Angriff in Macerata Ausländer durch Schüsse aus fahrendem Auto verletzt

In Mittelitalien sind mehrere Menschen aus einem fahrenden Auto angeschossen worden. Beim Angreifer soll es sich um einen stadtbekannten Rechtsextremisten handeln. Nach der Tat zeigte er den faschistischen Gruß.

Rettungskräfte kümmern sich um Verletzten in Macerata
PICCHIO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Rettungskräfte kümmern sich um Verletzten in Macerata


Im Zentrum der mittelitalienischen Stadt Macerata sind bei einem mutmaßlich rassistischen Angriff mehrere ausländische Menschen teils schwer verletzt worden. Angreifer gaben Schüsse aus einem fahrenden Auto ab, berichtete die Lokalzeitung "Corriere Adriatico".

Nach Angaben des Nachrichten-Fernsehsenders Rai News 24 soll es sich um zwei Verdächtige gehandelt haben. Ein 28-jähriger Mann aus Macerata wurde laut Polizei inzwischen festgenommen.

Der stadtbekannte Rechtsradikale sei gefasst worden, als er einen faschistischen Gruß vor einem Denkmal für gefallene Soldaten in Macerata, der Provinzhauptstadt in den Marken, gezeigt habe. Das berichten die Zeitung "La Repubblica" und die Nachrichtenagentur Ansa. Zuvor habe er sich in eine italienische Flagge gehüllt.

Medienberichte: Pistole in Auto gefunden

Bei seiner Festnahme leistete der Mann, der bei den jüngsten Kommunalwahlen erfolglos für die ausländerfeindliche Lega Nord kandidiert hatte, keinen Widerstand. Im Auto fanden die Carabinieri den Berichten zufolge die mutmaßliche Tatwaffe, eine Pistole.

Der Bürgermeister der Stadt, Romano Carancini, hatte zuvor die Bevölkerung aufgefordert, vorerst zu Hause zu bleiben. "Bleiben Sie bis auf weiteres daheim. Ein bewaffneter Mann ist mit seinem Auto in der Stadt unterwegs und schießt um sich", schrieb er auf Facebook.

Die Hintergründe der Tat in einem von vielen Ausländern frequentierten Stadtteil sind noch unklar. Bei den Verletzten handelt es sich laut Polizei ausschließlich um Ausländer. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa sind es Menschen mit dunkler Hautfarbe.

Erst vor wenigen Tagen war in der Gegend der mehr als 40.000 Einwohner großen Stadt die zerstückelte Leiche einer 18-jährigen Italienerin in zwei Koffern gefunden worden. Beim Hauptverdächtigen handelt es sich um einen Mann aus Nigeria. Er sitzt in Untersuchungshaft.

pad/apr/dpa/AFP/AP/Reuters

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