Lungenkrebs Britin erhält Spenderorgan von Raucher und stirbt

Eine 27-Jährige ist 16 Monate nach ihrer Lungentransplantation an Krebs gestorben - der Britin war das Organ eines Rauchers eingesetzt worden. Nun geht ihr Vater an die Öffentlichkeit und warnt: "Sie starb einen Tod, der für jemand anderen gedacht war."


London - Die Zeit vor der Operation war nicht leicht: Die 27-Jährige aus Hawkwell, Essex, litt an Mukoviszidose, sie war ununterbrochen auf künstliche Sauerstoffzufuhr angewiesen. Eine Lungentransplantation sollte ihr Leiden beenden, sie wartete anderthalb Jahre auf ein entsprechendes Organ. Im April 2011 kam dann die ersehnte Nachricht. Doch 16 Monate nach der Operation in einer Londoner Klinik starb die junge Frau. Lungenkrebs.

Ihr Tod liegt bereits vier Monate zurück. Doch nun geht der Vater der jungen Frau an die Öffentlichkeit. Mit der britischen BBC sprach er über die Operation, er wolle auf den Fall aufmerksam machen, sagte er. "Sie starb einen Tod, der für jemand anderen gedacht war." Er gehe davon aus, dass seine Tochter der Transplantation nicht zugestimmt hätte, wenn sie gewusst hätte, dass der Spender ein Raucher war. Bei Facebook gründete er die Gruppe Jennifers Choice - so will er Nichtraucher dazu bringen will, sich als Organspender einzutragen.

Die Krankenhausgesellschaft entschuldigte sich dafür, die Patientin nicht näher über das Spenderorgan informiert zu haben: "Sie hätte die Chance bekommen müssen, selbst zu entscheiden." Die Ärzte hätten zwar gewusst, dass es sich bei dem Organ um die Lunge eines Rauchers handelt, hieß es vom Royal Brompton & Harefield NHS Foundation Trust. Von dem Tumor sei aber nichts bekannt gewesen.

Grundsätzlich würden wenige Patienten Lungen von Rauchern zur Transplantation in den eigenen Körper ablehnen. Das Risiko, auf eine gesunde Lunge zu warten, sei noch größer als an dem eingepflanzten Organ zu erkranken. "Es würden 40 Prozent weniger Lungen zur Transplantation zur Verfügung stehen, wenn diejenigen, die von einem Raucher kommen, abgelehnt würden."

Die für Organspenden zuständige Abteilung NHS Blood and Transplant teilte mit: "In Großbritannien und überall auf der Welt müssen Organe mit größeren Risiken verwendet werden, weil es die einzige Möglichkeit ist, das Leben von denen zu retten, die sie dringend benötigen."

aar/dpa

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