Luftangriff CIA erschießt al-Qaida-Führer

Mit einem ferngesteuerten Luftangriff hat der US-Geheimdienst CIA einen hochrangigen Kommandeur der al-Qaida getötet. Augenzeugen berichteten, dass von "Predator"-Drohnen abgefeuerte Raketen das Versteck des Mannes in Pakistan gesprengt hätten.


US-Drohne des Typs "Predator": Ferngesteuert über Pakistan
AFP/ DPA/ Department of Defense

US-Drohne des Typs "Predator": Ferngesteuert über Pakistan

Berlin - Gegenüber dem US-Sender NBC haben pakistanische Sicherheitskreise mittlerweile bestätigt, dass es sich bei dem Angriff am vergangenen Donnerstag um eine Aktion der CIA auf pakistanischem Boden handelte. Der pakistanische Präsident General Pervez Musharraf bestätigte am Samstag lediglich den Tod des hohen al-Qaida-Führers Abu Hamza Rabia. Über die Art des Angriffs schwieg er sich aus.

Die englischsprachige pakistanische Zeitung "Dawn" hatte zuvor gemeldet, der Ägypter Abu Hamza Rabia sei am Donnerstag durch Raketenbeschuss in seinem Versteck in Nord-Waziristan im Grenzgebiet zu Afghanistan zusammen mit vier anderen Männer getötet worden. Laut dem NBC-Bericht sollen sich die Männer in einem so genannten "safehouse", einem als Privathaus getarnten Versteck, aufgehalten haben.

Der nun getötete Abu Hamza Rabia gilt unter Terror-Experten als mögliche Nummer 3 der al-Qaida. Bereits seit Jahren wurde er zusammen mit dem Libyer Abu Faradsch "al-Liby" gesucht, der bereits im Mai festgenommen und im Juni an die USA ausgeliefert wurde. Faradsch soll ein Militärchef von al-Qaida und die einstige Nummer drei der Terrororganisation gewesen sein. Die USA hatten ein Kopfgeld von fünf Millionen Dollar auf seinen Kopf ausgesetzt.

Die Rolle Rabias ist unklar, außer seiner Nennung in diversen Listen von al-Qaida-Funktionären weiß man kaum etwas über ihn. US-Experten sagten jedoch am Samstag, Rabia sei Abu Faradsch "al-Liby" möglicherweise als Kommandeur nachgefolgt. Zudem soll er an zwei Anschlägen auf den pakistanischen Präsidenten beteiligt gewesen sein. Bereits im November hatte die CIA erfolglos versucht, ihn auszuschalten.

Die weiteren Details von Augenzeugen lassen auf einen lang geplanten Angriff der CIA schließen. Demnach sei eine unbemannte Drohne des Typs "Predator" über der Ortschaft Asorai aufgetaucht und hätte mindestens sechs Raketen auf das Haus abgefeuert. Laut dem Bericht tragen die Bombenreste Kennungen der US-Armee.

Bei den Explosionen seien die Männer in dem Versteck ums Leben gekommen. Politisch ist die Aktion mehr als heikel. Zwar ist Pakistan ein erklärter Partner der USA im Kampf gegen den Terrorismus, allerdings streitet die Regierung Aktionen der US-Armee auf pakistanischem Boden aus Angst vor Protesten im eigenen Land stets ab. Passend dazu lesen sich die Erklärungen aus Pakistan zu der Tötungs-Aktion vom vergangenen Donnerstag. Mal ist dort von der vorzeitigen Explosion eines Sprengkörpers die Rede, andere Quellen reden von einem Luftangriff der pakistanischen Armee.



© SPIEGEL ONLINE 2005
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.