Bossons-Gletscher Hobbyforscher findet Leichenteile am Montblanc

In den Alpen hat ein Hobbyforscher mumifizierte Leichenteile gefunden: eine Hand und ein Stück von einem Bein. Womöglich gehören sie zu Opfern eines legendären Flugzeugabsturzes.

AFP/ Daniel Roche

Auf einem Gletscher des Montblanc-Massivs sind eine Hand und ein Bein gefunden worden. Die menschlichen Überreste könnten von Passagieren zweier vor Jahrzehnten verunglückten Flugzeuge stammen. Dies sei aber noch unklar, hieß es von der Bergwacht in Chamonix-Mont-Blanc am Sonntag.

In der Region waren 1950 und 1966 Maschinen der indischen Fluggesellschaft Air India abgestürzt. Bei dem ersten Absturz handelte es sich um eine Lockheed-Maschine mit dem Namen "Malabar Princess". Sie war am 3. November auf dem Flug von Mumbai nach London. Das Flugzeug verunglückte nach einer Bergberührung am Mont-Blanc-Vorgipfel Rocher de la Tournette bei stürmischem Wetter und geringer Sicht. Dieser Absturz wurde in Büchern und Filmen thematisiert.

Der zweite Absturz in derselben Gegend ereignete sich am 24. Januar 1966. Damals verunglückte eine Boeing 707 im Landeanflug auf Genf. Alle 117 Menschen an Bord kamen ums Leben.

Dose mit Edelsteinen gefunden

Von beiden Flugunfällen tauchen bis heute immer wieder Überreste im Bereich der Nordflanke des Montblanc auf. So wurden bereits Karosserieteile, Postsäcke und Zeitungen entdeckt. 2013 fand ein junger Bergsteiger eine Metalldose mit Edelsteinen, deren Wert im sechsstelligen Bereich lag.

Der Hobbyforscher Daniel Roche hatte die Leichenteile am Donnerstag am Bossons-Gletscher gefunden, berichtete die Regionalzeitung "Le Messager". Demnach soll es sich um die sterblichen Überreste einer Frau handeln. Der Mann beschäftigt sich demnach seit 14 Jahren mit den beiden Abstürzen und hat bereits zahlreiche Überreste der zwei Flugzeuge entdeckt.

Größere Leichenteile wie die Hand und das Beinstück habe er zuvor noch nie gefunden, zitierte die Zeitung den Mann. "Es ist üblicher, zum Beispiel auf Schädelstücke zu stoßen." Der Forscher überließ die Leichenteile der Bergwacht, die sie per Hubschrauber ins Tal brachte.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der Tsanfleuron-Gletscher im Kanton Wallis zwei Leichen freigegeben. Sie stammten von einem Ehepaar, das dort 75 Jahre lang vermisst war.

ler/dpa



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