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Maison de France: Von 24 Kilo Sprengstoff zerstört

Berlin - Nie zuvor wurde bei einem Terror-Akt in der Bundesrepublik nach Expertenmeinung so viel Sprengstoff in die Luft gejagt wie beim Anschlag auf das Berliner Maison de France im Jahr 1983. Die 24,38 Kilogramm Nitropenta-Sprengstoff rissen das Dach des Gebäudes am Kurfürstendamm auf und brachten das Haus teilweise zum Einstürzen. In den Trümmern starb ein 26-Jähriger; 23 Menschen wurden verletzt.

Nach Angaben der Ermittler brachte Weinrich den Sprengstoff nach Ost-Berlin, wo die Stasi ihn vorübergehend konfiszierte. Weinrich habe den Sprengstoff zurückerhalten und dann bis zum Anschlag in der syrischen Botschaft in Ost-Berlin zwischengelagert. Ein libanesischer Mittelsmann - später im Libanon unter ungeklärten Umständen getötet - soll den Sprengsatz in dem Haus deponiert haben.

Mit dem Anschlag wollte laut Anklage der international aktive Terrorist Carlos, der inzwischen in Frankreich inhaftiert ist und als dessen "rechte Hand" Weinrich galt, die Freilassung seiner Lebensgefährtin erzwingen. Sie war damals wegen eines Sprengstoffanschlags in Frankreich inhaftiert.

In einem ersten Prozess um den Anschlag war bereits ein ehemaliger Stasi-Oberstleutnant im April 1994 wegen Beihilfe zum Mord zu vier Jahren Haft verurteilt worden.

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