Luxair-Absturz mit 20 Toten: Bewährungsstrafen für Pilot und Techniker

20 Menschen starben, als im November 2002 eine Luxair-Maschine auf dem Weg von Berlin nach Luxemburg kurz vor dem Ziel abstürzte. Nun wurden der Pilot, zwei Mechaniker und ein Techniker zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt.

Das Wrack der Luxair-Maschine vom Typ Fokker 50: Fahrlässige Tötung Zur Großansicht
DPA

Das Wrack der Luxair-Maschine vom Typ Fokker 50: Fahrlässige Tötung

Luxemburg - Zehn Jahre nach dem Absturz eines Luxair-Flugzeugs mit 20 Toten ist der Pilot der Unglücksmaschine zu dreieinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Er habe sich der fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung schuldig gemacht, sagte der Vorsitzende Richter Prosper Klein am Dienstag im Bezirksgericht in Luxemburg. Zudem muss der Pilot eine Geldstrafe von 4000 Euro zahlen.

Am 6. November 2002 war das Flugzeug auf dem Weg von Berlin nach Luxemburg kurz vor dem Ziel abgestürzt. Unter den Toten waren 15 Deutsche. Nur zwei Menschen überlebten den Absturz: der Pilot und ein französischer Passagier.

Der heute 36-jährige Pilot hatte sich nach Überzeugung der Richter schwerer Fehler schuldig gemacht. Er hatte kurz vor dem Absturz die Schubhebel der Fokker 50 nach hinten gezogen, um rasch an Tempo und Höhe zu verlieren. Die gewählte anormale Propellerstellung - eine Art Schubumkehr - darf aber nur am Boden zum starken Abbremsen benutzt werden. Die Folge: Die Maschine war nicht mehr kontrollierbar und stürzte aus 200 Metern Höhe bei Niederanven in die Tiefe.

Zwei ehemalige Flugzeugmechaniker bekamen Strafen von jeweils zwei Jahren, ein früherer Technikleiter eineinhalb Jahre, die ebenfalls allesamt auf Bewährung ausgesetzt werden. Drei Ex-Generaldirektoren wurden freigesprochen. Seit Oktober hatten sich sieben Mitarbeiter der luxemburgischen Fluggesellschaft Luxair vor Gericht verantworten müssen.

"Ich bin froh, dass es endlich ein Urteil gibt", sagt Tatjana Kuhn aus dem nordrhein-westfälischen Olfen, die bei dem Absturz ihren 36-jährigen Sohn im verloren hat. Jahrelang habe sie dafür gekämpft. Dass die Verantwortlichen mit Bewährungsstrafen davon kommen, sei aber ungerecht.

siu/dpa

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