberufen. Jetzt, ein paar Tage später, ist er froh, dass er es gelassen hat. "Ich hätte etwas zum Problem gemacht, das gar kein Problem ist - es klappt prima", findet er. Nun will er helfen.

Immer freitags lädt er junge Flüchtlinge in die Sporthalle ein, hat dafür drei Lehrerinnen freigestellt. Die Schüler haben ein großes Plakat als Einladung gemalt und es in der Notunterkunft aufgehängt. Gekommen ist bis jetzt niemand. Zuerst war der Rektor enttäuscht, dann sah er es so: "Wir bieten das an - wenn sie kommen, kommen sie, wenn nicht, nicht." Jeden Tag sind Flüchtlingskinder auf dem Spielplatz der Schule und rutschen. Ganz ohne Einladung.

Der Handy-Laden

Michael Rosen (r.) mit einem Kunden: "Was für ein Tag" Zur Großansicht
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Michael Rosen (r.) mit einem Kunden: "Was für ein Tag"

Im Handy-Laden von Michael Rosen geschieht für gewöhnlich ganz und gar Vorhersehbares.

Menschen kommen, nie erdrückend viele, haben ein Problem mit ihrer Sim-Karte, wollen einen neuen Vertrag oder ein anderes Handy. Als die Stadt um ein paar Hundert Menschen wächst, geschieht am Morgen danach etwas, mit dem Rosen nicht gerechnet hat und das sein Geschäft vor ein Problem stellt.

Schon vor 9 Uhr stehen ein paar Dutzend Kunden vor der Tür. Als eine Mitarbeiterin sie aufschließt, kommen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten hinein. Sie wollen Prepaid-Karten, um nach Hause zu telefonieren. Rosen könnte jetzt das Geschäft seines Lebens machen, entscheidet sich aber, die Karten, die sonst 20 Euro kosten, an die Flüchtlinge zu verschenken. Er versucht, das Chaos zu sortieren. Erst ist alles entspannt, dann wird es unruhig. Einige Flüchtlinge schubsen sich, haben Angst, keine Karte zu bekommen.

Eigentlich hat der Laden mittags nicht zu, aber an diesem Tag muss es sein. Die Mitarbeiter brauchen eine Pause und Rosen muss eine Lösung finden. Nach der Mittagspause verteilen seine Mitarbeiter Nummern an die Wartenden, die den Laden jetzt nur noch einzeln und nacheinander betreten dürfen. Am Abend gibt es keine Prepaid-Karten mehr. Alle 95 vorrätigen sind verteilt. "Was für ein Tag", sagt Rosen und schließt die Tür.

Der Willkommenstrunk

Simone Walter und Shorish Zian Farhan bei der Willkommenstrunk-Produktion Zur Großansicht
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Simone Walter und Shorish Zian Farhan bei der Willkommenstrunk-Produktion

Mehdi ist 42, aus dem Iran geflohen und in Lüchow gestrandet. Jetzt steht er in einem Dorf nahe der Stadt und rüttelt an einem Baum, dass die Äpfel nur so ins Gras purzeln. Andere Flüchtlinge und Deutsche sammeln das Obst auf, stecken es in Bottiche und bringen es später in eine Mosterei. Einen Teil des Saftes bekommen die Flüchtlinge, der Rest wird verkauft und der Erlös Flüchtlingsinitiativen gespendet.

Willkommenstrunk, so nennt sich die Aktion, die Simone Walter erfunden hat. "Ich hatte das Bedürfnis, mit Flüchtlingen in Kontakt zu kommen", sagt sie. Miteinander zu arbeiten, das verbinde. Walter ist eine Frau mit wachen Augen und großem Tatendrang. Da sitzen und zuschauen, was mit den Flüchtlingen passiert, ist nicht ihre Sache. Sie ist Webdesignerin und hat gleich einen Internetauftritt für die Aktion entwickelt.

In wendländischen Gärten lernen sich seitdem Peter und Mohammed und Aisha und Birgit beim Äpfelpflücken kennen. Gartenbesitzer bieten ihre Obstbäume an und kennzeichnen die Pflanzen mit dem Logo der Aktion. Rund um Lüchow hängen seitdem bunte Schilder an Zweigen und wehen im Wind. 30 Zentner Obst werden sie am Ende des Tages gepflückt haben. Mehdi legt den letzten Apfel in einen Sack. Weiter geht's ins nächste Dorf.

Die Facebook-Hilfsgruppe

Flüchtlinge in Lüchow: "Ich bin hier ständig nur begeistert" Zur Großansicht
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Flüchtlinge in Lüchow: "Ich bin hier ständig nur begeistert"

Alexander Ottavio sitzt vor einem Bildschirm und bringt Ordnung ins Durcheinander. Jemand sucht dringend nach einem kurdischen Übersetzer, eine Frau fragt, wohin sie Kleiderspenden bringen könne.

Ottavio tippt es in die Tastatur. Er ist einer der Administratoren der Facebook-Gruppe Wendland-Humanity. Die 834 Mitglieder haben viele Ideen. Mal spendet jemand einen Karton mit Kugelschreibern, mal sucht jemand Fahrräder, mal werden Schuhe gebraucht, mal gründet jemand eine Betreuung für Flüchtlingskinder. So geht das den ganzen Tag.

Ottavio schaut, vernetzt, fragt nach, bringt von seinem massiven Holzschreibtisch aus Menschen zusammen, während er Lakritz aus einer Tüte fischt und hinter ihm ein Aquarium plätschert. "Was hier abgeht, ist mit nichts vergleichbar", sagt er.

Neulich ist jemand auf die Idee gekommen, dass bald das Islamische Opferfest sei und schon machten sich alle daran zu basteln, zu backen, Geschenke zu organisieren. "Ich bin hier ständig nur begeistert", sagt Ottavio. Er ist zu 80 Prozent blind und deshalb frühpensioniert. "Einmischen, das ist mein Ding, ich will was tun", sagt er. Und viele machen mit. Hartz-IV-Empfänger, Ober-Ökos, Rechtsanwälte.

Dann hat Ottavio einen Anruf bekommen. "Warum machen Sie das?", fauchte jemand. "Was meinen Sie?" - "Die Deutschen brauchen Hilfe, nicht die Asylanten." Aufgelegt. Seine Nummer hatte der Mann nicht unterdrückt. Ottavio rief zurück und sagte ihm die Meinung. Seit Wochen war es das sein erstes schlechtes Erlebnis.

Der Halal-Laden

Ali Khodr in seinem "Mira Markt": "Alle wollen halal" Zur Großansicht
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Ali Khodr in seinem "Mira Markt": "Alle wollen halal"

Dass Läden in der Innenstadt schließen, ist nichts Besonderes in Lüchow. Dass ein Laden eröffnet wird, schon - von einem Flüchtling.

Ali Khodr räumt Chubz ins Schaufenster und Zatar ins Regal neben die Lupinenbohnen. Er lebt seit 18 Monaten in Deutschland und wollte nicht länger arbeitslos sein. Zuerst packte er ein paar arabische Lebensmittel in den Kofferraum seines Autos und stellte sich neben die Notunterkunft. Weil er viel verkaufte, mietete er ein Ladenlokal in der Innenstadt und eröffnete seinen Supermarket Mira, benannt nach seiner Tochter.

Wer vorher Lebensmittel aus Nahost kaufen wollte, musste stundenlang nach Hannover oder Hamburg reisen. Jetzt reichen ein paar Schritte zum Libanesen um die Ecke. Eine Frau betritt den Laden. "As-salamu alaikum", sagt sie. "Wa-alaikum us-salam", antwortet Khodr und lacht.

Die Frau bestaunt die Waren in den Regalen, als sei sie gerade in die arabische Version des Schlaraffenlands geplumpst. Sie kauft gleich ein paar Einkaufstüten voll, lässt sich am Ende noch sieben Portionen arabisches Brot einpacken.

Khodr ist 40 Jahre alt und hat mehr als 20 Jahre lang als Polizist im Libanon gearbeitet. Jetzt versucht er sich als Lebensmittelhändler. Vielleicht wird es das Geschäft seines Lebens, vielleicht der größte Reinfall. Das weiß er selbst nicht so genau. "Man muss sehen, ob der Laden läuft", sagt er und zuckt mit den Schultern. Optimistisch ist er jedenfalls. Hundert Shishas hat er bestellt und einen Kühlschrank für Fleisch. "Alle wollen halal", sagt er. Bisher hat sich in Lüchow kaum jemand für islamische Speisevorschriften interessiert. Auch das ist jetzt anders.

Auch hier gibt es Menschen, die etwas gegen Ausländer haben

In der Lüchower Kernstadt leben 7000 Menschen, darunter 750 Flüchtlinge. Ganz in der Nähe sind zwei weitere Notunterkünfte für insgesamt tausend Flüchtlinge entstanden, eine vierte für 600 soll folgen. Aus einer Stadt fast ohne Ausländer ist über Nacht eine Stadt mit einem Flüchtlingsanteil von mehr als zehn Prozent geworden. Es ließe sich denken, dass das nicht gutgehen kann. In Lüchow ist es bisher gutgegangen. Auch hier gibt es Menschen, die etwas gegen Ausländer haben. Aber die vielen Helfenden überdecken es.

Vielleicht ist die Reaktion auch der Reflex einer aussterbenden Gegend, in der jedes Jahr 300 Menschen mehr sterben als geboren werden. Bald bräuchte der hoch verschuldete Landkreis mehr als 400 Einwanderer im Jahr, um nicht zu schrumpfen.

Flüchtlinge sind womöglich eine Überlebenschance.

In der "Tagesschau" betrachteten die Lüchower, wie aus wenigen Flüchtlingen viele wurden, aus vielen sehr viele und aus sehr vielen unzählige. Als niemand in Deutschland mehr wusste, wohin mit den Flüchtlingen, als sie anderswo schon längst in Parkanlagen campierten und in Treppenhäusern, erreichte Historisches schließlich auch diese Kleinstadt. Sie wuchs sprunghaft und über sich hinaus.

Zur Person
  • Monika Zurek
    Benjamin Piel, Jahrgang 1984, lebt im Wendland und arbeitet dort als Journalist. Seit 2015 leitet er die Redaktion der "Elbe-Jeetzel-Zeitung". 2014 wurde Piel für seine Reportage "Bettys erstes Mal" mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet.

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